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Djokovic macht Hingis neugierig

Martina Hingis über Tennisspieler, die sie faszinieren, ihre Arbeit mit jungen Talenten und ein Engagement als TV-Kommentatorin.

«Ich habe Freude daran, auf dem Platz zu stehen und zu helfen»: Martina Hingis arbeitet in Paris als Nachwuchstrainerin.
«Ich habe Freude daran, auf dem Platz zu stehen und zu helfen»: Martina Hingis arbeitet in Paris als Nachwuchstrainerin.

Seit Martina Hingis' zweitem Rücktritt sind viereinhalb Jahre vergangen, das Geschehen auf der Tennistour verfolgt die frühere Nummer 1 der Weltrangliste aber noch immer mit grossem Interesse. Zuletzt beeindruckte sie natürlich die Siegesserie der Weissrussin Viktoria Asarenka, die bis zur Niederlage gegen Marion Bartoli in den Viertelfinals von Key Biscayne im neuen Jahr 26 Partien in Folge gewonnen hatte.

Hingis, die 1997 einen 37:0-Saisonstart hinlegte, sieht Parallelen zwischen ihrem Hoch und jenem der aktuellen Weltranglistenersten. «Sie hat so viel Selbstvertrauen. Das erinnert mich an mich selbst. Du gehst auf den Court und hast das Gefühl, dass du nicht verlieren kannst. Das ist ein enormer Vorteil. Wenn man nicht nervös ist, spielt man einfach gut», so die Schweizerin gegenüber dem Fachportal Tennis.com.

Viktoria Asarenka sei eine Athletin, die immer schon gutes Tennis gespielt habe, an den Grand-Slam-Turnieren in den Viertel- und Halbfinals aber nicht gegen die Besten bestehen konnte. Der Wendepunkt für die Dominatorin dieses Frühlings sei dann ihre Finalqualifikation am WTA-Masters Ende des vergangenen Jahres gewesen, glaubt Hingis. Unter den prägenden Figuren der Frauentour eine Spielerin zu finden, die ihr selbst ähnlich ist, sei schwierig, findet die 31-Jährige, deren Mutter Melanie Molitor, das grosse Schweizer Nachwuchstalent Belinda Bencic betreut. Am ehesten entspreche ihr vielleicht noch die Polin Agnieszka Radwanska: «Sie hat nicht so viel Kraft wie die anderen Topspielerinnen, macht das aber mit Ballegfühl und Strategie wett.»

Asarenka zuzusehen, mache ihr grossen Spass, sagt Hingis weiter. Es gebe aber diverse Spielerinnen auf der WTA-Tour, die in der Lage seien, Nummer 1 zu werden. «Bei den Männern», so die fünffache Major-Siegerin, «habe ich es genossen, die Rivalität zwischen Roger Federer und Rafael Nadal zu verfolgen, und nun bin ich neugierig zu sehen, ob Novak Djokovic den Platz an der Spitze über eine lange Periode halten kann.» Der Rekord für die längste ununterbrochene Regentschaft gehört Roger Federer – mit 237 Wochen.

Hingis, die ein Jahr älter ist als Federer, schliesst eine neuerliche Rückkehr ins Profitennis aus. Das harte Training und die vielen Reisen wolle sie nicht mehr auf sich nehmen. Es genüge ihr, als Trainerin in der Tennisakademie von Patrick Mouratoglou in Paris zu arbeiten. «Ich kümmere mich um eine Gruppe von fünf Mädchen zwischen 17 und 21», erklärt die Ostschweizerin. «Ich habe Freude daran, auf dem Platz zu stehen und zu helfen.» Nur hinter den Kulissen zu wirken, sei nicht ihr Ding. Deshalb wolle sie auch nicht wie die Österreicherin Barbara Schett oder der Schwede Mats Wilander als TV-Reporterin oder Kommentatorin arbeiten. Ihre Aufgabe in der Mouratoglou-Akademie sei kein eigentliches Coaching, führt Hingis aus. Sie sei mehr eine Beraterin: «Ich reise nicht ständig mit den Mädchen. Ich betreue sie nur zu Hause und ab und zu an den Grand Slams.» Ob sie ihr Engagement intensiviere, sei offen.

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