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Das Hin und Her von Djokovic

Der Serbe ist erstmals seit zwei Jahren wieder schmerzfrei und setzt seine Hoffnung in eine Person.

Vielleichts klappt es ja nun, das Comeback des Novak Djokovic. «Ich bin erstmals seit zwei Jahren schmerzfrei», sagt er. Kommt dazu: Er hat einen neuen, alten Trainer: Marjan Vajda, der ihn zwischen 2006 und 2017 betreute. Und er gewinnt wieder überzeugend, erst in der ersten Runde von Monte Carlo. 6:0, 6:1 gegen Landsmann Lajovic. Dann gegen das aufstrebende Talent Borna Coric 7:6, 7:5.

Das scheint ein Anfang. In den Monaten zuvor war das Motto: Schauen wir mal. So spielte der 31-Jährige auch. Ohne Selbstvertrauen, ohne Erfolg. Ergo: frühe Niederlagen in Australien. Indian Wells. Miami.

Seine Erfolglosigkeit war wie ein Rätsel, das er nicht lösen konnte. Nicht mit Andre Agassi, nicht mit Radek Stepanek, seinen mittlerweile Ex-Trainern. Die Tennisgemeinde werweisste, ob es an der veränderten Aufschlagbewegung lag, oder weil die Muskeln kleiner wurden und Djokovic noch sehniger wirkt.

Der Bruder, der Vater

Nun also dieser klare Sieg, nun also doch wieder der Glaube, dass es gut kommt. So sind auch seine Kommentare zum Neo-Alt-Trainer Vajda zu verstehen: «Er ist mehr wie ein Bruder, ein Vater für mich. Jemand, dem ich viel erzählen kann – Dinge aus dem privaten wie beruflichen Leben. Er kennt mich in- und auswendig. Er weiss, was ich brauche, um wieder auf dem höchsten Level zu spielen.» Die Sätze lesen sich wie ein Defizit-Katalog seiner ehemaligen Trainer, und sie lesen sich wie eine Wegleitung zu Djokovics Problemen. Sie waren sicherlich körperlicher Natur, doch ebenso von Zwängen im Kopf geprägt.

Wenn nun Weggefährten sagen, Vajda sei Djokovics letzte Hoffnung, dann scheint das übertrieben, doch es zeigt die Orientierungslosigkeit des einst weltbesten Tennisspielers. So sagte er über die Zeit im Frühling: «Ich wusste nicht, in welche Richtung ich nach Indian Wells und Miami gehen wollte.»

Die Richtung ist nun klarer. Ohne Agassi, ohne Stepanek, dafür mit Vajda, der ihn fürs Erste während der Sandsaison betreut.

Wie sehr Siege keine Selbstverständlichkeit mehr sind, zeigt Djokovics Reaktion nach dem Matchball gegen Lajovic. Er schliesst die Augen, legt den Kopf in den Nacken, streckt die Arme. Sieht alles nach grosser Erleichterung aus. Und auch die Gegner haben Ehrfurcht abgelegt. Der nächste Gegner, der Österreicher Dominic Thiem sagt, er fürchte sich nicht vor einem Spiel gegen den Serben. Doch Djokovic ist Djokovic. Schauen wir mal.

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