Djokovic testet am French Open Agassi als Coach

Der Serbe unterliegt im Final von Rom dem neuen Top-10-Spieler Alexander Zverev, ehe er die grosse News verkündet.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Tennis-Schlagzeilen hätten nach diesem Sonntag eigentlich Alexander Zverev gehören sollen. Mit einem 6:4, 6:3 über Novak Djokovic wurde der 20-jährige Hamburger der jüngste Sieger eines Masters-Turniers seit zehn Jahren (Djokovic in Miami) und verbessert sich vom 17. auf den 10. Rang. Damit wird er heute zum jüngsten Top-10-Spieler seit 2009 (Del Potro) und zum ersten Deutschen in diesem Zirkel seit fast zehn Jahren und Tommy Haas.

Zverevs Sternstunde rückte aber sogleich in den Hintergrund, als Djokovic (ATP 2) wenig später zuletzt kursierende Gerüchte bestätigte: Er wird am French Open, das am Sonntag in Paris beginnt und wo er Titelverteidiger ist, mit Andre Agassi als Betreuer antreten. Diese Verbindung ist noch überraschender als jene zwischen ihm und Boris Becker, die Ende 2016 nach drei erfolgreichen Jahren endete.

«Er hat alles selber erlebt»

«Wir werden sehen, wohin diese Zusammenarbeit führt und was die Zukunft bringt», sagte Djokovic. «Wir haben keine langfristige Vereinbarung und wollen uns in Paris etwas besser kennen lernen. Er wird auch nicht das ganze Turnier über dabei sein.» Der zwölffache Grand-Slam-Sieger, der heute seinen 30. Geburtstag feiert, bestätigte, dass er mit dem Amerikaner schon eine Weile in Kontakt steht, zuletzt praktisch vor jedem Match mit ihm sprach. «Und ich geniesse jedes Gespräch. Ich habe enormen Respekt für ihn als Person und Spieler. Er hat alles selber erlebt, was ich durchmache, und er versteht das Spiel verblüffend gut.» Zudem sei er bescheiden, wohltätig und familienorientiert. «Er kann meinem Leben auf und neben dem Court etwas geben.»

Der inzwischen 47-jährige Agassi gewann 60 grosse Turniere, darunter alle vier Grand-Slam-Trophäen (total 8). Seit 16 Jahren ist er in Las Vegas mit der früheren deutschen Spitzenspielerin Steffi Graf verheiratet. Seine Erfahrungen als Coach sind bescheiden, und die grosse Frage ist, ob er gewillt ist, wieder um die Tenniswelt zu reisen. Für Djokovic könnte er aber genau jene Inspiration sein, die diesem seit bald einem Jahr fehlt – und der Grund, weshalb er sein technisches Team um Coach Marian Vajda vor dem Turnier in Madrid entliess.

«Wir sprechen zwar erst wenige Wochen miteinander, aber ich habe das Gefühl, dass wir uns bereits sehr nahe stehen und eine gut Vibration entstanden ist», sagte Djokovic weiter. Obwohl Agassi seit zehn Jahren weg von der Tour sei, habe er ein grosses Wissen, habe die Entwicklung des Tennis genau verfolgt.

Zverev in allen Belangen besser

Im Final von Rom war von einem positiven Einfluss aber noch nichts zu spüren. Djokovic missriet die erste Partie gegen Zverev von Beginn weg. Er begann und beendete sie mit einem Aufschlagverlust, während er erst zum dritten Mal in einem Final zu keiner Breakchance kam (nach zwei Niederlagen in Cincinnati gegen Federer). Noch am Samstag hatte er Del Potro in einer am Vorabend unterbrochenen Partie und danach auch Nadals Bezwinger Dominic Thiem klar besiegt. Gegen Zverev, der in allen Domänen besser war, fand er kein Rezept. Selbst mit Agassi dürfte die Titelverteidigung in Paris so schwierig werden.

Erstellt: 21.05.2017, 23:00 Uhr

Artikel zum Thema

Raonic trennt sich von Coach

Sport kompakt +++ Serena Williams allein unter Männern +++ Warriors sind in der NBA vor dem Ziel +++ Hingis im Doppel auf Siegeskurs +++ Halep nach abgewehrtem Matchball im Halbfinal +++ Mehr...

Tennisdiva Scharapowa muss hartes Brot essen

Weil sie wohl auch für Wimbledon keine Wildcard erhalten hätte, stellt die Russin erst gar keinen Antrag und bestreitet die Qualifikation. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

Buntes Treiben: Mit dem Schmutzigen Donnerstag hat auch die Luzerner Fasnacht begonnen. Am Fritschi-Umzug defilieren die prächtig kostümierten Gruppen und Guggen durch die Altstadt. (20. Februar 2020)
(Bild: Ronald Patrick/Getty Images) Mehr...