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Djokovics Demonstration, Federers Marathon

Der Serbe beeindruckte beim Turniersieg in Peking, für den Schweizer beginnt in Shanghai ein gedrängtes Programm.

Halbe Sachen sind eigentlich nicht sein Ding: Roger Federer an einer Pressekonferenz vor dem Shanghai Masters.
Halbe Sachen sind eigentlich nicht sein Ding: Roger Federer an einer Pressekonferenz vor dem Shanghai Masters.
Aly Song, Reuters

Er sei im Peking-Final auf jemanden ­getroffen, gegen den er noch nie gespielt habe, sagte Tomas Berdych nach dem 18. Duell mit Novak Djokovic. Was er meinte: So gut habe er den Serben noch nie spielen gesehen. «Ich habe über 700 Matches bestritten, mich mit Spielern wie Andre Agassi und Roger Federer auf deren Höhe­punkt duelliert. Aber so etwas habe ich noch nie erlebt.» Berdych durfte froh sein, dass Djokovic bei 6:0, 5:0 Erbarmen hatte und seinen Aufschlag abgab – sonst hätte es die Höchststrafe abgesetzt.

Die Weltnummer 1 stürmte zu ihrem fünften Turniersieg am China Open und drängte damit das enttäuschende Ende am US Open einstweilen in den Hintergrund. In New York war Djokovic an ­einem denkwürdigen Halbfinaltag an Kei Nishikori gescheitert und hatte dabei einen erstaunlich kraftlosen Eindruck gemacht, ehe Roger Federer gegen ­Marin Cilic das gleiche Schicksal ereilte.

Alle Stars am Start

In Shanghai, dem achten von neun Masters-1000-Turnieren der Saison, sind diese Woche wieder alle Stars am Start. Federer hatte ursprünglich passen, sich so den Asienabstecher ersparen und seine Pause um zwei Wochen verlängern wollen, doch er überlegte es sich anders. Dies dürfe seinen Uhrenpartner Rolex, der Hauptsponsor des Events ist, gefreut haben. «Die Fans hier sind einfach unglaublich», begründete Federer seinen Meinungsumschwung.

Bei seiner Ankunft am Flughafen wurde er mit Blumen überhäuft und von sechs Bodyguards abgeschirmt. Man ist in Shanghai nach einer bizarren Internet-Todesdrohung gegen ihn vor zwei Jahren besonders aufmerksam. Der 33-Jährige ist ohne Familie angereist. ­Dabei ist aber Coach Severin Lüthi.

Für Federer markiert Shanghai den Auftakt zu einem hektischen Saisonfinale. In Shanghai, Basel (ab 20. Oktober), ­Paris‑Bercy (27. Oktober), dem ATP-Finale (9. November) und dem Davis-Cup-Final gegen Frankreich (21. November) kommt er auf maximal 23 Partien, plus 3 Schaukämpfe im Dezember. Allerdings ist davon auszugehen, dass er auf Paris verzichtet. Shanghai hat er noch nie gewonnen, trotzdem hat er gute Erinnerungen ans ­Qi-Zhong-Stadion: Er triumphierte 2006 und 07, als hier noch das ATP-Finale stattfand. Apropos ATP-Finale: Die nächsten ­Wochen stehen im Zeichen dessen, wer sich für London qualifiziert. Federer und Stan Wawrinka ist der Platz nicht mehr zu nehmen, derzeit nicht dabei wären Andy Murray und David Ferrer.

Vorerst ohne Physiotherapie

Erstaunlich ist angesichts des gedrängten Programms, dass sich Federer nach fünf Jahren von Physiotherapeut Stéphane Vivier getrennt und noch keinen Nachfolger bestimmt hat. Der Franzose hat seinen Dienst bei Grigor Dimitrov ­bereits aufgenommen. Er fühle sich gut und selbstbewusst, sagte Federer im ­Hinblick auf Shanghai, wo er in Runde 2 auf Leonardo Mayer (Arg, ATP 25) oder den chinesischen Wildcard-Empfänger Di Wu (231) trifft.

Wawrinka wurde der unteren Hälfte mit Rafael Nadal zugelost und könnte im Viertelfinal auf US-Open-Champion ­Marin Cilic treffen. In Tokio unterlag er zum Auftakt Tatsuma Ito (103), in Shanghai scheint er sich wohlzufühlen. So ­bedankte er sich via Twitter beim Turnier für die Privatgarderobe mit einer Playstation und dem neusten Fifa-Videospiel.

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