Durch dick und dünn

Marion Bartoli machte seit ihrem Sieg in Wimbledon eine wundersame Wandlung durch – mit kontroversen Reaktionen.

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Die Veränderung ist augenfällig. Rund 15 Kilogramm an Körpergewicht hat Marion Bartoli innerhalb eines Jahr verloren. Aus der drallen Tennisspielerin ist ein drahtiger Fitnessfan geworden. Regelmässig twittert die 31-jährige Französin aus dem Kraftraum und präsentiert dabei ihre trainierte Taille.

Bartolis digitale Körperschau polarisiert und provoziert immer wieder heftige Reaktionen im Netz. «Vergiss nicht, auch mal etwas zu essen», lautet ein Kommentar, gefolgt von dem Aufruf: «Hör auf, Magersüchtige zu ermutigen!» Bartoli kann der Empörung nichts abgewinnen und trainiert derweil fleissig weiter.

Im Vergleich zu ihrer Aktivzeit scheint Bartoli ihren Körperfettanteil auf ein Minimum reduziert zu haben. «Ich kümmere mich um meinen Körper, ich verwöhne ihn», sagte Bartoli jüngst in einem Interview mit RTL und versichert ihren Kritikern: «Ich höre auf meinen Körper, mache viel Yoga, viel Pilates, viel Stretching und viele Massagen.»

Einzelne Skeptiker vermuten bei der Wimbledon-Siegerin von 2013 eine Essstörung und befeuern ihr neues Aussehen. «Du warst sehr hübsch», heisst da. «Das ist sehr hässlich, iss was», heisst es dort, bis hin zu völliger Verwunderung: «Mein Gott, Marion! Bist du es?»

Tatsächlich ist Bartoli seit ihrem Triumph in Wimbledon und dem darauffolgenden Rücktritt vom Profitennis optisch fast nicht mehr wiederzuerkennen. Während ihrer Karriere wurde sie von ihrem Vater und Betreuer angehalten, ein paar Kilogramm Übergewicht beizubehalten.

Walter Bartoli war stets der Ansicht, das überschüssige Körperfett nütze seiner Tochter bei ihrem kraftvollen Spiel und fördere den Druck auf den Ball. Die Theorie ist umstritten, führe doch ein leichterer Körper zu besserer Beweglichkeit, folglich zu einem optimierten Balltreffpunkt.

Offenbar hat sich Bartoli seit ihrem Rücktritt nicht nur von Rundungen verabschiedet, sondern auch vom Vater gelöst. Die ehemalige Nummer 7 der Welt geniesst ihre neuen Freiheiten und hat jüngst sogar wieder zum Schläger gegriffen – an den World Tour Finals in Singapur im Legenden-Doppel.

An der Seite der 18-fachen Grand-Slam-Siegerin Martina Navratilova schien ihr das streng erarbeitete körperliche Gleichgewicht eine neue Leichtigkeit zu verleihen. Eine Essstörung war ihr beileibe nicht anzusehen. Wie sie ihre Ernährung verändert hat, bleibt aber bis heute ihr Geheimnis.

(sr)

Erstellt: 10.11.2015, 12:35 Uhr

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