Staunen über Wawrinkas Gegner

«Hast du Cilic schon spielen sehen?» Diese Frage treibt derzeit das French Open um. Warum mit dem 1,98-m-Riesen zu rechnen ist.

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Eine Frage hört man dieser Tage im Stade Roland-Garros immer wieder. «Hast du Cilic schon spielen sehen?» Kaum einer hat. Ohne Aufsehen spielte sich der Hüne, der aus dem kroatischen Teil Bosniens stammt, durch das Tableau. Er verlor beim diesjährigen French Open noch keinen Satz und gab erst 26 Games ab – 21 weniger als Wawrinka.

Er tat dies aber weitgehend unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit. Für den Centre Court reichte es Cilic nie, die Gegner trugen nicht die grossen Namen: Ernests Gulbis (ATP 230), Konstantin Krawtschuk (129), Feliciano Lopez (36) und Kevin Anderson (56), der zudem Mitte des zweiten Satzes aufgeben musste.

Wawrinkas Ziele

Zudem ist der starke Aufschläger Cilic nicht gerade als Sandspezialist bekannt. Dennoch wird Wawrinka den Teufel tun und den Kroaten unterschätzen – trotz zuletzt sieben Siegen in Folge. Seit dem Australian Open 2010 hat der Schweizer gegen Cilic nicht mehr verloren. «Es stimmt, ich habe oft gegen ihn gewonnen», sagt der 32-jährige Waadtländer zwar. «Aber es waren oft sehr umkämpfte Spiele.»

Wawrinka weiss auch, warum seine Bilanz gegen den Kroaten so positiv ausfällt. «Wenn ich fit bin, schaffe ich es meist, den Rhythmus zu kontrollieren. Das mag er nicht.» Es werde deshalb auch am Mittwoch (Spielbeginn um cirka 16.00 Uhr) darum gehen, gut zu returnieren und die Ballwechsel zu diktieren.

Die Erinnerungen an das US Open

Die Fitness macht ihm im Übrigen keine Sorgen, obwohl er sich beim Achtelfinalsieg gegen Gaël Monfils kurz am Rücken behandeln lassen musste. «Das hab ich im Griff, der Rücken hindert mich nicht daran, gut zu spielen.»

Aber vielleicht Marin Cilic. Der steht zwar im elften Anlauf erstmals in den Viertelfinals des French Open, hat aber in der Vergangenheit beweisen, dass er bei einem Grand-Slam-Turnier heiss laufen kann. Am US Open 2014 verblüffte er die Tenniswelt mit Siegen über Tomas Berdych, Roger Federer und Kei Nishikori und holte sich sensationell den Titel. Am Ende des Turniers knallte er die Bälle derart kraftvoll und traumwandlerisch sicher ins Feld der Gegner, dass er praktisch unschlagbar war.

Dieses Niveau erreichte er zwar seither nie mehr, die Möglichkeit besteht aber nach wie vor. Aber eben: Die Resultate der letzten Jahre sprechen klar für Wawrinka, den French-Open-Champion von 2015. (fal/sda)

Erstellt: 07.06.2017, 12:01 Uhr

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