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Federer: «Asse sind gut fürs Selbstvertrauen»

Der Baselbieter zog mit 25 Assen in die dritte Runde Wimbledons ein. Ein angeschlagener Stanislas Wawrinka tat sich um einiges schwerer.

Strahlender Sieger: Roger Federer nach seinem starken Auftritt.
Strahlender Sieger: Roger Federer nach seinem starken Auftritt.
Keystone

Man hatte ein Geduldsspiel erwartet und einen wuchtig aufschlagenden Gilles Muller. Doch dann liess Roger Federer bei seiner Zweitrundenpartie alles ganz einfach aussehen. «Es war ein Aufschlagwettbewerb», sagte er, als er nach 93 Minuten und einem 6:3, 7:5, 6:3 vom Court kam. Ein Wettbewerb, den er gegen den 1,93-Meter-Mann klar gewann. In der ersten Runde gegen Julien Benneteau hatte Muller noch mit seinem Service dominiert, doch Federer verstand es ausgezeichnet, den Aufschlag des Luxemburgers zu lesen. Und er selbst servierte hervorragend: Mit 25:12 Assen hielt er Muller in Schach, bei eigenem Aufschlag gab Federer nur 9 Punkte ab – von 69. Ist es das neue, grössere Racket? Der Rücken, der nicht mehr schmerzt? Jedenfalls serviert der Baselbieter dieser Tage ausgezeichnet.

Ein Dach über dem Kopf

Beinahe hätte Federer die Partie, in der er keinen Breakball zuliess, mit vier Assen abgeschlossen. Aber dann kam Muller noch an seinen letzten Aufschlag heran – und er musste sich per Volley den Sieg sichern. «Es ist schön, Asse zu schlagen», sagte er, als er vom Court kam. «Asse geben Selbstvertrauen. Aber ich muss weiter hart arbeiten, konstant bleiben.» Weiter geht es für Federer am Samstag in Runde 3 gegen Marcel Granollers (Sp, ATP 30) oder Santiago Giraldo (Kol, 35), deren Spiel im fünften Satz wegen Dunkelheit vertagt wurde. Auch Federer hätte seine Partie nicht fertigspielen können, hätte er nicht das Privileg genossen, auf dem Centre Court auftreten zu dürfen. Und dort schützt das schliessbare Dach vor Regen und Dunkelheit.

Deutlich mehr Mühe als Federer hatte zuvor Stan Wawrinka bekundet. Auf dem Weg zum 7:6, 6:3, 3:6, 7:5 gegen den tückischen Taiwanesen Yen-Hsun Lu (47), der von der Grundlinie mit gutem Winkelspiel und Variationen überzeugte, musste er einige schwierige Phasen durchmachen. Er lag im Tiebreak des ersten Satzes 1:5 zurück und haderte nach dem verlorenen dritten Satz mit sich, fand aber dann gerade noch rechtzeitig zu einem starken Finish im vierten Durchgang. Schon früh begann sich Wawrinka an den Rücken zu fassen, danach verneinte er aber, Schmerzen zu haben. «Mein Körper ist okay», sagte er. Er räumte allerdings ein, sich nach dem Fieberschub von letzter Woche etwas müde gefühlt zu haben. Bestimmt ist er froh über einen Tag Pause.

Wawrinka noch nicht zufrieden

Erstmals seit 2009 überstand der Vaudois im All England Club die zweite Runde, doch da soll noch nicht Schluss sein. «Ich will weiter kommen», sagte er bestimmt. Doch gegen den Usbeken Denis Istomin (45) werde es erneut schwierig, blickte er voraus: «Er ist ein heikler Gegner auf Rasen», weiss Wawrinka, der gegen ihn in Wimbledon (2010 in Runde 1) schon einmal verloren hat. Doch je länger das Turnier, desto wohler dürfte sich Wawrinka auf Rasen fühlen. Allerdings werden auch die Gegner immer besser. Zu einem Viertelfinal gegen Federer fehlen noch je zwei Siege. Aber es ist wohl zu früh, um so weit vorauszublicken.

Rafael Nadal befreite sich derweil gegen Lukas Rosol nach dem verlorenen ersten Satz aus einer tückischen Situation und feierte seinen Sieg überschwänglich. Bei ihm ist klar: Wenn er die erste Woche übersteht, wird er nur noch besser. Wenn er nicht früh scheiterte, erreichte er an der Church Road bislang stets mindestens den Final (2006-08, 10,11).

Lehrstunde für Bacsinszky

Bei den Frauen erhielt Timea Bacsinszky (WTA 85) beim 2:6, 1:6 gegen Maria Scharapowa (5) eine Lehrstunde erteilt. Die French-Open-Siegerin überforderte die Lausannerin mit ihrer Wucht, Bacsinszky war fast nur am Verteidigen. Trotzdem darf sie Wimbledon, wo sie inklusive Qualifikation vier Matches gewann, als einen weiteren Schritt vorwärts betrachten. Sie brauche wohl einfach wieder einige solcher Spiele auf grosser Bühne, um sich daran zu gewöhnen, fand sie. Das Teenagerduell zwischen Belinda Bencic (71) und Victoria Duval (USA, 114) wurde wegen Regens auf Freitag verschoben.

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