Federer: «Das ist etwas traurig»

Vor dem Viertelfinal in Miami gegen Kevin Anderson erfuhr der Schweizer, dass der Hopman-Cup in Perth eingestellt wird.

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Nach dem souveränen 6:4, 6:2 gegen Daniil Medwedew erreichte Roger Federer im Süden Floridas aus Australien die Meldung, dass der Hopman-Cup 2019 zum letzten Mal in Perth stattgefunden hat. Das traditionelle Länderturnier, an dem er mit Belinda Bencic Anfang Januar als erstes Team den Titel verteidigen konnte, macht Platz für den neuen ATP-Cup. Dieser findet mit 24 Nationalteams (nur Männer) parallel an drei Schauplätzen statt, zusammen mit Brisbane und Sydney.

«Das ist etwas traurig, dass das geschieht», sagte Federer, der von der Nachricht sichtlich überrascht war, obwohl sie sich abgezeichnet hatte. Dass statt des Mixed-Turniers nun der ATP-Cup in der sportverrückten Stadt im Westen Australiens stattfinde, entschädige dafür zwar etwas. Für ihn selber allerdings war der Hopman-Cup in den letzten drei Jahren ein idealer Schauplatz, um ohne Druck in die Saison zu starten. «Ich genoss es in den letzten drei Jahren dort. Und ich spielte auch schon mit Mirka und mit Martina in Perth. Wenn ich zurückblicke, hatte ich immer eine wunderbare Zeit.» Er sei etwas sprachlos, «ich bin hin- und hergerissen».

Die Situation erinnere ihn etwas an Miami, wo das zweite Masters-Turnier der Saison erstmals seit 30 Jahren nicht mehr auf der Insel Key Biscayne, sondern im Hardrock-Stadion im Norden der Stadt stattfinde, sagte Federer. Wie – und ob – es mit dem Hopman-Cup weitergeht, ist unklar. Der Internationale Tennisverband ITF, der den Wettbewerb ausrichtet, deutete an, dass eine andere Austragungsstätte gesucht wird und schon Interessenten vorlägen.

Ob Federer 2020 den ATP-Cup bestreiten will, ist unklar, wobei er dazu auch noch einen Partner finden müsste, am ehesten Stan Wawrinka. Das Turnier ist mit insgesamt 11 Millionen Dollar dotiert und bringt den Siegern 750 ATP-Punkte. Es ist ein direkter Konkurrenzanlass für den Davis-Cup, der ab diesem Jahr an einem Finalturnier mit 18 Mannschaften entschieden wird, anfänglich in Madrid.

Respekt vor Anderson

Was den neuen Austragungsort des Miami Open betrifft, kommt Federer damit bisher gut klar. Als einziger Spieler hat er in Indian Wells (wo er im Final stand) und in Florida die Viertelfinals erreicht. Vor der Partie gegen Kevin Anderson (ATP 7), der in der Nacht auf Freitag (ab Mitternacht Schweizer Zeit) stattfindet, zeigt er aber sehr viel Respekt. «Er hat einen grossartigen Aufschlag und ist nach seiner Verletzung wieder stark zurückgekommen. Und jemand, der mich in Wimbledon schlägt, hat ohnehin meine volle Aufmerksamkeit.»

Für ihn gehe es vor allem darum, mit dem Service des Südafrikaners zurechtzukommen. «Er hat damit so viele Möglichkeiten, dass es gegen ihn immer sehr gefährlich ist. Und die Hartplätze in den USA sind wahrscheinlich der beste Belag für ihn, zumal er hier schon oft trainiert und viel Zeit verbracht hat.» Federer führt gegen den 32-Jährigen 5:1, unterlag ihm aber 2018 in Wimbledon nach einem vergebenen Matchball mit 11:13 im fünften Satz.

18-jähriger Kanadier verblüfft alle

Bereits fest steht der erste Halbfinal des Miami Open, in dem John Isner und der Kanadier Felix Auger-Aliassime aufeinander treffen. Der 18-jährige Kanadier – der wie Federer am 8. August zur Welt kam – ist der jüngste Halbfinalist der Turniergeschichte, nachdem er mit Borna Coric schon den dritten Gesetzten schlug (nach Fucsovics und Basilaschwili). Der Teenager, der in Miami sogar die Qualifikation bestreiten musste, hat bisher alle fünf Duelle seiner Karriere gegen Top-20-Spieler gewonnen. Er wird in der Weltrangliste damit einen Sprung von Rang 57 auf mindestens 33 machen und damit auch Stan Wawrinka überholen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.03.2019, 14:23 Uhr

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