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Federer gibt Rätsel auf

Der Schweizer sagte am Tag vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Dominic Thiem (21 Uhr, MEZ) sein Training ab. Gegen den Österreicher heisst es für ihn: Verlieren verboten.

Zäher Start: Beide Spieler haben zu Beginn Mühe, ins Spiel zu finden.
Zäher Start: Beide Spieler haben zu Beginn Mühe, ins Spiel zu finden.
Tim Ireland, Keystone
Es harzt auf beiden Seiten: Weder Nishikori noch Federer spielen das Tennis, das sie eigentlich könnten.
Es harzt auf beiden Seiten: Weder Nishikori noch Federer spielen das Tennis, das sie eigentlich könnten.
Tim Ireland, Keystone
Und dann ist es entschieden: Kei Nishikori gewinnt das Auftaktspiel an den ATP-Finals in London gegen Roger Federer in zwei Sätzen 6:7 (4:7), 3:6.
Und dann ist es entschieden: Kei Nishikori gewinnt das Auftaktspiel an den ATP-Finals in London gegen Roger Federer in zwei Sätzen 6:7 (4:7), 3:6.
Kieran Galvin, Keystone
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Roger Federer sorgte auch am Montag, seinem spielfreien Tag für Schlagzeilen. Weil er sein Training im Queen’s Club absagte. Das komme oft vor, beruhigte Fabienne Benoit, die Schweizer ATP-Verantwortliche in London. In Kombination mit seiner Startniederlage gegen Kei Nishikori mutet es allerdings etwas seltsam an. Denn man könnte meinen, nach jenem fehlerhaften Auftritt würde es ihm nicht schaden, ein paar Bälle zu schlagen, um den Rhythmus zu finden.

Die Bedingungen der Indoor-Courts in Queen’s sind jenen in der O2-Arena nachempfunden. So können sich die Spieler den Trip in den Südwesten der Stadt sparen. Vielleicht wollte Federer nur den Kopf lüften, vielleicht hat er ein Leiden, das er nicht in die Öffentlichkeit tragen will. Jedenfalls ist auch in London sein Vertrauensarzt Roland Biedert anwesend.

Reichen gar zwei Siege nicht?

Der erste Londoner Auftritt des Baselbieters warf Fragen auf. Federer blieb weit unter dem Niveau, das er acht Tage zuvor in Paris-Bercy gegen Djokovic gezeigt hatte. Paris garantiere ihm gar nichts, er müsse sich am ATP-Finale ins Turnier hineinkämpfen, hatte Federer im Vorfeld ja gesagt. Damit lag er richtig.

Gegen Dominic Thiem ist für ihn am Dienstag im Abendspiel ein Sieg Pflicht. Ja, es könnte sogar sein, dass ihm selbst zwei Siege nicht reichen für den Halbfinal, wenn Kevin Anderson und Kei Nishikori ebenfalls zweimal gewinnen und die bessere Satz- oder Gamebilanz haben. Doch darüber muss sich der 37-Jährige vorläufig nicht den Kopf zerbrechen. Jetzt geht es für ihn zuerst einmal darum, sich in der zweiten Partie zu steigern.

Die drei anderen Male, in denen er am ATP-Finale das Auftaktspiel verloren hatte (2007, 08, 13), reagierte er jeweils mit einem Sieg. 2007 gewann er nach der Startniederlage gegen Fernando Gonzalez noch das Turnier, gab er danach keinen Satz mehr ab.

Thiem erwartete Nishikori

Thiem verfolgte am Sonntagabend das Federer-Spiel und sagte gegenüber den österreichischen Journalisten: «Es war ein bisserl ein komisches Match. Beim Stand von 6:5 für Federer, als Nishikori bei 15:30 einen unmöglichen Ball spielt, ist alles gekippt. Wenn Federer diesen Satz 7:5 gewinnt, gewinnt er wohl auch das Spiel.» Er habe gedacht, gegen Nishikori spielen zu müssen, gab der Österreicher zu. «Ich hoffe, dass Federer erneut nicht sein bestes Tennis spielt. Gegen ihn ist es extrem wichtig, dass ich ihn nicht ins Spiel kommen lasse. Sobald er in der Offensive ist, wird es schwierig.» Deshalb werde er versuchen, von Beginn weg aggressiv zu spielen.

Der 25-Jährige ist einer der wenigen, die eine positive Bilanz haben gegen Federer – 2:1. Alle drei Duelle fanden 2016 statt, auf Hartplatz, Sand und Rasen. Indoor standen sie sich noch nie gegenüber. Vor zwei Jahren sei Federer eher im Abwärtstrend gewesen, so Thiem. «Danach hat er dieses unfassbare Comeback gemacht. Ich glaube, dass er jetzt etwas besser spielt als damals», sagte Thiem und fügte schmunzelnd an: «Der verlernt das Tennis nicht so schnell, leider.»

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