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War Federer wirklich unfair?

Natürlich hat ihm die Pause vor dem 5. Satz geholfen. Aber so was ist Tagesordnung. Einer gilt sogar als Meister dieser Disziplin.

Freude herrscht: Roger Federer strahlt mit den Ballkindern um die Wette.
Freude herrscht: Roger Federer strahlt mit den Ballkindern um die Wette.
Getty Images
Reiche Beute gemacht: Federer verlässt die Arena als grosser Sieger.
Reiche Beute gemacht: Federer verlässt die Arena als grosser Sieger.
Getty Images
Er sorgte für die Musik vor dem Match: Geiger Nigel Kennedy.
Er sorgte für die Musik vor dem Match: Geiger Nigel Kennedy.
Getty Images
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Die Tennisgrössen verneigten sich vor Roger Federer nach seinem Husarenstück in Melbourne. Nur Pat Cash, der schon immer ein kleiner Rebell war, stimmte nicht in den Kanon ein. Der Wimbledon-Sieger 1987, der für BBC Radio kommentiert, warf dem Schweizer vor, er habe im Final gegen Rafael Nadal gemogelt. Dies, weil Federer vor dem entscheidenden fünften Satz für eine medizinische Behandlung in die Kabine verschwand. Dies sei zwar regelkonform gewesen, sagte Cash, aber unsportlich. Die Kritik des 51-Jährigen verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Fragt sich also: War das unfair von Federer?

Klar ist, dass er keine Regeln gebrochen hat. Jeder Spieler kann eine Verletzung, die während einer Partie neu aufgetreten ist oder sich verschlimmert hat, drei Minuten lang behandeln lassen. Und zwar beim Seitenwechsel oder nach Satzende. Federer plagten schon die ganze Woche Adduktorenprobleme, er liess sich den Oberschenkel massieren. Verletzt wirkte er aber weder vorher noch nachher.

Video – Federer schaut nach kurzer Nacht zurück:

Natürlich kam ihm die Pause, die er bereits im Halbfinal gegen Stan Wawrinka beansprucht hatte, nach dem verlorenen vierten Satz entgegen. Sie gab ihm Zeit, durchzuatmen und sich die Taktik für die Endphase zurechtzulegen. Aber solche Time-outs, die auch als taktisches Mittel eingesetzt werden, sind an der Tagesordnung. Als Meister dieser Disziplin gilt Novak Djokovic. Im US-Open-Final 2016 gegen Wawrinka liess er sich im vierten Satz bei 1:3 und 2:5 pflegen – er verlor trotzdem. Ihm wurde vorgeworfen, er habe sich wegen Krämpfen behandeln lassen, was nicht erlaubt ist.

Einem Spieler ein Fehlverhalten nachzuweisen, ist fast unmöglich. Federers Vorgehen lag aber im Rahmen des Normalen, weshalb Cash für seine These kaum Zustimmung fand. Sein Ziel erreichte er trotzdem: Publizität.

Video – ein unglaubliches Comeback im 5. Satz.

So gewann Federer das Finale gegen Nadal. SRF/Tamedia

Fotostrecke – Federers Meisterwerk in Bildern:

Nummer 20, Australian Open 2018: Roger Federer ringt Marin Cilic mit 6:2, 6:7, 6:3, 3:6, 6:1 nieder.
Nummer 20, Australian Open 2018: Roger Federer ringt Marin Cilic mit 6:2, 6:7, 6:3, 3:6, 6:1 nieder.
Keystone
Switzerland's Roger Federer celebrates beating Croatia's Marin Cilic in their men's singles final match on day 14 of the Australian Open tennis tournament in Melbourne on January 28, 2018. / AFP PHOTO / SAEED KHAN / -- IMAGE RESTRICTED TO EDITORIAL USE - STRICTLY NO COMMERCIAL USE --
Switzerland's Roger Federer celebrates beating Croatia's Marin Cilic in their men's singles final match on day 14 of the Australian Open tennis tournament in Melbourne on January 28, 2018. / AFP PHOTO / SAEED KHAN / -- IMAGE RESTRICTED TO EDITORIAL USE - STRICTLY NO COMMERCIAL USE --
AFP
Nummer 19, Wimbledon 2017: Federer lässt Cilic beim 6:3, 6:1, 6:4 keine Chance.
Nummer 19, Wimbledon 2017: Federer lässt Cilic beim 6:3, 6:1, 6:4 keine Chance.
Keystone
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