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«Federer muss jede Chance nutzen, um ans Netz zu kommen»

Rafael Nadal ist der Liebling der Buchmacher, doch viele Experten glauben an Roger Federer – wenn er sein Heil im Angriff sucht.

Roger Federer wird im Final viele Volleys spielen.
Roger Federer wird im Final viele Volleys spielen.
Keystone

Die Buchmacher favorisieren im Spiel der Spiele um den Australian-Open-Titel durchwegs Rafael Nadal. Weil der Spanier weiss, wie Roger Federer beizukommen ist – und es in sechs ihrer acht Major-Finals auch schon getan hat. Doch Wimbledon-Sieger Pat Cash, in der Vergangenheit nicht gerade als Federer-Fan aufgefallen, ist dezidiert anderer Meinung.

Ewig: Die Rivalität zwischen Federer und Nadal.

Paris 2006, die erste Begegnung der beiden Superstars in einem Grand-Slam-Final – und die insgesamt dritte. Rafael Nadal gewinnt in vier Sätzen. Es ist der zweite French-Open-Sieg für den damals gerade 20 gewordenen Mallorquiner. Für den Schweizer ist es die erste Niederlage in einem Grand-Slam-Final nach zuvor sieben Siegen.
Paris 2006, die erste Begegnung der beiden Superstars in einem Grand-Slam-Final – und die insgesamt dritte. Rafael Nadal gewinnt in vier Sätzen. Es ist der zweite French-Open-Sieg für den damals gerade 20 gewordenen Mallorquiner. Für den Schweizer ist es die erste Niederlage in einem Grand-Slam-Final nach zuvor sieben Siegen.
Reuters
Wimbledon 2006, Roger Federer schlägt in seinem Wohnzimmer zurück: Viersatzsieg.
Wimbledon 2006, Roger Federer schlägt in seinem Wohnzimmer zurück: Viersatzsieg.
Reuters
Melbourne 2017: Federer gewinnt in fünf Sätzen und leitet damit seinen Traum-Frühling ein.
Melbourne 2017: Federer gewinnt in fünf Sätzen und leitet damit seinen Traum-Frühling ein.
Keystone
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Nadals Halbfinal gegen Grigor Dimitrov, der ja einen ähnlichen Stil pflegt wie Federer, habe gezeigt, dass der Sandkönig mit seiner Vorhand auf die einhändige Rückhand des Gegners in Melbourne diesmal nicht den gleichen Effekt erziele wie anderswo. Wieso? «Der Ball springt hier nicht so hoch ab in diesem Jahr», erklärt Cash.

Laver: Mehr Stabilität dank grösserem Racket

Der 51-Jährige hat zudem beobachtet, dass sich Nadal verkrampft, wenn er unter Druck gerät. «Und dann werden seine Bälle sehr kurz.» Den einzigen Vorteil für Nadal sieht Cash im Mentalen: «Wenn er gegen Roger spielt, steigert er sich um 20 Prozent.

Ich bin gespannt zu sehen, ob das wieder der Fall sein wird.» Und was sagt Rod Laver, nach dem die Arena benannt ist, in der die beiden Tennis-Grössen ihren vielleicht grössten Match bestreiten? «Wenn Roger gut aufschlägt, hat er vielleicht einen kleinen Vorteil. Zudem könnte es ihm gegenüber früher auf der Rückhand entgegenkommen, dass er ein grösseres Racket hat und deshalb etwas mehr Stabilität.»

Mark Philippoussis, der 2003 im Wimbledon-Endspiel Federer unterlag, ist wie Cash überzeugt, dass dem Schweizer die schnelleren Bedingungen und die leichteren Bälle helfen werden. «Und wenn Nadals Bälle kurz werden, muss Federer sofort angreifen.» Auch Patrick Rafter, der mit seinem Angriffstennis 1997 und 98 das US Open gewann, hat eine klare Meinung: «Wenn Federer gewinnen will, muss er aggressiv spielen. Er ist am Netz besser als Dimitrov, und davon muss er profitieren. Er muss jede Chance wahrnehmen, um ans Netz zu kommen.»

Newcombe: Auch Aufschlag-Volley einstreuen

Die australische Tennis-Legende John Newcombe sagt: «Die Spielweise der beiden favorisiert Nadal. Denn Federers Stil liegt ihm. Wenn er Federer in längere Grundlinienduelle verwickeln kann, wird er 80 Prozent davon gewinnen.» Newcombe fordert vom Baselbieter deshalb aggressives Spiel – und auch, dass er immer wieder Aufschlag-Volley spielt. Die Experten sind sich also einig: Federers Heil liegt in der Offensive. Das Interesse am Männerfinal ist übrigens so gross, dass die Margaret Court Arena mit ihren 7500 Plätzen geöffnet und das Spiel dort live auf dem Videoscreen übertragen wird. Das hatte es noch nie gegeben.

So gewann Federer gegen Wawrinka.

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