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«Federer weiss nun, wie er angreifen kann»

Der frühere Spitzenspieler Heinz Günthardt erwartet heute im Davis-Cup-Final einen starken Roger Federer – und Jo-Wilfried Tsonga als dessen Gegner.

Gewinnt er, ist die Schweiz am Ziel: Roger Federer kann heute einmal mehr Geschichte schreiben.
Gewinnt er, ist die Schweiz am Ziel: Roger Federer kann heute einmal mehr Geschichte schreiben.
Keystone

Vor dem Doppel sagten Sie, es werde gut herauskommen. Warum?

Ich ging davon aus, dass sich die Franzosen enorm unter Druck fühlen würden. Denn diesen Punkt hatten sie eingeplant. Und es ist oft schwierig, nur Doppel zu spielen. Denn die ganze Davis-Cup-Atmosphäre kann man im Training nicht simulieren.

Hatten Sie Federer/Wawrinka erwartet?

Nachdem ich hörte, dass Federer keine Rückenprobleme mehr hatte, wäre alles ­andere eine Überraschung gewesen.

Wie beurteilen Sie diese Partie?

Die Schweizer begannen sehr gut und agierten als richtiges Doppel. In ihren schlechteren Partien hatte man oft bemängelt, dass sie parallel zwei Einzel spielen. Die Fran­zosen waren oft nur am Reagieren statt am Agieren. Dazu kommt, dass Gasquet ­Anfang des zweiten Satzes kaum einen Vorhand­return spielen konnte. Das war kapital. ­Hätten die Franzosen dort ein Break geschafft, hätte es viel enger werden können.

Wer war der stärkere der Schweizer?

Sie gewannen gemeinsam. Allerdings wackelte Federer zu Beginn des zweiten Satzes für etwa zehn Minuten. Da machte Wawrinka einen sehr guten Eindruck. Man hatte das Gefühl, er ist der Fels in der Brandung.

Wie sehen Sie nun die Ausgangslage?

Wir waren vor der Begegnung in ­allen vier Einzeln leicht favorisiert, und daran hat sich nichts geändert. Natürlich kann Frankreich noch immer gewinnen. Tsonga hat Federer auch schon in wichtigen Partien besiegt, etwa in Paris und Wimbledon, und dieses Jahr auch im Final von Toronto. Er weiss also, dass es möglich ist. Es wird wahrscheinlich eine Wimpernschlagentscheidung.

Würden Sie als Captain für Tsonga Gasquet einwechseln?

Nie und nimmer – es sei denn, Tsonga wäre verletzt.

Federer verlor am Freitag klar in drei Sätzen gegen Monfils. Gehen Sie davon aus, dass er schon wieder der Alte ist?

Im Tennis geht es um Details. Mit nur 45 Minuten Training auf Sand ist es schwierig, das Timing und die Distanz zum Ball zu finden. Wenn dann der Gegner so gut startet, kann es schnell gehen. Federers Hauptproblem gegen Monfils war die Beinarbeit. Und ihm fehlten die Informationen, wann er wie angreifen konnte. Die hat er nun.

Was würden Sie von einem Duell Wawrinka gegen Monfils erwarten? Gegen Tsonga spielte sich Wawrinka in einen Lauf, riskierte enorm viel. Ob ihm das erneut gelingen würde, ist offen. Bei 2:2 in dieser Atmosphäre um den Davis-Cup-Sieg zu spielen, ist eine spezielle Situation, die keinen kalt lässt. Allerdings muss Frankreich dass 2:2 erst einmal holen. Und selbst dann haben wir noch das etwas bessere Pferd im Rennen.

Vollenden Federer und Wawrinka das helvetische Tennis-Wunder? Das grosse Multimedia-Special zum Davis-Cup-Final.

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