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Federers fantastischster Rekord

Die älteste Nummer 1 – von all seinen Rekorden wird dieser wohl am längsten Bestand haben.

Roger Federer. Ab Montag ist er wieder die Nummer 1. Bild: Getty Images

Dass er nun auch noch die mit Abstand älteste Nummer 1 wird, ist die unverhoffte Krönung für Roger Federers glanzvollen Karriereherbst. Eine Krönung, mit der nach aller Logik nicht mehr hatte gerechnet werden dürfen, die auch in keinem Drehbuch vorgesehen war, als er Anfang 2017 von seiner sechsmonatigen Auszeit zurückkehrte. Nach normalen Massstäben war das höchste, das er damals noch erwarten durfte, die Rückkehr in die Top 5 und – wenn wirklich alles ideal laufen würde – noch einen letzten Wimbledonsieg.

Federer bewegt sich aber seit seinem Comeback – wieder – in derart ausserirdischen Sphären, dass seine Erfolge, inbesondere die drei Grand-Slam-Titel innert zwölf Monaten, die verrücktesten Fantasien und gewagtesten Träume übertreffen. Dass er nun mit 36-einhalb Jahren und nach über fünf Jahren Unterbruch auch nochmals die Weltrangliste anführt, ist wohl sein fantastischster Rekord und möglicherweise jener, der am längsten Bestand haben wird. Er verbessert die bisherige Bestmarke von Andre Agassi um über drei Jahre.

Nachdenklich und erleichtert: Roger Federer spricht über seine Glanzleistung. Video: AFP/SID

Bemerkenswert daran ist auch, dass Federer selber nicht mehr daran glaubte, es schaffen zu können. Immerhin spielt er nur noch ein reduziertes Programm, liess er 2017 erstmals die ganze Sandsaison aus, verletzte er sich vor dem US Open am Rücken und musste sich am ATP-Finale in London schon im Halbfinal geschlagen geben (gegen Goffin). Immerhin stellt er momentan die Gesundheit und ein vorsichtiges Turnier-Programm über alles andere. Und immerhin war er nicht bereit, Kompromisse einzugehen, um die Nummer 1 zu werden – mit der Ausnahme vom Start in Rotterdam, den er aber ohne grossen Aufwand und gesundheitliche Risiken in seinen Turnier-Fahrplan einbauen konnte.

Nachdem Federer seine beste Saison seit zehn Jahren nur auf Rang 2 hinter Rafael Nadal beendete, der 2017 ebenfalls zwei Grand Slams gewann, brauchte es am Australian Open im Januar zwei unwahrscheinliche Szenarien, um seine vierte Thronbesteigung zu ermöglichen. Er konnte dort erstmals seit dem US Open 2008 einen Grand-Slam-Titel erfolgreich verteidigen, und Nadal verpasste mit einer Hüftverletzung gegen Marin Cilic die Halbfinals. Und so bot sich Federer die unverhoffte Chance, Nadal doch noch zu stürzen, wie auf dem Silbertablett. Und er wäre nicht der siegreichste Spieler der Tennisgeschichte, wenn er solche Chancen nicht zu packen wüsste.

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