Federers nächster Wimbledon-Rekord

Roger Federer schlägt Lucas Pouille 7:5, 6:2, 7:6. Damit steht er in Wimbledon zum 17. Mal im Achtelfinal.

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Im ersten Satz lässt Roger Federer seine Anhänger an diesem Samstag noch zittern. Seine Rückhand will nicht richtig, und er kommt als Aufschläger als Erster unter Druck. Nach zwei abgewehrten Breakbällen im siebten und elften Game ändert sich das Bild auf Wimbledons Centre Court aber abrupt. Lucas Pouille, sein 25-jähriger Herausforderer aus Frankreich, lässt plötzlich etwas nach, und da schlägt er sofort zu.

Federer gewinnt sechs Games in Folge gegen den 28. der Weltrangliste, der von Amélie Mauresmo betreut wird. Er geht 7:5, 4:0 in Führung und führt nach 75 Minuten komfortabel mit 2:0 Sätzen. Von da an ist der Weg nicht mehr weit bis zu seinem nächsten Meilenstein – seinem 350. Sieg an einem Grand-Slam-Turnier. So weit ist vor ihm noch keiner gekommen, auch keine Frau.

Nach 2:06 Stunden ist es so weit, Federer hat dank dem 7:4 im Tiebreak auch sein drittes Spiel und seinen neunten Satz in Serie gewonnen. Damit hat er sein Pensum der ersten Woche erfüllt. Das bedeutet auch einen nächsten Rekord in Wimbledon: Zum 17. Mal steht er hier am Montag schon in den Achtelfinals, womit er Jimmy Connors (16) auf den zweiten Rang verdrängt. Federers Achtelfinal-Ausbeute an Grand Slams ist ohnehin verblüffend. Bei 77 Starts an diesen Turnieren ist er nun schon 65-mal so weit gekommen.

«Ein harter Kampf»

«Es war hart, vor allem im ersten Satz, bei 5:5», sagte der achtfache Wimbledonsieger. «Es war schön, dass mir danach ein kleiner Lauf gelang, der mir praktisch die Zweisatzführung einbrachte. Auch im dritten Satz musste ich hart kämpfen, es war ausgeglichen. Deshalb bin ich sehr erleichtert, das Tiebreak gewonnen zu haben. Sonst hätte ich vielleicht noch einiges länger kämpfen müssen.»

Federer hat in der ersten Woche in Wimbledon zwar auch schon einen stärkeren Eindruck hinterlassen. Vor allem der verlorene Startsatz in Runde 1 trübt seine Bilanz. Gegen Lloyd Harris, Jay Clarke und Lucas Pouille hatte hauptsächlich noch sein Return Verbesserungspotenzial, speziell auf der Rückhandseite. Dennoch dominierte er seine drei Gegner mit 14:2 Breaks und brauchte lediglich 5:33 Stunden für die drei Erfolge. Sollte es aber tatsächlich zu einem Halbfinal gegen Rafael Nadal kommen, muss er sich bis zum Freitag nächste Woche aber noch steigern .

Jetzt gegen den Gstaad-Sieger

Dass er sich nicht allzu sicher fühlen dürfte vor dem Achtelfinal, hat auch mit seinem nächsten Gegner zu tun: Erstmals trifft er auf den Italiener Matteo Berrettini, den Gstaad-Sieger von 2018, der dieses Jahr seinen Aufstieg fortsetzte und als fünfter Italiener die Wimbledon-Achtelfinals erreichte. Dass der 23-Jährige (ATP 20) auch auf Rasen spielen kann, zeigte er schon beim Vorbereitungsturnier in Stuttgart, wo er sich in der Siegerliste als Nachfolger Federers eintragen liess. Der 1,96 m grosse Römer hatte im April schon das Sandturnier von Budapest gewonnen. Gegen den einen Kopf kleineren Argentinier Diego Schwartzman brauchte er 4:19 Stunden zum Sieg – ein 6:7, 7:6, 4:6, 7:6, 6:3, nach dem er erlöst auf den Rasen fiel. Er dürfte Federer härter fordern als alle bisherigen Gegner.

Erstellt: 06.07.2019, 17:36 Uhr

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