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Geliebter Schreihals ohne Mitleid

Wer ist die Frau, die Timea Bacsinszky den Weg in die Halbfinals des French Open verbauen will? Eine Annäherung an Kristina Mladenovic, die schon eine Gegnerin zum Weinen brachte.

Lautstark und emotional: Nach dem Viertelfinaleinzug schreit Kristina Mladenovic ihre Freude heraus.
Lautstark und emotional: Nach dem Viertelfinaleinzug schreit Kristina Mladenovic ihre Freude heraus.
Reuters
Voller Selbstvertrauen: Die Französin ist auf einmal eine heisse Titelanwärterin und fühlt sich wohl in der Favoritenrolle.
Voller Selbstvertrauen: Die Französin ist auf einmal eine heisse Titelanwärterin und fühlt sich wohl in der Favoritenrolle.
Keystone
Schwächen beim Service: Gegen Muguruza leistete sich die Nummer 14 der Welt 16 Doppelfehler.
Schwächen beim Service: Gegen Muguruza leistete sich die Nummer 14 der Welt 16 Doppelfehler.
AFP
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«Es ist unglaublich, wie viel Zuversicht und Kraft ihr mir gebt», sagte Kristina Mladenovic nach ihrem Achtelfinalsieg über Garbiñe Muguruza. Es war ein Dank an ihre wertvollsten Verbündeten, die Muguruza spüren liessen, wie sehr sie sich den ersten Heimsieg in Roland Garros seit Mary Pierce vor 17 Jahren wünschen – und wie sehr sie die emotionale Mladenovic lieben.

Dass Titelverteidigerin Muguruza auf der folgenden Pressekonferenz wegen der Allianz zwischen dem teils unfairen Publikum und ihrer Kontrahentin in Tränen ausbrach, liess Mladenovic kalt. «Das ist Teil des Sports. Als ich in Stuttgart im Final gegen Laura Siegemund stand, war alles viel schlimmer. Aber ich habe mich nicht beklagt darüber», sagte sie nur.

Garbiñe Muguruza weint an der Pressekonferenz. (Video: TA)

Roland Garros ist für die 1,84 Meter grosse Blondine mit dem Hang zum lauten Schreien ein Heimspiel. Die Anlage unweit des Bois de Boulogne ist nicht nur Schauplatz des French Open, sondern auch die Talentschmiede des französischen Verbands. Hier trainierte Mladenovic, die in Frankreich nur Kiki genannt wird, schon als Zwölfjährige, und hier soll sie ihrer Karriere nun die Krone aufsetzen.

«Kiki ist eine echte Persönlichkeit. Eine Spielerin, die die Fans mitnimmt und magnetisch anzieht, sagt der neue französische Verbandspräsident Bernard Giudicelli» über die Favoritin der Grande Nation, die nach dem Ausscheiden aller bisherigen Major-Siegerinnen plötzlich die heisseste Anwärterin auf den French-Open-Titel ist. Mit dem französischen Anhang im Rücken sei Mladenovic alles zuzutrauen, glaubt Martina Navratilova, die in ihrer Karriere 18 Majortitel im Einzel gewann.

Bildstrecke: Die Grimassenparade am French Open

Als wäre sie beim Theater: Venus Williams anlässlich eines Interviews.
Als wäre sie beim Theater: Venus Williams anlässlich eines Interviews.
Getty Images
Tief durchatmen: Novak Djokovic hadert.
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AFP
Alles Züngeln war vergeblich: Anett Kontaveit scheiterte an Garbiñe Muguruza.
Alles Züngeln war vergeblich: Anett Kontaveit scheiterte an Garbiñe Muguruza.
AFP
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Kristina Mladenovic, die Tochter eines Handball-Olympiasiegers aus dem ehemaligen Jugoslawien, fühlt sich wohl in der Favoritenrolle. «Alle denken auf einmal: Warum nicht sie? Warum nicht Mladenovic als grosse Siegerin? Und das mag ich», sagt sie. Dabei hatte sie zu Beginn des Turniers zweimal kurz vor dem K. o. gestanden. In Runde 1 gegen Jennifer Brady siegte sie erst mit 9:7 im Entscheidungssatz, gegen Shelby Rogers musste sie im dritten Match im dritten Durchgang einen 2:5-Rückstand aufholen.

Im Fussball würde man von einer Turniermannschaft sprechen. Wie die deutschen Kicker bei Welt- oder Europameisterschaften wird Mladenovic von Runde zu Runde stärker. Doch auch die Deutschen verlieren bekanntlich ab und zu.

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