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Hätte er nur diesen einen Punkt gemacht

So knapp scheiterte Roger Federer am US Open – vier Schlüsselmomente des Viertelfinalspiels gegen Juan Martin Del Potro.

Bitteres Déjà-vu: Wie schon im Jahre 2009 verliert Roger Federer beim US Open gegen den damaligen Sieger Juan Martin del Potro.
Bitteres Déjà-vu: Wie schon im Jahre 2009 verliert Roger Federer beim US Open gegen den damaligen Sieger Juan Martin del Potro.
Julio Cortez/AP Photo
Verheerender Doppelfehler: Der fünfache US-Open-Champion startet zwar äusserst stark in die Partie, doch zwei vermeidbare Fehler zu denkbar ungünstigen Zeitpunkten führen zum Verlust des ersten Durchgangs.
Verheerender Doppelfehler: Der fünfache US-Open-Champion startet zwar äusserst stark in die Partie, doch zwei vermeidbare Fehler zu denkbar ungünstigen Zeitpunkten führen zum Verlust des ersten Durchgangs.
Kathy Willens/AP Photo
Märchengeschichte: Als er sich wegen einer Verletzung am Handgelenk zum dritten Mal unters Messer legen musste, spielte er mit Gedanken an den Rücktritt. Nun steht Juan Martin del Potro im Halbfinal seines Lieblingsturniers und trifft dort auf den Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal.
Märchengeschichte: Als er sich wegen einer Verletzung am Handgelenk zum dritten Mal unters Messer legen musste, spielte er mit Gedanken an den Rücktritt. Nun steht Juan Martin del Potro im Halbfinal seines Lieblingsturniers und trifft dort auf den Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal.
John Mabanglo, Keystone
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Tennis ist ein Sport, da kann es schnell gehen. In einem Moment führt man noch, wähnt sich in Sicherheit, ist fast am Ziel – und plötzlich dreht sich die Gefühlswelt um 180 Grad. Nuancen können dabei den Lauf des Spiels komplett verändern. Roger Federer musste das bei seiner Viertelfinal-Niederlage gegen Juan Martin Del Potro am eigenen Leib erfahren.

Statistisch gesehen hat Federer ein starkes Spiel gezeigt. 60 Winner stehen 41 unerzwungenen Fehlern gegenüber – bei Del Potro sind es 48 und 32 –, zudem servierte der Schweizer 17 Asse, fünf mehr als sein Kontrahent. Es waren jedoch die wichtigen Momente, die Big Points, die der Argentinier gewann, dabei eine Spur besser agierte. Die Weltnummer 28 machte die Punkte, die auch Federer hätte gewinnen können. Vier Schlüsselmomente sind aus der Partie herauszupicken, die nun nicht Federer, sondern Del Potro zum verdienten Sieger und Halbfinal-Gegner von Rafael Nadal machen.

Der Durchbruch im ersten Satz

Zu Beginn der Partie erleben die Zuschauer eine Aufschlag-Schlacht. Keiner der beiden Protagonisten zeigt eine Schwäche beim eigenen Service, Breakchancen sind (noch) inexistent. Dann beim Stand von 5:5 und 30:30 bei Aufschlag Federer zittert die Hand des Maestros. Doppelfehler, Breakball Del Potro. Gleich die erste Chance nutzt der 28-Jährige mit einem brachialen Passierball. Und weil der 1,98 Meter grosse «Turm von Tandil» danach beim Service unangetastet bleibt, ist der erste Satz nach 41 Minuten entschieden.

Das haarsträubende Tie-Break

Den zweiten Durchgang entscheidet Federer für sich, im dritten rettet er sich nach kurzer Schwächephase und Breakrückstand ins Tie-Break. Dort scheint der Schweizer der bessere Spieler zu sein. 3:0, 4:2, 5:4 – die Weltnummer 2 liegt durchgehend vorne und kommt zu zwei Satzbällen, den ersten bei eigenem Aufschlag. Den Ersten setzt Federer nach einem langen Return Del Potros ins Netz. Der Zweite, nun bei Aufschlag des Argentiniers, kommt ebenfalls nicht ins andere Feld. Federer ist genervt, hadert mit sich. Doch er bekommt bei 7:6 nochmals die Chance. Der Maestro stürmt ans Netz, schlägt dann eine simple Rückhand ins Out. Und Sekunden später wird auch die vierte Möglichkeit mit einem Vorhandwinner von Del Potro zerschlagen. Plötzlich liegt Federer 8:9 zurück, muss selbst einen Satzball abwehren – und schlägt einen Volley ins Aus. 1:2 statt 2:1 nach Sätzen.

Der Smash ins Netz

Wie erholt man sich von so einem Rückschlag? Federer versucht den Fokus beizubehalten, serviert sich souverän durch seine ersten beiden Service-Games. Das Dritte verläuft jedoch knapp, der Maestro muss über Einstand gehen. Federer macht Druck, zwingt Del Potro in die Defensive – und versenkt dann einen einfachen Smash im Netz. Breakball Del Potro. Und wieder zeigt sich der Argentinier effizient, setzt den Return auf die Linie. Es ist die Vorentscheidung.

Der fatale Schlag ins Netz. Video: SRF

Die letzte Chance verpasst

Del Potros Aufschlag ist weiterhin schwierig zu lesen für Federer. Die letzte Chance bleibt beim Stand von 4:5, der Schweizer muss auf eine Service-Schwäche des Argentiniers hoffen. Und die Tür öffnet sich tatsächlich nochmals bei 30:30. Federer kommt in den Ballwechsel hinein, stürmt ans Netz vor. Eine langsamer Slice fliegt auf die Vorhand von Federer, doch dieser volliert den Ball meterweit ins Aus. Matchball statt Breakball. Und Sekunden später, nach insgesamt fast drei Stunden, muss der Schweizer seinem Kontrahenten zum Sieg gratulieren.

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