«Ich dachte: Was, ich schlage Federer?»

Der frühreife Amerikaner Taylor Fritz sagt, wie er in der Nacht auf Morgen am Australian Open den Titelverteidiger schlagen will.

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Taylor Fritz ist früh dran in seinem Leben: Er war schon bei den Junioren die Nummer 1 und gewann bei diesen das US Open, nun steht er bereits bei den Profis in den Top 50. Und auch in seinem Privatleben gibt er Vollgas: Schon seit Juli 2016 ist er verheiratet, und sein Sohn Jordan wird bald zweijährig. Dabei ist er selber erst 21.

Schon eineinhalb Jahre sind auch vergangen, seit er erstmals gegen Roger Federer spielte und dabei 2016 in Stuttgart auf Rasen knapp in drei Sätzen verlor. In der Nacht auf morgen (nicht vor 3 Uhr MEZ) steht der 1,93 m grosse Sohn einer ehemaligen Top-Ten-Spielerin namens Kathy May und eines Tenniscoaches dem 20-fachen Grand-Slam-Sieger in Melbourne zum zweiten Mal gegenüber.

«Es ist cool, mit ihm auf den Platz zu gehen, denn ich wuchs mit ihm vor den Augen auf, und diese Gelegenheit ist für mich aufregend. Ich kann zudem mein Spiel auf einer grossen Bühne zeigen», sagte der Kalifornier nach seinem Sieg über Gaël Monfils, bei dem er nach eigener Einschätzung eine der besten Leistungen seiner Grand-Slam-Karriere zeigte.

Tipps von Federers Ex-Trainer

Gegen Federer kann Fritz auch auf die Tipps von Paul Annacone zählen, der einige Jahre Coach des Schweizers war und inzwischen für den amerikanischen Verband arbeitet. Er zehrt aber auch von den eigenen Erinnerungen, vom Turnier in Stuttgart 2016. «Dort erhielt ich eine Lektion, die ich gelernt habe», erzählte er. «Nachdem ich den zweiten Satz gewonnen hatte, kam ich im dritten zu Breakchancen. Und dachte: Was, ich schlage Federer? Und genau diese Gedanken kosteten mich den Match, und zwar ziemlich schnell.» Er werde deshalb versuchen, die Partie wie einen ganz normalen Match zu betrachten.

Fritz ist einer von elf Amerikanern, die momentan in den Top 100 stehen, wobei er mit Frances Tiafoe (20), der Kevin Anderson schlug, und Reilly Opelka (21) zum Trio der Jüngsten gehört. «Es ist grossartig zu sehen, dass wir eine so starke Gruppe sind. Der Rummel um uns ist auch gerechtfertigt, denn wir sind alle stark», sagt Fritz. «Dass der Druck nicht nur auf einem einzelnen Spieler lastet, hilft uns, denn so können wir die Erwartungen gemeinsam tragen.»

«Er spielt ziemlich monoton von der Grundlinie.»Federer über Fritz

Federer äusserte sich derweil auffallend distanziert über Fritz, den er schon zu sich in ein Trainingslager eingeladen hatte, als dieser noch ein Junior war. Die Partie von Stuttgart habe für ihn wenig Aussagekraft, zumal er im Sommer 2016 körperlich angeschlagen war und auf Rasen gespielt wurde, gab er zu verstehen. Besonders angetan scheint er von der Spielweise des Amerikaners nicht zu sein. «Er spielt ziemlich monoton von der Grundlinie», sagte er. Aber er weiss, dass Fritz ihm gefährlich werden könnte: «Er denkt, dass die Zeit reif ist für seinen Durchbruch auf der Tour.» Doch da hat er selber auch noch ein Wörtchen mitzureden.

Erstellt: 17.01.2019, 21:40 Uhr

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