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«Ich habe meine Angst verloren»

Eine Stunde nach seinem Triumph im Wimbledon-Final stellte sich Novak Djokovic der Weltpresse zum grossen Siegerinterview.

Wunschlos glücklich: Novak Djokovic.
Wunschlos glücklich: Novak Djokovic.
Keystone

Novak Djokovic, können Sie Ihre Gefühle nach dem Wimbledon-Sieg beschreiben? Ich kann die richtigen Worte nicht finden, um meine momentanen Gefühle zu beschreiben. Ich habe innert zwei Tagen ein Ziel meines Lebens realisiert und meinen Traum verwirklicht. Es ist ein unglaubliches Gefühl, das ich nie vergessen werde und der beste Tag meiner Tennis-Karriere.

Als Sie begonnen haben, wirklich gut zu spielen, hatten Federer und Nadal die Tenniswelt praktisch unter sich aufgeteilt. Wie schwer war es, daran zu glauben, beide schlagen zu können? Wir kennen alle ihre Karrieren und müssen darüber keine Worte mehr verlieren. Sie waren die dominierenden Spieler der letzten fünf Jahre. Sie haben auch die meisten Majors gewonnen. Es war manchmal schon etwas frustrierend, in die Schlussphase der Majors zu kommen und dann gegen sie spielen zu müssen. Sie spielen immer dann ihr bestes Tennis, wenn es am meisten zählt. Es war ein Prozess des Lernens, der Entwicklung und der Verbesserung als Tennisspieler. Ich glaubte immer daran, dass ich diese beiden schlagen kann und die Qualität habe, Majors zu gewinnen.

Ihre Mutter hat gesagt, nach dem Davis-Cup-Titelgewinn im Dezember haben Sie Ihre Angst verloren. Welche Rolle hat dies bei Ihrer Serie gespielt? Wenn meine Mutter das sagt, dann ist das so, da kann ich nichts hinzufügen. Meine Mutter kennt mich besser als ich selber.

War es wirklich so? Ja, absolut. Nach dem Sieg im Davis Cup war ich voller Leben, voller Energie, voller Lust, auf den Platz zurückzukehren und weiterzuspielen und noch mehr Turniere zu gewinnen. In einem Satz: Ich habe meine Angst verloren.

Haben Sie nie gezweifelt, dass Sie trotz Ihrer Qualitäten den Durchbruch schaffen? Nachdem ich mein erstes Grand-Slam-Turnier gewonnen hatte, musste ich mit Gefühlen und Situationen auseinandersetzen, die ich vorher nicht kannte: dem Druck, einen Grand-Slam-Titel verteidigen zu müssen, einer der Top-Spieler zu sein und die Erwartungen der Leute erfüllen zu müssen, die immer mindestens den Halbfinaleinzug forderten. Das war mit 21, und nachher kamen Phasen mit Höhen und Tiefen. Ich hatte Zweifel, schwierige Phasen und Krisen, in denen ich nicht wusste, ob ich es schaffen würde, weil die beiden Top-Spieler so dominierten.

Sie sind jetzt von einem Erfolg zum anderen gerannt. Wohin wird Sie das führen? Ich will natürlich weitere Wimbledon-Titel und Grand-Slam-Trophäen holen. Dafür bin ich geboren. Ich will ein Tennis-Champion sein und noch mehr Majors gewinnen. Ich habe nun natürlich nicht genug, obwohl ich innert zwei Tagen die beiden grössten Dinge in meinem Leben erreicht habe.

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