«Ich kann diesen Titel mit keinem anderen vergleichen»

Seine Gefühlswelt steht kopf. Was Roger Federer nach seinem 18. Grand-Slam-Sieg zu sagen hat – auch zu den Rücktrittsgerüchten.

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Als das Hawk-Eye bestätigte, dass die letzte Vorhand im Feld gelandet war, schien es Federer kaum glauben zu können. Der 35-jährige Baselbieter, der alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt, der seit Jahren bei jedem Turnier zum Favoritenkreis gehört, hatte mit diesem Triumph nicht gerechnet. Das Australian Open 2017 hätte ihn nach sechsmonatiger Verletzungspause an die Weltspitze zurückführen sollen. Nun schaute einer der grössten Siege seiner Karriere heraus.

«Ich kann diesen Titel mit keinem anderen vergleichen, höchstens mit jenem beim French Open 2009», sagte Federer gegen 1.30 Uhr Lokalzeit in Melbourne vor den versammelten Journalisten. «Ich hatte auf den French-Open-Titel lange Zeit gewartet, es immer wieder versucht. Und am Ende hat es geklappt. Dieser Titel fühlt sich ähnlich an.»

Man weiss nie, wann Schluss ist

Seit 2012 wartete Federer auf den 18. Major-Sieg. Während der Durststrecke musste er zahllose Fragen zu seinem bevorstehenden Rücktritt beantworten.

Diese Frage nach dem Rücktritt fiel auch nach dem Final gegen Rafael Nadal. Es sei nichts geplant, versicherte Federer. Er sei sich aber nach den schwierigen letzten Monaten bewusst, dass man nie wissen könne, welches Grand-Slam-Turnier das letzte sein werde. Dass die körperliche Verfassung noch stimmt, bewies er in Melbourne mit drei gewonnen Fünfsatz-Partien.

So gewann King Roger das Finale gegen Rafa. (Video: SRF/Tamedia)

Dass er im Final auch Nadal schlagen konnte, habe den Erfolg noch süsser gemacht, erzählte Federer. Die vielen Niederlagen in wichtigen Partien gegen den Spanier sind selbstredend nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Und im fünften Satz, als Nadal mit Break führte, schien es zu kommen, wie so oft zwischen Federer und Nadal: Am Ende behält der Spanier die Oberhand. «Ich hätte mich meiner Enttäuschung hingeben können. Ich habe weitergekämpft und weiter an den Sieg geglaubt.»

Anstatt sich in sein vermeintliches Schicksal zu ergeben, sagte sich Federer: «Spiele frei auf!» Er habe nicht widerstandslos untergehen wollen und deshalb den Angriff gesucht. Mit zum Teil unfassbaren Schlägen wendete er die Partie noch und versetzte seine Fans in Ekstase. Ein kleines Fest sei nun geplant, verriet Federer, bevor er den Interviewraum verliess. Vorher müsse er aber noch zur Dopingkontrolle: «Ich bin etwas unter Druck, das erfolgreich hinter mich zu bringen.» (sda)

Erstellt: 29.01.2017, 16:52 Uhr

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