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Wawrinka vs. Murray: Wer ist Favorit?

Demnächst starten in Paris die Halbfinals der Männer. So ist die Ausgangslage zwischen Stan Wawrinka und Andy Murray.

Gegner mit vielen Gemeinsamkeiten: Stan Wawrinka und Andy Murray. (Fotos: Keystone/Reuters)
Gegner mit vielen Gemeinsamkeiten: Stan Wawrinka und Andy Murray. (Fotos: Keystone/Reuters)

Andy Murray kann so wunderbar trocken sein. «Alle spielen extrem gut», sagte der Schotte über die anderen Halbfinalisten. «Nadal hat eine exzellente Sandsaison, Thiem ebenfalls. Und ­Wawrinka hat sich hier in Form gespielt. Natürlich hat es seinem Selbstvertrauen gut getan, Genf zu gewinnen. Und ich? Ich spielte Müll, bis ich hierherkam. Ich bin der, der von den Halbfinalisten aus der Reihe tanzt.» Das kann man so ­sehen. Doch Fakt ist: Murray ist im Halbfinal. Auf dem Weg dahin zeigte er gegen Juan Martin Del Potro (Runde 3) und Kei Nishikori (im Viertelfinal) reife Leistungen, bewies seine Klasse im Defensivspiel.

Trotzdem ist die Weltnummer 1 gegen Stan Wawrinka leichter Aussenseiter. Sand ist nicht Murrays bevorzugte Unterlage, und der ­Romand spielte sich erstmals ohne Satzverlust in einen Grand-Slam-Halbfinal. Zudem ist Murray jener der grossen vier, der Wawrinka am besten liegt. Gegen ihn hat er eine 7:10-Bilanz, gegen Novak Djokovic (5:19), Rafael ­Nadal (3:15) und Roger ­Federer (3:20) sieht es für ihn weitaus schlechter aus. Und Murray war der Erste dieses Quartetts, gegen den er an einem Grand Slam gewann (US Open 2010).

Ähnlicher, als man denkt

Murray wird sich vornehmen, in den Grundlinienduellen nicht zu passiv zu werden und Wawrinka nicht zu sehr die Kontrolle in den Ballwechseln zu überlassen. Dieses Rezept führte ihn im letztjährigen Halbfinal zum Sieg. Damals hatte der Schotte allerdings auch eine ausgezeichnete Sandsaison gespielt, im Endspiel von Rom Djokovic geschlagen und im Halbfinal von Madrid Nadal. Fragt sich, ob ihm diese Erfahrungen diesmal fehlen wird oder ob er sein Niveau trotzdem nochmals steigern kann. Für ihn sei der Halbfinal von Roland Garros schon ein Erfolg, sagte er. Er hätte vor dem Turnier dafür unterschrieben.

Wawrinka und Murray sind sich ähnlicher, als sie wahrhaben dürften. Sie ­haben nicht nur beide drei Grand-Slam-Titel, sondern können auch beide etwas mürrisch wirken. Beide sind Spätzünder, standen lange im Schatten von Federer, Nadal und Djokovic. Murray musste 25 werden, ehe er 2012 am US Open seinen ersten Grand-Slam-Titel ­errang. Wawrinka war bei seinem Aus­tralian-Open-Sieg 2014 bereits 28. Seitdem hat er jedes Jahr einen weiteren ­Major-Titel hinzugefügt – am US Open 2016 zog er wieder gleich mit Murray.

Dass ihm nur noch Wimbledon fehlt, um seine Kollektion zu vervollständigen, scheint Wawrinka nicht gross zu beschäftigen. Jedenfalls nicht jetzt, da ihm noch zwei Siege zum zweiten French-Open-Triumph fehlen. Auf die Frage, was er bevorzugen würde: den Titel in Roland Garros oder in Wimbledon, gab er zurück: «Es ist nicht so, dass man wählen könnte. Es ist ein grosser Kampf. Ich wäre glücklich mit beiden.»

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