«Ihr zwei solltet miteinander essen gehen»

Widerwillig sprach Roger Federer in Indian Wells über den Davis-Cup und das Aus in Belgien. Wawrinka fiel das Thema etwas leichter.

Wichtige Tage in Indian Wells: Roger Federer beim Training. Foto: Mark J. Terrill (Keystone)

Wichtige Tage in Indian Wells: Roger Federer beim Training. Foto: Mark J. Terrill (Keystone)

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In Dubai hatte Federer unmissverständlich erklärt, wie froh er sei, die «Bürde» Davis-Cup dieses Jahr endlich ablegen zu können. Aber schon in Indian Wells verfolgte ihn das Thema weiter, musste er schon vor dem Turnier erneut über dieses für ihn unliebsame Thema sprechen, zumal die Schweiz knapp vier Monate nach dem Triumph in Lille nun in Lüttich bereits ausgeschieden ist, durch das 2:3 in Belgien. Er zeigte sich nicht sehr auskunftsfreudig und blockte sogleich ab: «Ich weiss nicht, was ich darüber noch sagen soll. Es ist offensichtlich, dass der Davis-Cup nicht funktioniert.» Aber er fühle sich da machtlos. «Was immer du auch sagst, nie passiert etwas.» Die Folge sei, dass viele Topspieler den Wett­bewerb ­irgendwann links liegen liessen.

Als sich an diesem späten Mittwoch in der kalifornischen Wüstenoase Indian Wells wenig später ein anderer amerikanischer Journalist beflissen fühlte, zum Thema nachzuhaken, und ihn nach ­möglichen Verbesserungen zu fragen, setzte er einen nächsten Volley: «Ihr zwei solltet miteinander essen gehen und mir nachher davon erzählen», sagte er scherzhaft an die beiden Journalisten gewandt. «Ich bin die falsche Person, wenn es um den Davis-Cup und den Inter­nationalen Verband geht. Ich bin mehr ein ATP-Mann und kenne diese Leute auch nicht.»

Die hektischen Tage

Nach seinem New Yorker Schaukampf-Kurztrip (ohne Familie) war Federer am Mittwoch nach Indian Wells zurück­gereist, das drei Autostunden von Los Angeles entfernt nahe Palm Springs liegt. Dort ­trainierte er gleichentags mit Stan ­Wawrinka, wobei sie immer wieder lange miteinander sprachen. «In New York habe ich gesehen, woran ich noch arbeiten muss. Die nächsten Tage sind für mich ziemlich wichtig, da muss ich hart und gut trainieren. Denn die Woche nach Dubai nahm ich es etwas gemütlicher, und nun hatte ich einige hektischere Tage.» Er habe aber noch genügend Zeit, da er ja erst am Sonntag ins Turnier steigen werde, so der Vorjahresfinalist und vierfache Sieger des grössten Masters-Turniers.

Schon seit Tagen trainiert Wawrinka, auf den Federer in den Viertelfinals ­treffen könnte, in den USA. «Wir hatten schon einiges zu besprechen, zumal wir uns ja seit Melbourne nicht mehr gesehen haben», sagte der Weltranglistensiebte. Der Waadtländer, der wie Federer diese Saison schon zwei Turniere ­gewonnen hat, hatte sich nach dem ­Turnier in Marseille einige freie Tage ­gegönnt, ehe er mit Pierre Paganini einen zehntägigen Fitnessblock einschaltete. «Und nun trainiere ich schon seit einiger Zeit in den USA, zusammen mit Magnus Norman.»

Serena Williams’ Rückkehr

Er sei vergangene Woche in regem Kontakt mit dem Davis-Cup-Team in Lüttich gestanden, gab Wawrinka zu, vor allem mit ­Severin Lüthi und Michael Lammer. «Es war für mich nicht leicht, denn erstmals seit elf Jahren war ich nicht dabei. Ich überlegte mir schon, ob meine ­Entscheidung richtig gewesen war. Es wurde ja sehr knapp.» Aber auch er brachte gewisse Kritik am Wettbewerb an: «Es ist nicht einfach zu sagen, was man ändern muss. Aber die besten Spieler treten so ungefähr einmal alle drei Jahre an, da muss man sich schon etwas überlegen. Der Davis-Cup ist nicht mehr, was er einmal war.» Dennoch hielt er fest: «Für mich war er immer wichtig, und das wird er auch immer bleiben.»

Das zwölf Tage dauernde Turnier von Indian Wells steht zu Beginn im Zeichen der Rückkehr von Serena Williams. Die Weltranglistenerste tritt erstmals seit 14 Jahren hier an, nachdem das Publikum sie damals ausgepfiffen hatte. Der Grund war, dass sie im Halbfinal gegen ihre Schwester ­Venus hätte antreten sollen, diese aber mit fadenscheinigen Gründen nur Minuten vor dem Spiel Forfait erklärte. Die beiden boykottierten in der Folge das Turnier. Entsprechend grosse Beachtung findet Serena Williams’ erster Auftritt in der Nacht auf Samstag. Von den Schweizern stand in der Nacht auf heute erst Martina Hingis (im Doppel mit Sania Mirza) im Einsatz.

Erstellt: 12.03.2015, 19:58 Uhr

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