«Roger, einige spekulieren, 2017 werde zu Ihrem letzten Hurra»

Treffen mit Roger Federer auf Mallorca: Über den ultimativen Test in den Schweizer Bergen und die Frage, ob er 2018 noch dabei ist. Das Interview.

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Roger Federer ist an diesem Mittwoch als Ehrengast bei der Eröffnung der Akademie von Rafael Nadal auf Mallorca ein gefragter Mann. Seit Wimbledon hat er kaum noch Interviews gegeben, entsprechend vieles gibt es zu erzählen und zu fragen. Es sprudelt denn auch nur so aus ihm heraus, an diesem Nachmittag in Manacor. Extra Zeit nimmt er sich für drei aus der Schweiz an­gereiste Journalisten, zuerst in einem Gruppeninterview auf der Clubterrasse, danach gewährt er Tagesanzeiger.ch/Newsnet auch noch ein Einzelinterview. Dabei wird rasch klar: An Rücktritt verschwendet der 17-fache Grand-Slam-Sieger in seiner längsten Turnierpause und mit 35 Jahren noch immer kaum einen Gedanken. Umso mehr, als sein Fahrplan für das im ­Januar geplante Comeback stimmt.

Haben Sie sich während Ihrer Pause irgendwann gefragt: Wie sehr fehlt mir das Tennis? Das Leben ist doch auch sonst schön, brauche ich das überhaupt noch?
Ich wusste schon immer, dass das Leben auch ohne Tennis schön ist … (lacht) Aber ich habe das Gefühl, dass absolut noch etwas für mich drinliegt. Ich war noch nie an diesem Punkt, und ich empfand diese Phase auch nie als Schnitt. Am Dienstag traf ich Pierre (Paganini, Berater und Konditionstrainer) und sagte zu ihm, ich werde auf Mallorca die Medien treffen, und ich fragte ihn: Wie hast du mich empfunden seit Wimbledon? Er sagte: Ich erlebte dich nie im Loch, niedergeschlagen oder unsicher. Bildstrecke – Roger Federer macht auf Mallorca PR für Rafael Nadal:

Sie hatten nie ein Tief?
Die schwierige Phase war zwischen Rom und Wimbledon. Weil ich merkte: Etwas stimmt nicht mit dem Knie, es geht mir nicht gut, ich spüre keinen Fortschritt, ich bin für Wimbledon nicht gut vorbereitet. Das sagt auch Pierre: So beschäftigt habe er mich früher noch nie erlebt. Aber als ich mich zur Pause entschlossen hatte, war alles einfach. Ich sagte mir: Ich geniesse diese Zeit. Ich genoss auch die Planung: Wie trainiere ich, wo, mit wem? Ich musste vieles organisieren. Das war neu für mich, und ich fand es lässig.

Einige spekulieren, dass 2017 zu Ihrem letzten Hurra werden soll, und dann ist Schluss.
Mein letztes Hurra, das könnte Jahre dauern, je nach Sichtweise. Ja: Ich hoffe, es gibt nochmals ein richtiges Hurra. Aber ich erwarte viel mehr, als dass es nur ein Turnier oder ein Match wäre. Sonst hätte ich mir nicht eine so lange Pause genommen, wäre nach einigen Monaten halb fit zurückgekommen und hätte noch etwas gespielt. Aber als ich wusste, ich verpasse Olympia und das US Open, sagte ich: Komm, jetzt machen wir das richtig. Das wird meinem Körper guttun, über Jahre hinaus, vielleicht auch noch nach meiner Karriere. Einmal eine so lange Pause in 20 Jahren ist okay.

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Was haben Sie am Tennis in den letzten ­Wochen vermisst?
Am Schluss logischerweise die Matchs. Aber weil ich wusste, dass das wieder kommt, vermisste ich es nicht so sehr. Mir fehlte gelegentlich die Tour, ich wollte die anderen Spieler wieder mal sehen, Stan (Wawrinka) oder Rafa (Nadal). Aber extrem war es nicht. Ich mag es, wenn es ruhig zu und her geht, endlich wieder einmal. Deshalb habe ich das sehr genossen.

Ist die Ungewissheit gross nach Ihrer Pause? Haben Sie Angst oder Respekt vor dem Comeback?
Das überlegte ich mir in den letzten ­Wochen auch: Wie wird es sein, wenn ich am Hopman Cup und in Melbourne zurückkomme? Werde ich viel Druck verspüren? Aber vor allem bin ich neugierig, wie die ersten sechs Monate verlaufen. Denn ich werde ja einige Ränge zurückfallen, und es wird interessante Konstellationen geben durch die Auslosungen. Aber Angst? Wenn ich vor etwas Angst oder Respekt habe, dann vor einer neuen Verletzung. Schlecht zu spielen, damit hätte ich kein Problem. Ich muss mir ohnehin Zeit geben. Aber wenn ich so gut wie erhofft trainieren kann im ­Dezember, denke ich, dass ich den Anschluss recht schnell schaffen werde.

Steht Ihr Turnierprogramm schon?
Zuerst muss ich sehen, wie es läuft. Aber ich denke, Hopman Cup, Australian Open, Dubai und Indian Wells sind fix. Für andere Turniere habe ich mich noch nicht eingeschrieben.

Ist die Chance gross, dass Sie im Dezember die asiatische Städteliga bestreiten?
Das hängt von den nächsten Wochen ab. Wenn es morgen wäre, würde ich nicht spielen. Vorher muss ich genug Stunden auf dem Platz verbracht haben. Aber es ist eine Möglichkeit, die wir prüfen.

Blicken Sie schon voraus auf 2018?
2018? Das ist ja übernächstes Jahr … Klar hoffe ich, dass ich dann noch spiele. Aber ich muss noch kleine Brötchen ­backen mit meinen Verletzungen. Zuerst muss ich einmal fünf Turniere normal spielen, bevor ich daran denken kann, wieder jeden Titel zu gewinnen. ­Momentan muss ich ruhig bleiben und überhaupt auf die Tour zurückkehren.

Was schmerzte Sie mehr: der ­Verzicht auf Rio oder auf das US Open?
Als ich Olympia absagen musste, sagte ich: Nein, nein, nein, das kann nicht sein. Rio und das US Open wollte ich einfach spielen. Das French Open abzusagen, war schon hart genug. Aber zu akzeptieren, dass ich Rio verpassen würde, dauerte etwa drei Tage. Aber – aus welchen verreckten Gründen auch immer – wollten mir die Ärzte und mein Team kein grünes Licht geben. Sie sagten: Es ist genug Heu unten mit dem Knie nach den letzten paar Wochen.

Hätten Sie auch Wimbledon ­auslassen sollen?
Nein, nein. Ich war ja so nahe dran (Halbfinal) ... Es war okay und richtig, dort zu spielen, auch wenn es mir nicht gut ging. Ich war selber überrascht, wie weit ich kam. Deshalb ist es eines meiner denkwürdigsten Wimbledons.

Wie verläuft Ihre Trainingsphase?
Gut. Besser und besser. Wir liessen uns Zeit, und es gab auch keinen Grund, in etwas hineinzuhechten. Wir bauten ­alles Schritt für Schritt auf, auch wenn wir stets mehr machen könnten; wir be­liessen es bei etwa 90 Minuten täglich. Denn wir wollten nicht riskieren, später sagen zu müssen: Hätten wir uns doch mehr Zeit gegeben. Aber ich bin total im Fahrplan. Die Hoffnung ist, dass ich im konditionellen Bereich fast schon bei 100 Prozent bin, etwa auf dem Laufband oder bei Sprints. Nun steigern wir die ­Intensität, und ich werde auch wieder mehr Tennis spielen.

Beim Wandern hielt das Knie …
Ja, aber mein Vater war ein Lustiger: Er sagte, wir nehmen die Gondel auf die Ebenalp und wandern zum Äscher, dann müssen wir nicht hochlaufen. Dann wanderten wir los – über sechs Stunden bergab. Das war nicht clever, aber dennoch gut. Denn es war der ultimative Test fürs Knie. Seither habe ich das Gefühl, es geht besser. Ich sagte mir: Wenn ich das überlebe ... Wandern abwärts ist nicht ohne, und daran war ich überhaupt nicht gewöhnt. Alle waren kaputt, und am nächsten Tag hatten sie Muskelkater, Mirka, die Eltern, die Mädchen … Aber ich war okay.

Waren Sie zwischendurch in Dubai?
Nein, dorthin gehe ich im November. Jetzt war ich immer in der Schweiz, ­zuerst in den Bergen, nun in Wollerau. Zwischendurch war ich in New York.

Was tun Sie die nächsten Wochen?
Ich arbeite zwar immer noch mit Pierre, aber das Tennis kommt jetzt mehr und mehr dazu. Nächste Woche wird auch Ivan (Ljubicic, sein Co-Trainer) dabei sein. Dann werde ich in den nächsten acht, neun Tagen etwa fünf-, sechsmal trainieren. Jetzt kommt die intensive Phase bis Ende Jahr, wobei ich zwischendurch nochmals Ferien mache.

Wie oft spielten Sie Tennis seit Wimbledon?
Wenig. In den vergangenen zwei Monaten vielleicht zehn-, zwölfmal, und davon vielleicht dreimal mehr als eine Stunde. Sonst eine halbe Stunde hier, ­etwas Aufschlagtraining da oder etwas gegen die Wand. Ich wollte mein Knie nicht überbelasten, nachdem ich viel spezifisches Krafttraining gemacht hatte für den Oberschenkel und das Knie. Deshalb wollte ich nicht auch noch Tennis spielen, weil es dann vielleicht reagiert hätte. Und ich wusste, dass ich am Ende noch genug spielen würde.

Fühlen Sie sich körperlich nun topfit, sogar stärker als früher?
Ich war schon oft sehr stark, seit ich mit Pierre 1999 zu arbeiten begann. Wir haben unsere langfristigen Ziele immer erreicht. Jetzt fühle ich mich zwar stark, aber ich ging noch nicht ans Limit. Denn ich habe ja immer noch etwa 80 Tage bis zum Australian Open, das ist enorm viel. Ich hoffe einfach, dass alles gut läuft. Nach dieser Verletzung möchte ich nicht zu euphorisch werden.

Kribbelt es nächste Woche bei ­Ihnen, weil Sie Basel verpassen, oder spielt das keine Rolle?
Das wäre etwas abschätzig gegenüber einem Turnier, das mir viel bedeutet, gegenüber der Tour und dem Sport, den ich sehr gern habe.

Wie stark verfolgen Sie das Tennis?
Ich checke jeden Tag die Resultate, auch jene von Marco (Chiudinelli) auf der Challenger Tour. Ich hatte gedacht, dass ich mich für sechs Monate ausklinken würde, aber so war es nicht, ich interessierte mich zu sehr für das Tennis. Komischerweise war es aber nicht so, dass ich sagte: Oh Gott US Open, oh Gott Basel, oh Gott Shanghai … Ich wäre zwar mega gerne dabei gewesen, aber ich musste es akzeptieren.

Bedeutet das, dass Sie auch den Rücktritt verschmerzen könnten?
Das wäre eine ganz andere Situation. Dann wäre es definitiv, und das ist nicht so lustig ... Ich hoffe, wie ich es jedem Spieler wünsche: Dass der Entscheid bei mir liegt und nicht durch eine ­Verletzung oder andere Umstände ­erzwungen wird. Wie es sein wird, kann ich Ihnen erzählen, wenn es einmal so weit ist.

Was konnten Sie zuletzt tun, auf das Sie früher verzichten mussten – ausser zu wandern?
Ich habe erstmals über längere Zeit viele Fixtage. Ich weiss genau, wann ich trainiere, wann ich mit Kollegen zum Essen abmachen oder wann ich wandern könnte … Ich kann wirklich einmal organisiert leben und muss nicht immer schauen: Wo spiele ich noch ein Turnier? Ich bin zwar schon sehr flexibel, aber es ist auch einmal schön, eine fixe Agenda zu haben, zu wissen: Am Montag ist das, am Mittwochmorgen jenes, am Freitag dies … Das war eine lässige Umstellung zum normalen Alltag, den ich in den vergangenen 15 Jahren hatte.

Ist Ihnen das Älterwerden bewusster geworden während der Auszeit?
Schon auch. Aber ich lasse es nicht ­immer gelten, dass das Alter schuld ist. Natürlich gibt es Abnützungserscheinungen, und ich nehme an, das Knie ist eine solche. Es war einfach bereit, «klick» zu machen. Schon vor acht Jahren hatte ich Knieprobleme, und die Ärzte sagten: Diesem Knie geht es nicht gut. Eine Woche später waren die Probleme weg, und ich spielte damit noch acht Jahre. Wenn ich Pech gehabt hätte, hätte es mich schon dort erwischt. Ich habe eher das Gefühl, dass es kam, weil ich schon weit über 1000 Matchs gespielt habe. Da muss ja etwas kommen, das ist normal.

Machen Sie sich generell mehr Gedanken über das Älterwerden?
Nein, das darf dich nicht zu gross beschäftigen. Aber das Alter kann auch positiv sein. Ich versuche stets, einen Mix zu haben zwischen Erfahrung und Jungbleiben im Kopf, offen zu sein für neue Ideen, sich neu zu erfinden. ­Damit man es lässig hat im Leben.

Sie sind weit entfernt von einer Midlife-Crisis?
Ich finde schon. Es war überraschend einfach, wie ich mich nach der Operation im Februar aufbauen konnte. In den ersten sechs Wochen sah ich jeden Tag einen Fortschritt. Das machte es einfach, positiv zu bleiben. Aber nach Monte Carlo muss etwas passiert sein. Was, kann ich mir nicht erklären.

Sprechen Sie das Knie an – oder auch den Rücken?
Ich spreche nur vom Knie. Der Rücken zwickte dann auch noch, und das zog mich ganz hinunter in den Sumpf. Das war schwierig für mich, eine neue Situation: Wie spiele ich mit einer Verletzung? Ich hatte noch nie mit einem solchen Knie spielen müssen. Mit Rückenproblemen schon, damit kann ich um­gehen. Deshalb waren es schwierige Monate. Aber auch interessant, weil wir als Team richtig zusammenkamen, Brainstorming betrieben und sagten: Was machen wir jetzt? Auf einmal hatte ich 150 oder 200 Tage, über die ich verfügen konnte. Während einer Turnierphase immer Feuerchen löschen zu müssen, das macht es kompliziert. Das ist, was momentan auch Rafa Nadal erlebt.

Ist das Knie nun wieder gut?
Die nächsten sechs bis acht Wochen werden das zeigen. Ich glaube, ich muss nicht mehr aufpassen. Ich habe ein normales, stabiles Knie, das Gefühl ist normal. Alles, was ich jetzt machen kann, bringt mich näher an 100 Prozent. Und ich hoffe, dass ich Anfang Dezember dort bin und noch einen ganzen Monat habe, um zu machen, was ich will.

Apropos Nadal: Was sagen Sie zur Tennisakademie, die er eröffnete?
Unglaublich. Als er mir das Projekt vorstellte, war ich schon beeindruckt. Ich wollte die Anlage unbedingt sehen und offerierte ihm, einmal vorbeizukommen. Am liebsten hätte ich eine Exhibition gemacht, aber das ging nicht.

Reizt es Sie, auch so etwas auf die Beine zu stellen?
Ich hatte schon Offerten, so etwas zu machen. Aber ich habe Mühe, mir so etwas in der Schweiz vorzustellen, schon wegen des Wetters. Dazu hat ja auch Swiss ­Tennis ein Leistungszentrum, und ich will nicht in Konkurrenz treten mit dem Verband, durch dessen Tennisschule ich ging. Und als Schweizer im Ausland so etwas zu machen, ist mir zu kompliziert.

Und wie haben Sie Stan Wawrinkas US-Open-Sieg erlebt?
Es war unglaublich. Ich hätte niemals gedacht, dass er den Final gewinnt. Nicht, weil ich nichts von ihm halten würde, im Gegenteil: Ich halte sehr viel von ihm. Ich dachte einfach: Djokovic im Final des US Open – logisch, dass er gewinnt. Ich ging bei 4:1 im ersten Satz schlafen. Als ich aufwachte und das Ergebnis sah, dachte ich: Das ist ja absolut gigantisch, und das ist sogar noch untertrieben. Stan hat inzwischen Unglaubliches erreicht. Wenn du das US Open gewinnst, gegen Djokovic diese Trophäe stemmen kannst, ist dies das Grösste. Das ist der Beweis: Ich bin eine Legende. Auf einen Schlag ist es alles wert, was du in deinen letzten 25 Jahren gegeben hast.

Können Sie heute sogar etwas von Wawrinka lernen, nachdem es jahrelang umgekehrt war?
Logisch. Am Tag danach dachte ich: Wie hat er das geschafft? Wie wurde er vom Spieler mit leichtem Komplex, mit leichter Unsicherheit, der zwar nahe dran ist, es aber nicht ganz schafft, zu einem solchen Champion?

Und: Was ist es?
Es ist der Glaube an sich selbst: Wenn die Maschine mal läuft, dann läuft sie bei ihm wirklich. Das zeigte er früher im ­Ansatz. Ich nannte ihn immer Diesel, weil er Zeit braucht, um warm zu werden. Irgendwann realisierte er, dass das im Turnier den gleichen Effekt haben kann: Am Anfang kämpfst du dich durch, und irgendwann läuft es. Und er glaubt auch daran, dass er körperlich der Stärkste ist. Das zeigt, was der Kopf ausmachen kann. Wenn du dich hinterfragst, ist es eben nicht das Gleiche.

Ist das momentan bei Djokovic der Fall, der in einer Krise steckt?
In einer Minikrise, würde ich sagen. Das überrascht mich schon; ich hatte erwartet, dass er nach dem French Open ausser Toronto noch ein anderes grosses Turnier gewinnt. Aber wenn du den letzten Grand-Slam-Titel gewonnen hast, der dir noch fehlt, beginnt ein neues Zeitalter. Nach dem French Open musste er sich fragen: Warum spiele ich noch? Voilà. Damit ist alles gesagt. Du musst dir überlegen: Wie gerne hast du es noch, was sind deine Ziele? Dieser Zustand dauert manchmal eine Woche, manchmal einen Monat oder ein Jahr – oder das richtige Gefühl kommt nie mehr zurück. Aber es ist ja nicht so, dass Novak schlecht spielen würde. Und solange er spielt, wird er auch gewinnen, denn er ist zu gut. Das French Open war aber schon ein Schnitt in seiner Karriere.

Erstellt: 19.10.2016, 22:34 Uhr

Federers 2016

Ein Jahr ohne Titel

Am 26. Juli, wenige Tage vor den Olympischen Spielen in Rio, erklärte Roger Federer über Facebook seinen Entscheid, die Saison abzubrechen. Er brauche mehr Therapiezeit für sein Knie mit dem Ziel, noch «einige Jahre verletzungsfrei zu spielen». Hinter ihm lag ein Seuchenjahr. Schon vor dem Saisonstart in Brisbane war er erkrankt, erreichte aber doch noch seinen bislang letzten Final, den er gegen Milos Raonic verlor. Am Australian Open stand er in den Halbfinals, unterlag Novak Djokovic – und erlitt am Tag danach bei einem Unfall im Bad einen Meniskusriss im linken Knie. Es folgten eine Operation und eine längere Pause.

Im März reiste er nach Miami, wo ihn aber ein Magenvirus am Comeback hinderte. Im April bestritt er in Monte Carlo und Rom fünf Partien, ehe es wieder einmal im Rücken zwickte. Er musste Madrid und erstmals in diesem Jahrtausend mit dem French Open auch ein Grand-Slam-Turnier auslassen, nachdem er 65 davon in Folge bestritten hatte. An den Rasenturnieren in Stuttgart, Halle und Wimbledon scheiterte er dann gegen Dominic Thiem, Alexander Zverev und erneut Raonic stets im Halbfinal, stets im Entscheidungssatz. Gegen Ersteren vergab er zwei Matchbälle, gegen Letzteren eine 2:1-Satzführung.

Noch immer in den Top 15

Federer bestritt 2016 nur sieben Turniere, gewann aber immerhin 21 Partien und 2130 ATP-Punkte. Damit liegt er noch immer auf Rang 14 der Jahreswertung. In diesen Bereich wird er als momentan Achter auch im ATP-Ranking absinken, wenn ihm die Punkte für den Sieg an den Swiss Indoors und den Final an den World Tour Finals in London wegfallen. Seit Wimbledon trat er öffentlich nur noch vereinzelt auf, etwa in New York, um den Laver-Cup zu promoten, oder an der Fashion-Week in Paris. Dazwischen postete er im Netz etliche Bilder von sich bei Bergwanderungen. (rst)

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