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Murray verzweifelt nur beinahe

Grossbritanniens Hoffnungsträger Andy Murray dreht gegen Fernando Verdasco eine schon verloren geglaubte Partie und qualifiziert sich als letzter Spieler für die Halbfinals von Wimbledon.

ak
Bissig: Andy Murray holt gegen Fernando Verdasco einen Zweisatzrückstand auf.
Bissig: Andy Murray holt gegen Fernando Verdasco einen Zweisatzrückstand auf.
Keystone
Wie einst Boris Becker: Der Schotte hechtet nach dem Ball.
Wie einst Boris Becker: Der Schotte hechtet nach dem Ball.
Reuters
Eine Wand für Murray: Die britischen Fans auf dem Centre Court.
Eine Wand für Murray: Die britischen Fans auf dem Centre Court.
Reuters
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Andy Murray stieg als haushoher Favorit in die Viertelfinalpartie gegen Fernando Verdaso. Der schottische Olympiasieger, zuvor noch ohne Satzverlust im diesjährigen Wimbledon-Turnier, hatte lange Zeit aber nicht nur mit seinem spanischen Widersacher zu kämpfen, sondern auch mit flatternden Nerven. Den ersten Durchgang gab Murray mit 4:6 ab, nachdem er sich ausgerechnet beim Satzball für Verdasco einen Doppelfehler geleistet hatte. Manchester Uniteds Trainerlegende Sir Alex Ferguson, wie Murray Schotte, verfolgte das Geschehen auf dem Centre Court mit besorgter Miene.

Nach dem zweiten Satz den Tränen nahe

Nachdem der Weltranglistenzweite im nächsten Durchgang mit einem frühen Break 2:1 in Führung gegangen war und anschliessend seinen Servicedurchbruch bestätigt hatte, hellte sich Fergusons Miene wieder auf. Allerdings nicht für lange Zeit: Verdasco verwandelte das 1:3 mit vier Spielgewinnen in Folge in ein 5:3. Als Murray dann zu drei Breakchancen in Serie kam, rettete sich der Spanier mit tückischen Slicebällen, die seinen favorisierten Gegner sichtlich nervten. Verdasco sicherte sich den zweiten Satz mit 6:3, Murray quittierte dies mit Schimpftiraden auf der Spielerbank. Der Vorjahresfinalist schien den Tränen nahe.

Zu Beginn des dritten Durchgangs sahen die Zuschauer noch immer keinen brillanten Andy Murray. Trotzdem gelang dem US-Open-Champion im zweiten Game das frühe Break, da Verdascos Aufschlag plötzlich lahmte und im Schnitt rund 15 km/h langsamer als zuvor über das Netz flog. Sir Alex Ferguson strahlte und applaudierte mit wohl vom Pimm's geröteten Kopf. Murray hatte nun Oberwasser und verkürzte mit einem beeindruckenden 6:1 auf 1:2 Sätze.

Verdasco lässt vier Breakchancen liegen

Im vierten Satz besass Verdasco je zwei Chancen, auf 2:0 und 4:2 davonzuziehen. Murray, inzwischen mental deutlich verbessert, umschiffte diese Klippen aber und nutzte im siebten Game seinen ersten Breakball. Wenig später erzwang der Schotte unter dem grossen Jubel des Publikums, das nun auch bei Fehlern von Verdasco applaudierte, mit einem 6:4 den fünften Durchgang.

Der Entscheidungssatz plätscherte lange ohne nennenswerte Dramatik dahin. Plötzlich aber schnupperte Verdasco, der zuvor schwach retourniert hatte, am Break zum 5:3. Murray lag erst 0:30 hinten und war bei 15:30 eigentlich schon ausgespielt. Verdasco aber agierte zum wiederholten Mal zu passiv und spielte statt dem Longline einen schwachen Cross. Aus dem Breakball wurde nichts, Murray glich aus und schaffte im elften Game seinerseits den vorentscheidenden Servicedurchbruch. Das abschliessende Game gewann er zu Null. Grossbritannien darf weiter vom ersten heimischen Wimbledon-Champion seit Fred Perry im Jahr 1936 träumen.

Am Freitag trifft Murray auf den 2,03 Meter langen Polen Jerzy Janowicz, den zweiten Finalisten ermitteln Novak Djokovic und Juan Martin Del Potro.

Hier geht es zu den kompletten Resultaten und Feldern von Wimbledon.

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