«Roger, soll ich zurücktreten?»

Weshalb ein italienischer Tennisjournalist nach Federers Kantersieg gegen Berrettini an seinen Fähigkeiten zweifelt.

Der italienische Tennisjournalist Ubaldo Scanagatta zweifelt nach Federers Kantersieg gegen Berrettini an seinen Fähigkeiten. (Video: Twitter)

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Der italienische Journalist Ubaldo Scanagatta, Chef der Website «Ubitennis», ist im Tenniszirkus bekannt wie ein bunter Hund. Seine Fragen sind teilweise berüchtigt, und auch selber liefert er immer wieder Randgeschichten. Zum Beispiel Anfang Jahr am Australian Open, als er während einer Pressekonferenz einnickte und von Rafael Nadal danach hochgenommen wurde. «Heute ist es wohl nicht interessant?», fragte ihn der Spanier.

Scanagatta schreibt seit den Zeiten von Björn Borg über Tennis, hat weit über hundert Grand-Slam-Turniere abgedeckt. Entsprechend hat er das Gefühl, etwas von Tennis zu verstehen. Am Montag allerdings kam sein Weltbild ins Wanken. In seiner Vorschau auf den Achtelfinal zwischen Roger Federer und Matteo Berrettini schrieb er, wenigstens könne der Römer nicht gerade 1:6, 2:6, 2:6 verlieren, zumal er ja auch einen sehr guten Aufschlag habe. Stunden später war das Unwahrscheinliche eingetroffen, hatte Federer Berrettini tatsächlich exakt 6:1, 6:2, 6:2 besiegt. Dabei hatte der dreifache Turniersieger auf Rasen Stuttgart gewonnen und in Halle die Halbfinals erreicht.

Federers Matchball gegen Berrettini. (Video: SRF)

Scanagatta erzählte seine Story an der Pressekonferenz dann auch Federer. «Und jetzt willst du wissen, ob du den Job wechseln sollst oder nicht? Denk mal darüber nach», sagte Federer lachend. Der Dialog ging noch etwas weiter, ehe Scanagatta – mit Schalk in der Stimme – von Federer wissen wollte: «Roger, soll ich jetzt wirklich zurücktreten oder nicht?» Der achtfache Champion zeigte Gnade: «Noch nicht. Warte noch ein paar Tage, dann sehen wir weiter.»

Erstellt: 09.07.2019, 14:28 Uhr

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