«Roger wird noch erfolgreicher sein»

Tony Godsick erwartet von seinem Klienten und Partner Roger Federer auch nach der Spielerkarriere Grosses. Ein wichtiges Puzzleteil soll der Laver-Cup sein.

Abklatschen mit dem Maestro: Roger Federer bei der Promo-Veranstaltung für den Laver-Cup. Foto: Getty Images

Abklatschen mit dem Maestro: Roger Federer bei der Promo-Veranstaltung für den Laver-Cup. Foto: Getty Images

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Tony Godsick spricht gerne, viel und engagiert. Interviews gibt Roger Federers Manager und ­Geschäftspartner der Agentur Team8 aber sehr zurückhaltend. Mit einer Ausnahme: wenn es um den Laver-Cup geht, der nun in Chicago zum zweiten Mal stattfindet. Denn dieser sportlich umstrittene Kampf zwischen einem «Team Europa» und einem «Team Welt» ist wie für Federer auch für ihn eine Herzensangelegenheit. Ein Scheitern wäre für beide ein harter Rückschlag.

Gegenüber der amerikanischen Website Tennis.com machte der 47-jährige Amerikaner in Chicago einige bemerkenswerte Aussagen. «Viele sagen, das sei eine Konkurrenz für den Davis-Cup. Da muss ich lachen, denn er ist komplett anders, und er dauert auch nur drei Tage», verteidigte er den Laver-Cup.

Geschäftspartner: Tony Godsick (links) und Mirka Federer in Wimbledon. Foto: Keystone

Der Wettbewerb sei auch nicht aus kommerziellen Gründen entstanden. «Das Ziel ist es nicht, damit heute Geld zu verdienen, sondern einen Anlass zu schaffen, an dem alle spielen wollen und auf den sich alle jedes Jahr freuen. Wenn uns das gelingt und wir gut arbeiten, wird er auch profitabel sein.» Im ­Moment werden die Spieler mit hohen Gagen geködert – die Topstars erhalten Antrittsgelder in Millionenhöhe. Dazu bekommt jeder im Siegerteam 250'000 Dollar Preisgeld.

Showtime in Chicago

So ungewiss die Zukunft der Veranstaltung ist, die nächstes Jahr in Genf ausgetragen wird, so prunkvoll wird die zweite Austragung inszeniert. Wie das Debüt in Prag soll auch Chicago zum vollen Erfolg werden, egal, was es kostet. Gespielt wird im United Center, dem Heimstadion der Bulls, wo 23'500 Zuschauer Platz finden. Die Eröffnungs­zeremonie fand am Mittwoch im spektakulären Pritzker Pavilion im Zentrum der «Windy City» statt. Wie in Prag werden die Teams durch Björn Borg und John McEnroe angeführt. Die Startpartien wurden gestern in einer grossen TV-Show präsentiert, danach stieg ein Galaabend.

Vom europäischen Siegerteam 2017 sind nur noch Federer und Alexander Zverev dabei. Rafael Nadal sagte schon vor seiner Knieverletzung ab, mit Marin ­Cilic und Dominic Thiem verzichteten zwei weitere Top-10-Spieler. Dafür gibt Novak Djokovic sein Debüt, der Wimbledon- und US-Open-Sieger. Mit einem Durchschnitts-Ranking von 7,3 sind die Europäer erneut massiv stärker besetzt als der Gegner. Dessen Sextett verlor mit Juan Martin Del Potro seinen vorgesehenen Leader kurzfristig und ist im Schnitt nur auf Rang 19,5 rangiert. Das muss nichts heissen. Denn McEnroes Team ist eher stärker als vor einem Jahr, als der Cup erst im letzten Spiel zwischen Federer und Kyrgios entschieden wurde. Es gab nur zwei Mutationen: Für Shapovalov und Querrey kamen Anderson und Schwartzman.

Godsicks Prognose

Gegenüber Tennis.com schwärmte Godsick auch von Federer und gab einige Hinweise, in welche Richtung dessen Leben sich nach dem Rücktritt entwickeln könnte. «Ich denke, er wird danach noch mehr Erfolg haben. Denn er ist strategisch brillant», so Godsick. «Er wird erfolgreich sein in allem, das er unternimmt, ob es sich um seine Stiftung handelt, er eine Organisation führen oder in der lokalen Schule seiner Kinder eine Rolle übernehmen will. Denn er hat eine verblüffende Art, mit Leuten zu kommunizieren, und er ist sehr zugänglich.» So gut er als Tennisspieler sei – als Mensch sei er noch besser. So werde er bis Ende Jahr seine Stiftung schon mit 50 Millionen Dollar unterstützt haben.

10 prägende Figuren aus 50 Jahren US Open: Wie Jimmy Connors die New Yorker begeisterte und Serena Williams eine Partie ohne ausgespielten Matchball verlor. Video: Paula Steiger

Er könne sich vorstellen, dass ihre Agentur irgendwann auch einen wichtigen Tennisanlass besitzen werde, so Godsick. Ihr Fokus sei aber nicht auf das Tennis beschränkt, andere Sportarten würden in Betracht gezogen. Vorerst aber steht der Laver-Cup im Zentrum, auch für Federer.Er sei für ihn wie ein Baby, schrieb die «New York Times». Die ­Spekulation, dass Federer über seine Spielerkarriere hinaus Ziehvater bleibt, ist nicht gewagt.

Erstellt: 20.09.2018, 22:44 Uhr

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