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Sie spielt auch wegen Federer für die Schweiz

Die beste Juniorin des Landes hat einen Multi-Kulti-Hintergrund, heisst Lulu Sun und spielt nur aus Zufall für Swiss Tennis.

«Ich bin schon froh, einmal in einem Viertelfinal zu sein»: Lulu Sun am Juniorenturnier des Australian Open. (Archivbild)
«Ich bin schon froh, einmal in einem Viertelfinal zu sein»: Lulu Sun am Juniorenturnier des Australian Open. (Archivbild)
Sarah Stier/Getty Images, AFP
Lulu Sun ist als Nummer 20 der Juniorenweltrangliste die bestklassierte Schweizerin. (Archivbild)
Lulu Sun ist als Nummer 20 der Juniorenweltrangliste die bestklassierte Schweizerin. (Archivbild)
Sarah Stier/Getty Images, AFP
Letztes Jahr konnte Sun bereits alle Grand-Slam-Turniere spielen – 2019 nun wolle sie alles geben, wenn möglich eines gewinnen. (Archivbild)
Letztes Jahr konnte Sun bereits alle Grand-Slam-Turniere spielen – 2019 nun wolle sie alles geben, wenn möglich eines gewinnen. (Archivbild)
Peter Klaunzer, Keystone
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Ihr Name tönt chinesisch, ihr Aussehen ist asiatisch und in ihrer Biografie spielen auch die Länder Neuseeland, China, Kroatien und die Schweiz eine Rolle. Lulu Sun, die im Juniorenturnier des Australian Open bis in die Viertelfinals vorstiess, weist einen auf den ersten Blick verwirrenden Multikulti-Hintergrund auf. Und das kommt so.

Lulu Sun, die teilweise von der WTA auch noch mit dem Nachnamen ihres kroatischen Vaters (Radovcic) geführt wird, kam am 14. April 2001 in Neuseeland zur Welt. Ihre Mutter war aus China zu ihrer Grossmutter ausgewandert, zusammen mit Lulus Schwester. «Meine Muttersprache ist englisch, aber als ich klein war, sprach ich mit meiner Mutter daneben auch chinesisch.»

Als Achtjährige kam Lulu mit ihrer Mutter in die Schweiz, im Jahr 2008. Sie hatte begonnen Tennis zu spielen, wurde immer besser und von Swiss Tennis entdeckt und unterstützt. Mittlerweile ist sie 17 und als Nummer 20 der Juniorenweltrangliste die bestklassierte Schweizerin. Ihre Einbürgerung erfolgte erst letztes Jahr. «Ich wollte die Olympic Youth Games bestreiten, und das war nur erlaubt, wenn ich den Schweizer Pass hatte.» Es ist ihr dritter Pass, nach dem neuseeländischen und dem kroatischen.

«Schaute zu Federer hoch»

Warum sie sich entschloss, für die Schweiz zu spielen? Lulu Sun antwortet in einem etwas holprigen Französisch. Das war einige Zeit ihre Schulsprache, ehe sie mehr und mehr Turniere spielte, sich auf die Online-Ausbildung konzentrierte, die allerdings in Englisch stattfanden. «Die Schweiz gefällt mir gut, und ich schaute zu Federer hoch. Es gibt nicht so viele Spieler in der Schweiz.» In Australien kümmert sich neben ihrer Mutter auch ihr Stiefvater um sie, ein gewisser Sinclair Hoffmann, der deutscher Abstammung ist, aber in England aufwuchs. Die beiden haben die Familie inzwischen um zwei Jungen vergrössert. Er betrachte sich nicht als ihr Coach, helfe ihr aber bei der Karriereplanung und im Alltag, sagt er.

Lulu Sun wohnt in Founex bei Nyon, die Waadtländerin trainiert in Genf und teilweise in Nyon, immer wieder aber auch in den USA (Naples). Die Linkshänderin ist inzwischen N2 klassiert und die Nummer 15 des Landes, in der WTA-Weltrangliste findet man sie auf Rang 573. «Ich konnte schon letztes Jahr alle Grand-Slam-Turniere spielen, und das war eine gute Erfahrung», sagt sie. Dieses Jahr nun wolle sie alles geben, wenn möglich eines gewinnen. «Aber ich bin schon froh, einmal in einem Viertelfinal zu sein.»

Im Viertelfinal traf sie in der Nacht auf heute erstmals auf die Russin Anastasia Tichonowa. Es war ihre fünftes Einzel an diesem Turnier, und bei grosser Hitze verlor sie es 6:7, 6:4, 4:6.

Lulu Sun hat klare Ziele: «Ich möchte Profi werden, deshalb spiele ich auch dieses Jahr mehr Weltranglistenturniere, damit ich meine Klassierung verbessere» Vor dem Australian Open spielte sie bereits ein solches ITF-Turnier in Adelaide, wo sie sich qualifizierte, eine Runde und das Doppel gewann, danach auch noch ein anderes Juniorenturnier. «Inzwischen bin ich schon vier Wochen in Australien», sagt sie und lacht.

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