Bencic spielt gegen die Nummer 1 – und verpasst Federer

Die beste Schweizerin trifft in Indian Wells auf Naomi Osaka – ihr entgeht dadurch das Duell zwischen Federer und Wawrinka.

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Belinda Bencic braucht an diesem bewölkten Montag nur 77 Minuten, bis die Gegnerin ihr gratulieren muss. Doch das 6:4, 6:2 gegen Jekaterina Alexandrowa (WTA 59), die zuvor Caroline Wozniacki besiegt hatte, war ein trügerisches Resultat. Denn die 24-jährige Russin kam zu doppelt so vielen Breakchancen wie sie (14:7), machte daraus aber nur halb so viele Breaks (3:6). «Ich fühlte mich gut und bin inmitten einer Siegesserie», sagte Bencic. «Ich merke, dass ich die nötige Wettkampfhärte habe.» Tatsächlich hat sie mit dem Fed-Cup gegen Italien, dem Turniersieg in Dubai und den zwei überstandenen Runden in Kalifornien nun schon zehn Siege in Folge im Rücken.

Die Ausgangslage könnte damit kaum besser sein für ihren Achtelfinal am fünftgrössten Turnier der Saison, ihrem zweiten in Indian Wells (nach 2015). In diesem trifft sie in der Nacht auf Mittwoch (ab 2 Uhr MEZ) auf die US-Open- und Australian-Open-Siegerin Naomi Osaka, die neue Weltranglistenerste. Der ein halbes Jahr jüngeren Japanerin fühlt sie sich verbunden, weil sie das gleiche Geburtsjahr hat und zeigt, was für diese Generation alles möglich ist. «Ihre Erfolge motivieren und inspirieren mich», sagte Bencic, «der 1997er-Jahrgang ist ohnehin sehr stark.»

Im Gegensatz zur Japanerin hat sie ihren 22. Geburtstag seit Sonntag schon hinter sich. Sie habe in Indian Wells am Morgen etwas trainiert, sich dann ausgeruht, etwas geschlafen und sich abends – wie immer – in der Cheesecake Factory mit einem Kuchen verwöhnt, mit ihrem Vater Ivan sowie ihrem Freund und Fitnesstrainer. «Er hiess Red Velvet und war sehr süss. Aber für mich kann es nie genug süss sein.»

Das letzte Duell mit Osaka gewann Bencic

Auf Naomi Osaka traf Bencic bisher zweimal, allerdings noch nie auf der WTA-Tour. 2013 unterlag sie ihr an einem kleinen Sandturnier in Pelham. Die zweite Begegnung, am Hopman-Cup 2018, vermochte Bencic zu gewinnen (7:5, 6:3). Seither hat die in den USA lebende Asiatin aber einen kometenhaften Aufstieg hinter sich. Der einzige Schönheitsfehler des Achtelfinals ist aus Schweizerin Sicht die Ansetzung: Wenn Bencic um 18 Uhr Lokalzeit im zweitgrössten Stadion spielen muss, steht gleichzeitig im Hauptstadion das Duell zwischen Roger Federer und Stan Wawrinka auf dem Programm. «Diese Partie hätte ich auch gerne gesehen», sagte sie.

Gegen Alexandrowa hatte sie auch dank ihrer Spielintelligenz und Ballsicherheit gesiegt, die sie stark von der Gegnerin abhoben. «Es war mega unangenehm gegen sie. Sie verschlug einfachste Bälle, dann spielte sie wieder grossartige Winner. Ich hatte sie auf Youtube etwas studiert und keine Ahnung gehabt, wie ich gegen sie spielen sollte», sagte sie. «Es ging nur darum, ihre ersten Schläge zu überstehen.» So viele Geschenke, wie ihr Alexandrowa bereitete, kann sie von Osaka nicht mehr erwarten.

Erstellt: 12.03.2019, 02:11 Uhr

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