Signale einer potenziellen Nr. 1

Belinda Bencic ist eine moderne Version der 18-fachen Grand-Slam-Siegerin Chris Evert.

Alle Erwartungen übertroffen: Belinda Bencic dreht nach ruhigeren Monaten auf.

Alle Erwartungen übertroffen: Belinda Bencic dreht nach ruhigeren Monaten auf. Bild: Keystone

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Um Belinda Bencic war es in den ersten Monaten der Saison ziemlich ruhig geworden. Umso auffälliger meldete sie sich mit Beginn der Rasensaison zurück – und schon der Start in die nordamerikanische Hartplatzserie brachte eine erneute Steigerung und den Vorstoss in die Top 15. Trotz der Minikrise zu Jahresbeginn, als sie fünf ihrer sechs ersten Partien verlor, hat die Ostschweizerin die Erwartungen 2015 bereits wieder übertroffen und in noch weitere Höhen geschraubt.

Die Siege von Toronto, speziell jener gegen Serena Williams, sind ein starkes Signal. Sie zeigen, dass sie und ihr Vater Ivan, dem sie auf dem Court mit rührenden Worten für seine Unterstützung dankte, alles richtig gemacht haben. Dabei profitierten sie aber auch von der glücklichen Konstellation, dass Roger Federer, Stan Wawrinka und nicht zuletzt Timea Bacsinszky dem Schweizer Tennis derart viele Erfolgsmeldungen lieferten, dass Bencics Baisse keine grosse Aufmerksamkeit erhielt, sie und ihr Team in Ruhe arbeiten konnten.

Mit ihrem Auftreten in Kanada, das eine TV-Reporterin als «wie von einem anderen Planeten» bezeichnete, hat sich Bencic so klar wie nie zuvor als potentielle Nummer 1 und Grand-Slam-Siegerin präsentiert. Ihre Fortschritte sind frappant: Der Newcomer des Jahres 2014 ist eine moderne Version der 18-fachen Grand-Slam-Siegerin Chris Evert; unheimlich schnell auf den Beinen und mit den Händen, fast fehlerfrei von der Grundlinie, ballsicher und tempofest, und längst sind auch ihr Aufschlag und der Return zu Stärken geworden.

Vor allem aber scheint Bencic jenes unsichtbare Elixier mitzubringen, das die grossen Champions auszeichnet und sie schon früh vom Rest abhebt: Die Gabe, in wichtigen Momenten ihr bestes Tennis zu produzieren, eine Selbstverständlichkeit des Siegens und eine Winnermentalität, die nicht erlernt werden kann. Wer schon mit 18 die Nummer 1 schlägt, der weiss auch, dass Selbstzweifel unangebracht sind.

Erstellt: 17.08.2015, 08:01 Uhr

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