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So holt Federer am US Open Rang 1

Nach dem frühen Aus Nadals in Cincinnati könnten in New York schon die Viertel- oder Halbfinals reichen.

Der Spitze nahe: Federer. Foto: Getty Images
Der Spitze nahe: Federer. Foto: Getty Images

Die erste Chance, erstmals seit November 2012 noch einmal an die Weltrang­listenspitze zurückzukehren, konnte ­Roger Federer in Cincinnati nicht wahrnehmen. Der Rücken zwang ihn zum Forfait an jenem Masters-Turnier, das er schon siebenmal und damit am häufigsten gewonnen hat. Danach stand bereits fest, dass Rafael Nadal heute auf Rang 1 zurückkehren würde. Dennoch hätte das viertgrösste amerikanische Turnier für den 36-jährigen Wimbledon-Sieger schlechter verlaufen können. Durch ­Nadals Niederlage im Viertelfinal gegen Nick Kyrgios eröffnet sich ihm am US Open, das in einer Woche beginnt, ­bereits die nächste grosse Chance, es selber nochmals zu schaffen.

Sollte Federer in New York an seine Glanzresultate der bisherigen Saison anknüpfen können und sein Rücken wieder mitspielen – was sich gemäss unbestätigten Quellen abzeichnet –, sieht seine Lage nicht schlecht aus. Er muss am US Open gegenüber Nadal netto 320 Punkte aufholen, während Murray nach Abzug der letztjährigen Ergebnisse in New York bereits hinter ihm liegt (siehe Tabelle). Das bedeutet konkret:

  • Gewinnt er seinen 6. Titel in Flushing Meadows, wird er auf jeden Fall Erster.
  • Erreicht er den Final, ist er nur dann in drei Wochen nicht die Nummer 1, wenn der Sieger Murray oder Nadal heissen sollte.
  • Scheidet er im Halbfinal aus, müsste Nadal früher als er verlieren und dürfte Murray nicht den Final erreichen, damit er es trotzdem schafft.
  • Im für Federer besten Fall könnte er seine 303. Woche an der Spitze sogar nach einer Viertelfinalniederlage in Angriff nehmen. Dazu müsste Nadal aber im Startspiel verlieren und dürfte Murray, der Montreal und Cincinnati wegen einer Hüftverletzung ausliess, nicht die Halbfinals erreichen.

Bildstrecke: Tennis-Rekorde

Die längste Siegesserie:Roger Federer ist auf Rasen und Hartplatz die klare Nummer 1, was Siege in Serie angeht. «Belagsübergreifend» jedoch führt kein Weg an Guillermo Vilas vorbei. Er gewann zwischen Juli und Oktober 1977 46-mal in Folge.
Die längste Siegesserie:Roger Federer ist auf Rasen und Hartplatz die klare Nummer 1, was Siege in Serie angeht. «Belagsübergreifend» jedoch führt kein Weg an Guillermo Vilas vorbei. Er gewann zwischen Juli und Oktober 1977 46-mal in Folge.
Keystone
Die meisten Turniersiege an Grand-Slam-Turnieren:Rafael Nadal gewann das French Open sagenhafte zehnmal. Damit ist er alleiniger Rekordhalter. Wenn er sich für den Final qualifizierte, gewann er auch. Vier- von zehnmal gegen Federer.
Die meisten Turniersiege an Grand-Slam-Turnieren:Rafael Nadal gewann das French Open sagenhafte zehnmal. Damit ist er alleiniger Rekordhalter. Wenn er sich für den Final qualifizierte, gewann er auch. Vier- von zehnmal gegen Federer.
Keystone
Noch beeindruckender, aber ausser Federers Konkurrenz, ist übrigens, was die Deutsche Steffi Graf 1988 erreichte: Neben den vier Turnieren French Open, Wimbledon, US Open und Australian Open gewann sie in Seoul auch Olympiagold.
Noch beeindruckender, aber ausser Federers Konkurrenz, ist übrigens, was die Deutsche Steffi Graf 1988 erreichte: Neben den vier Turnieren French Open, Wimbledon, US Open und Australian Open gewann sie in Seoul auch Olympiagold.
Keystone
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Angesichts der ungewöhnlichen Lage mit den Verletzungen der letztjährigen US-Open-Halbfinalisten Djokovic, Wawrinka und Nishikori, die die Saison alle schon abgebrochen haben, würde es ­wenig überraschen, sollte Federer die Thronübernahme nochmals gelingen. Zumal auch Nadals Form zuletzt nicht überzeugte, war er doch schon in Montreal mit dem jungen Kanadier Denis ­Shapovalov im Achtelfinal einem Aussenseiter unterlegen, gleich wie zuvor in Wimbledon (Gilles Muller).

Hingis top, Halep enttäuscht

Ebenso wenig überraschte, dass in Cincinnati angesichts der vielen Verletzen mit Nick Kyrgios (ATP 23) und Grigor Dimitrov (11) in der Nacht auf heute zwei Spieler um ihren ersten Masters-Titel kämpfen konnten. Der Australier (gegen Ferrer) und der Bulgare (gegen Isner) ­erreichten beide ihren bisher grössten Final mit dem Skore von 7:6, 7:6.

Im Endspiel der Frauen vergab ­Simona Halep eine weitere Chance, erstmals die Nummer 1 zu werden. Die ­Rumänin unterlag Wimbledon-Siegerin Garbiñe Muguruza und holte in der 56-minütigen Partie nur ein Game. Die Tschechin Karolina Pliskova steht damit weiterhin zuoberst, obwohl auch sie im Halbfinal der Spanierin unterlegen war.

Martina Hingis/Chan Yung-Jan sicherten sich derweil ihren sechsten gemeinsamen Turniersieg im Doppel. Das schweizerisch-taiwanische Duo schlug im Final der zweithöchsten Turnierkategorie die ungesetzten Hsieh Su-Wei/­Monica Niculescu 6:4, 4:6, 10:7. Für die 36-jährige Hingis war es der 61. Titel im Doppel.

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