So muss Federer gegen Djokovic spielen

Diese fünf Punkte muss der Schweizer im Wimbledon-Final beherzigen, will er den Serben bezwingen.

Die Highlights des Gigantenduells: Im Halbfinal gegen Rafael Nadal spielte Roger Federer wie aus einem Guss. Video: AP

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1. Gut aufschlagen

Natürlich, ein guter Aufschlag ist gegen jeden Gegner von Vorteil. Aber besonders gegen Novak Djokovic, den besten Returnspieler, ist Federer auf eine eine möglichst hohe Quote an Aufschlägen angewiesen, die der Serbe nicht zurück ins Feld spielen kann. Mindestens zwei, besser drei Aufschläge pro Game. Weil sein Service gegen Rafael Nadal so gut funktionierte, konnte Federer auch bei den Returngames freier aufspielen. Entscheidend ist beim Aufschlag, dass er Djokovic immer wieder überraschen kann. Sein Gegner hat auf dem Weg in den Final 73 Prozent aller Aufschläge zurück ins Feld gebracht - gegen Federer muss diese Quote unter 70 Prozent sinken.

2. Slice spielen

Gegen Linkshänder Rafael Nadal war es wichtig, dass Federer die Rückhand möglichst oft mit Topsin spielte, um sich in den Crosscourt-Duellen nicht nach hinten drücken zu lassen. Denn keiner versteht es so gut wie Nadal, den Ball mit der Vorhand «auszugraben», auf den Slice zu attackieren. Bei Djokovic ist das anders: Er hat den Slice nicht so gerne, spielt bei den Rückhand-Duellen viel lieber Topsin. Und mit dem Slice kann Federer auch einmal das Tempo aus den Ballwechseln herausnehmen und kurz durchschnaufen, um dann wieder zu beschleunigen.

3. Angreifen

Klar ist: Federer wird diesen Final nicht von der Grundlinie aus gewinnen. Das ist die Domäne von Djokovic. Er spielt den Ball auch 50 Mal übers Netz, wenn er muss. Interessant sind die Statistiken aus den beiden Wimbledon-Finals der beiden. 2014 gewann Djokovic 93 Grundlinenduelle, Federer 65. 2015 stand es von der Grundlinie aus 72 zu 50 für den Serben. Die Kunst ist es für Federer zu spüren, wann er angreifen soll. Was gut ist: Djokovic spielt nicht ganz so gute Passierbälle wie Nadal.

4. Kurze Bälle einstreuen

Nicht umsonst bezeichnet man Djokovic, wenn er in Form ist (wie jetzt), als «Djokomachine». Denn er liebt es, im Rhythmus zu sein, hin und her zu wetzen an der Grundlinie, immer wieder den gleichen Ball zu spielen. Es wird nicht zu vermeiden sein, dass sich viele Ballwechsel nach seinem Gusto abspielen. Aber Federer muss versuchen, immer mal wieder den Rhythmus des Serben zu brechen. Dazu eignen sich kurze Bälle, um ihn ans Netz zu locken. Denn dort fühlt sich Djokovic nicht so wohl.

5. Das Publikum anfeuern

Mal eine geballte Faust mehr als sonst oder ein zusätzliches «Chumm jetzä» von Federer können in diesem Final nicht schaden. Er muss das Publikum, das zur Mehrheit hinter ihm stehen wird, dazu animieren, eine Rolle zu spielen, seine Sympathien für ihn lautstark zu äussern. Djokovic, der so gerne von allen geliebt würde, wird das wahrnehmen - und es wird ihn nerven. Im Halbfinal legte er sich sogar mit den Zuschauern an, als diese nach dem zweiten, von Roberto Bautista Agut gewonnen Satz applaudierten. Im verlorenen Paris-Halbfinal gegen Dominic Thiem wirkte er äuserst genervt. Man hat das Gefühl, es brodelt im Serben.

Erstellt: 14.07.2019, 13:12 Uhr

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