So schafft Federer den Sprung in die Halbfinals

Die Aufgabe nach der Niederlage gegen Thiem ist knifflig, aber keinesfalls unlösbar. Allenfalls könnte der Schweizer sich gar eine Niederlage gegen Djokovic erlauben.

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Am Sonntag wird es vier Jahre her sein, seit Roger Federer Novak Djokovic zum letzten Mal schlug. 7:5, 6:2 lautete das Resultat beim ATP-Finale 2015, ebenfalls in London. Es war Federers Ticket in den Halbfinal. Seither gab es gegen den Serben nur noch Niederlagen, vier an der Zahl. Am Donnerstag treffen die beiden Ausnahmeathleten im letzten Gruppenspiel zum 49. Mal aufeinander. Und mit etwas Glück könnte sich Federer da sogar eine Niederlage leisten, um doch noch in den Halbfinal von London zu kommen.

Vorher aber steht das Spiel gegen Matteo Berrettini an. Der 23-jährige Italiener ist zum ersten Mal beim Saisonfinale dabei und machte zum Auftakt eine ungemütliche Erfahrung. Drei Games, mehr holte er nicht gegen Djokovic, verlor 2:6, 1:6. Damit treffen am zweiten Spieltag die beiden Verlierer der ersten Runde aufeinander – und damit geht auch die Rechnerei los.

Zwei Siege und alles ist gut

Viel davon kann man sich aber ersparen, wenn Federer Berrettini schlägt. Zumindest vorerst. Denn mit einem Sieg gegen den Italiener hat der Schweizer alles in den eigenen Händen und kann – so viel ist klar – am Dienstagabend nicht ausscheiden. Dabei ist es ganz egal, was Thiem und Djokovic am Abend machen und ebenfalls egal, ob Federer sein Spiel in zwei oder drei Sätzen gewinnt.

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Geht Federer mit einem Sieg in den dritten Spieltag, liegt die Qualifikation für die Halbfinals in seinen eigenen Händen. Mit einem weiteren Sieg, gegen Djokovic, wäre sie ihm sogar kaum mehr zu nehmen. Verliert er aber gegen den Serben wird es wieder ungemütlich. Schlägt Djokovic nämlich auch Thiem und der Österreicher wiederum Berrettini (was zu erwarten ist), wäre Federer draussen. Djokovic stünde da bei drei Siegen, Thiem bei zwei, Federer bei einem.

Holt Federer in den verbleibenden zwei Spielen noch zwei Siege muss wohl der Rechenschieber her. Womöglich haben am Schluss nämlich sowohl der Schweizer als auch Djokovic und Thiem je zwei Siege auf dem Konto. Alle hätten Berrettini geschlagen und sich gegenseitig Siege abgeknöpft. Bei dieser Konstellation würden die gewonnenen Sätze entscheiden, gibt es nur Zweisatzsiege, die gewonnenen Games.

Was, wenn nicht alle Berrettini schlagen?

Doch auch diesen Berrettini muss man erst einmal schlagen. Djokovic ist es gelungen, Federer versucht gleiches am Dienstagnachmittag (ab 15 Uhr im Ticker). Gelingt es ihm nicht, muss er ab 21 Uhr wieder bangen. Holt Djokovic gegen Thiem seinen zweiten Sieg, ist Federer draussen. Denn auch einer aus dem Duo Berrettini/Thiem wird am Donnerstag im direkten Duell seinen zweiten Sieg holen. Da könnte Federer Djokovic zum Abschluss auch 6:0, 6:0 bezwingen.

Eine verrückte – und nicht ganz unwahrscheinliche – Konstellation gibt es noch. Djokovic gewinnt alle drei Spiele, Federer, Berrettini und Thiem klauen sich gegenseitig die Siege und stehen am Schluss alle bei zwei Niederlagen und einem Sieg. Thiem hat seinen bereits gegen Federer geholt, dieser schlägt am Dienstag Berrettini und der Italiener zum Abschluss am Donnerstag Thiem. Auch da würde die Entscheidung über die gewonnenen Sätze und allenfalls Games fallen. Ganz viel Rechnerei also, der Federer etwas zuvorkommen könnte: mit Siegen gegen Berrettini und Djokovic. (mro)

Erstellt: 12.11.2019, 13:28 Uhr

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