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So viel Geld ist der Davis-Cup-Sieg wert

Das Duo Federer/Wawrinka ist ein Segen für das Schweizer Tennis. Und neben dem Geld gibts heute für den Lausanner in seiner Heimat eine noch schönere Bescherung.

Heiter und vergnügt: Roger Federer erklärt die Grosstat.

Zu Ehren von Stan Wawrinka, der gegen Jo-Wilfried Tsonga am Freitag – vor Roger Federers Niederlage gegen Gaël Monfils – den so wichtigen ersten Sieg bewerkstelligte, feiert das Schweizer Davis-Cup-Team seinen Triumph in Lausanne, genauer auf der Place de la Navigation. Die Party beginnt am Montag um 16 Uhr. Es sei Federer gewesen, der auf Lausanne gedrängt habe, so René Stammbach, Präsident von Swiss Tennis – «als Hommage an Stan».

Gemäss dem Zurzacher, der selber mit Wawrinka gut befreundet ist, resultiert aus dem Davis-Cup-Jahr für den Verband ein Reingewinn in der Grössenordnung von zwei Millionen Franken; er wird in die Kasse Nachwuchsförderung/Spitzensport fliessen. Der Final selber brachte Swiss Tennis mit den Kosten der Delegation und Betreuung der Gäste einen Verlust von etwa 400'000 Franken. Bei einer Niederlage wäre er noch höher gewesen, da der Verlierer als Werbeentschädigungen von der ITF weit weniger erhält als der Champion (348'464 Dollar).

Am Ziel: Die Schweizer stemmen im Konfettiregen den Davis Cup in die Höhe.
Am Ziel: Die Schweizer stemmen im Konfettiregen den Davis Cup in die Höhe.
AFP
Grosse Emotionen: Der Davis-Cup-Triumph ist für Roger Federer nach dem Matchball gegen Richard Gasquet.
Grosse Emotionen: Der Davis-Cup-Triumph ist für Roger Federer nach dem Matchball gegen Richard Gasquet.
Reuters
Fürs Fotoalbum: Federer posiert vor dem kapitalen Match mit seinem Gegner Gasquet.
Fürs Fotoalbum: Federer posiert vor dem kapitalen Match mit seinem Gegner Gasquet.
Keystone
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«Salatschüssel» geht auf Reise

Swiss Tennis hat klare Vorstellungen, wie der Davis-Cup-Titel weiter zu Geld gemacht werden kann: Die Salatschüssel soll 2015 auf eine Reise durch die Schweiz geschickt werden, mit Ausgangsort Biel. Clubs, Firmen und Sponsoren können ihn sozusagen mieten, wobei das Geld der Stiftung Swiss Tennis zufliessen wird. Diese verfügt jetzt über 200'000 Franken, der Betrag soll durch diese Aktion auf gegen eine Million anschwellen. Der Verband beabsichtigt zudem, den Davis-Cup-Triumph in eine Kampagne einzubetten, die mehr Jugendliche zum Tennis locken soll. So wird im Frühling eine neue Juniorenkategorie für unter 10-Jährige eingeführt.

Wenn sogar der Präsident eine Träne verdrückt.

Einem amerikanischen Journalisten erklärte Stammbach, dass in der Schweiz seit Jahren ein «Federer-Effekt» zu spüren sei: Dieser lasse sich daran erkennen, dass trotz der ständig steigenden Konkurrenz durch andere Sportarten die Mitgliederzahl im Juniorenbereich gehalten werden konnte.

Langes Gespräch mit Federer

Persönlich habe er immer geglaubt, dass Federer den Davis-Cup einmal gewinnen werde, sagte Stammbach, «auch wenn die Zeit langsam knapp wurde». Seit 2006 habe der Verband darauf hingearbeitet. Und er erzählte, wie er Ende 2010 über zwei Stunden in Stockholm mit ihm gesprochen hatte, nachdem die Schweiz in Kasachstan 0:5 verloren hatte. Sie war abgestiegen und Federer für sein Fernbleiben in die Kritik geraten. Damals habe ihm dieser versprochen: «Der Zeitpunkt, an dem ich voll für den Davis-Cup da bin, wird kommen. Er ist jetzt nicht da, aber er wird kommen, vertrau mir.» Das habe er getan.

Auch am Tag des grossen Triumphs vergass Stammbach seinen langjährigen Weggefährten Erik Keller nicht, den früheren Vizepräsidenten von Swiss Tennis und Chef des Ressorts Davis-Cup, der im Mai mit 65 Jahren verstarb. «Die einzigen Tränen, die ich heute vergoss, vergoss ich wegen ihm.»

Der lange, lange Weg zum helvetischen Tennis-Wunder: Lesen Sie im Multimedia-Special, was den Triumph beim Davis-Cup-Final erst möglich machte.

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