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Stan, der Superheld

An normalen Turnieren verliert Wawrinka oft die Geduld. Bei den Grand Slams ist er herausragend stark.

Was für ein Pariser Halbfinal! Er bot so viele wahnwitzige Wendungen wie die skandinavischen Krimiserien. Und immer wieder dachte man: Das war es für Stan Wawrinka. Wie hart und präzise er auch auf den Ball schlug, fast immer hatte Andy Murray eine Antwort. Wawrinka litt und haderte, war mehrmals versucht, sein Racket zu zertrümmern. Doch er blieb stets dran und schaffte es zuletzt, den zähen Schotten zu zermürben. Reisst Wawrinka an normalen Turnieren schnell einmal der Geduldsfaden, scheint er an Grand Slams in ein Superhelden-Kostüm zu schlüpfen, das ihm eine herausragende mentale Stärke verleiht.

Gegen Murray spielte er zum 24. Mal in seiner Karriere gegen die aktuelle Weltnummer 1 - zum vierten Mal gewann er. Seine Siege spart er sich für die speziellen Momente auf: für seine drei Grand-Slam-Finals in Melbourne 2014, Paris 2015 und New York 2016 und nun für den French-Open-Halbfinal 2017. Sein Erfolg gegen Murray war deshalb bemerkenswert, weil er nicht wie bei anderen grossen Siegen spielte wie in Trance. Er verschlug immer wieder auch in wichtigen Momenten, liess sich aber nie entmutigen und suchte fieberhaft nach Lösungen.

Im Vergleich zum Spieler, der er vor dreieinhalb Jahren bei seiner Grand-Slam-Premiere war, ist Wawrinka kompletter geworden. Wenn Plan A nicht funktioniert, hat er auch einen Plan B oder C. Das heisst nicht, dass er auch seinen vierten Major-Final gewinnen wird, gegen Rafael Nadal. Doch um Stan, den Superhelden, zu schlagen, wird auch der Sandkönig eine aussergewöhnliche Leistung brauchen.

Dieser Ballwechsel bringt Wawrinka in den Final. Video: Tamedia/SRF

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