Stan und der verrückte Italiener

Stan Wawrinka ist in Paris gegen Fabio Fognini klarer Favorit. Wie klar, hängt davon ab, welche Version des Rivalen heute auf dem Platz erscheint.

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Geht es nach der Definition von Rafael Nadals Onkel und Coach Toni gehört Fabio Fognini zu den nicht sonderlich begabten Spielern. «Talent ist die Fähigkeit, hart zu arbeiten und auch zu gewinnen, wenn du schlecht spielst», sagt Toni Nadal.

Wer aber Talent als feines Händchen und einen Anflug von Genie definiert, sieht im 30-Jährigen aus dem Musikmekka Sanremo ein Supertalent. Nur überträgt sich dies zu selten in herausragende Resultate. Nicht selten ist das Temperament des als Nummer 28 gesetzten Italieners, der das Image als Enfant terrible trägt, dafür verantwortlich.

Die heikle Beziehung zum Rasen-Mekka

Zu Wimbledon hat der Sand-Liebhaber Fognini der alle seine vier ATP-Titel auf der roten Unterlage errungen hat, eine besonders belastete Beziehung. 2014 schaffte er es, in drei Spielen 27'500 Dollar an Bussgeldern anzuhäufen – wegen unsportlichen Verhaltens und obszöner Gesten. Beim US Open produzierte er im gleichen Jahr einmal in 112 Ballwechseln 64 unerzwungene Fehler. Ein Jahr später präsentierte Fognini dem amerikanischen Publikum dafür seine beste Seite. In der 3. Runde siegte er gegen Rafael Nadal nach einem 0:2-Satzrückstand.

Die Grimassenparade des French Open

Die Fans verzückt der charismatische Azzurro immer wieder, doch für die Gegner ist es nicht einfach. «Nein, ich spiele nicht besonders gerne gegen diese Art Spieler», gab Stan Wawrinka am Donnerstag freimütig zu. «Du weisst nie, was dich erwartet.»

Die Vorzeichen stehen nicht schlecht, dass Wawrinka heute einen ausgeglichenen, konzentrierten und deshalb gefährlichen Fognini vorgesetzt bekommt. «Bevor ich hierher kam, erlebte ich die schönsten Tage meines Lebens», verriet Fognini nach seinem souveränen Dreisatzsieg in der 2. Runde gegen Landsmann Andreas Seppi. Die Statistik spricht für den Romand: Er hat vier von fünf Duellen auf der Tour für sich entschieden.

Der Grund übrigens für den emotionalen Höhenflug von Fognini: Am 19. Mai, neun Tage vor dem Turnierstart, gebar seine Ehefrau Flavia Pennetta den gemeinsamen Sohn Frederico. Mit der mittlerweile zurückgetretenen US-Open-Siegerin von 2015 ist er seit knapp einem Jahr verheiratet. (fal/sda)

Erstellt: 03.06.2017, 09:26 Uhr

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