Zum Hauptinhalt springen

Sturm auf die Weltnummer 1

Martina Hingis dominiert an der Seite von Sania Mirza die Doppelszene und steht schon bald ihrer Partnerin vor der Sonne.

Allen Grund zum Strahlen: Martina Hingis und Sania Mirza nach ihrem bisher wichtigsten gemeinsamen Sieg in Wimbledon.
Allen Grund zum Strahlen: Martina Hingis und Sania Mirza nach ihrem bisher wichtigsten gemeinsamen Sieg in Wimbledon.
Keystone
Als Titelverteidigerin nach Singapur: Mirza siegte im Vorjahr mit Cara Black.
Als Titelverteidigerin nach Singapur: Mirza siegte im Vorjahr mit Cara Black.
Keystone
Vor 17 Jahren: Hingis gewinnt mit Jana Novotna das US Open und damit auch das vierte Doppel-Grand-Slam-Turnier des Jahres.
Vor 17 Jahren: Hingis gewinnt mit Jana Novotna das US Open und damit auch das vierte Doppel-Grand-Slam-Turnier des Jahres.
Keystone
1 / 4

Martina Hingis und Sania Mirza mischen seit März die Doppelszene so richtig auf. Seit Beginn ihrer Kooperation in Indian Wells hat die schweizerisch-indische Kombination schon vier Turniersiege und eine Finalqualifikation auf dem Konto. Durch den Triumph in Wimbledon, Hingis’ erstem Titel im All England Club seit 17 Jahren, hat sich das stärkste Paar des Jahres zudem als erstes Duo für die WTA-Finals qualifiziert, das Saisonfinalturnier in Singapur.

Sania Mirza ist derzeit die Nummer 1 der Weltrangliste, Hingis erste Verfolgerin mit einem Rückstand von 645 Punkten. Da die beiden auch weiterhin zusammen spielen – erstmals zu Beginn der nordamerikanischen Hartplatzserie ab Montag am Canadian Open in Toronto – und damit bei ihren Einsätzen gleich viele Punkte holen werden, müsste man nun eigentlich annehmen, dass jeder weitere Erfolg beide im Gleichschritt weiterbringt.

Mirza muss mehr Punkte verteidigen

Aufgrund des komplexen Punktesystems, welches die Resultate der letzten 52 Wochen berücksichtigt, stimmt dies allerdings nicht. Die erste Inderin auf dem Weltranglisten-Thron überhaupt hat aufgrund der Ergebnisse des Vorjahres, als beide noch getrennte Wege gegangen waren, bis Saisonende deutlich mehr Punkte zu ersetzen als die Ostschweizerin. Mirza spielte 2014 zwischen Ende Juli und Oktober (zusammen mit Cara Black) auf der WTA-Tour 4087 Punkte ein, Hingis in der gleichen Zeitspanne (mit Standardpartnerin Flavia Pennetta und bei einem Turnier mit Belinda Bencic) nur deren 3141. Das grösste Überholpotenzial besteht in der letzten Turnierwoche des Jahres: Mirza/Black holten für ihren Triumph in Singapur 1500 Punkte und Mirza kann diese bestenfalls kompensieren, Hingis hatte mit Pennetta trotz eines Schlussspurts die Qualifikation fürs Saisonfinale verpasst und kann nun voll punkten – mit Mirza.

Weiterspielen, gewinnen, ablösen

Hingis dominierte das Doppel Ende der Neunzigerjahre mit wechselnden Partnerinnen praktisch nach Belieben und führte das Doppel-Ranking während 35 Wochen an, letztmals am 19. März 2000 und damit vor etwa 5600 Tagen. Das Motto im verbleibenden Teil der Saison ist für sie so einfach wie ungewöhnlich: Mit der Standardpartnerin weiterspielen, mit ihr weiter gewinnen, damit keine Gefahr von den Nächstplatzierten droht (vor allem von Bethanie Mattek-Sands) und sie dann automatisch ablösen. Die 34-Jährige aus Trübbach würde damit ihrem beeindruckenden zweiten Comeback die Krone aufsetzen und aus einem grossartigen Jahr ein perfektes machen. Schon bisher hat sie mehr erreicht, als man erwarten durfte: 5 Doppel-Trophäen, 3 Grand-Slam-Titel (inklusive 2 im Mixed), den Fedcup-Aufstieg in die Weltgruppe 1 sowie einmal mehr den Titel im US-Teamtennis.

Falls es in Singapur zur Ablösung kommen sollte, könnte wohl auch Mirza gut damit leben, wie sie bereits nach dem Wimbledon-Final andeutete: «Für mich als Asiatin ist es sehr aufregend, in Singapur zu spielen. Martina und ich hatten in den letzten Monaten unglaubliche Resultate und ich werde alles tun, um meinen Titel zu verteidigen.» Eine klassische Win-win-Situation also.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch