Titel 101 liegt für Federer bereit

Nach dem Forfaitsieg gegen Rafael Nadal in Indian Wells ist Roger Federer klarer Favorit – trotz seiner Bilanz gegen Dominic Thiem.

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Vor zwölf Monaten kam Roger Federer mit einer 17:0-Saisonbilanz in den Final von Indian Wells, erzwang gegen Juan Martin Del Potro drei Matchbälle – und verlor. Dieses Jahr musste er sich in Melbourne bereits einmal geschlagen geben (gegen Tsitsipas), doch seine Form stimmt, und in Indian Wells lacht ihm bisher das Glück.

Nach vier Zweisatzerfolgen und dem Forfaitsieg im Halbfinal über Rafael Nadal, bei dem nun das rechte Knie der Problemherd ist, trifft er heute (nicht vor 23.30 Uhr MEZ) auf einen Gegner, gegen den er klar favorisiert ist – den 25-jährigen Dominic Thiem.

Der Österreicher ist nicht zu unterschätzen, im Vergleich zu Djokovic, gegen den Federer in Indian Wells die Endspiele 2014 und 2015 verlor, oder Del Potro auf Hartplatz aber ein kleineres Kaliber. Zwar steht es in ihrer Bilanz 2:2, doch diese täuscht. «Drei dieser Spiele fanden 2016 statt, und da hatte Roger grosse Probleme», sagte Thiem selber. «Inzwischen spielt er wieder viel besser Tennis.»

«In Rom hätte ich gar nicht spielen sollen»

Das erste Duell gewann Federer 2016 im Halbfinal von Brisbane 6:1, 6:4. «Da spielte ich wunderbar», sagt er. Das zweite verlor er im Achtelfinal von Rom wenig später 6:7, 4:6. Federer: «Diesen Match kann ich gar nicht ernst nehmen. Denn da hatte ich Rücken- und Knieprobleme und hätte gar nicht spielen sollen. Aber ich ging trotzdem raus um zu schauen, was passiert. Die Niederlage war logisch.»

Kurz darauf verlor er auch auf Rasen in Stuttgart, 6:3, 6:7, 4:6. Federer, der damals angeschlagen war und kurz vor seiner langen Verletzungspause stand: «Es waren schwierige Bedingungen, und ich hatte sogar noch einen Matchball.» Das letzte Duell fand in der Vorrunde des ATP-Finales 2018 in London statt, Federer gewann es 6:2, 6:3. «Da spielte ich okay und er eher schlecht», erinnert er sich.

Der Schweizer, der erstmals einen Halbfinal kampflos gewann, hat aber eine hohe Meinung über den elffachen Turniersieger und Weltranglistenachten: «Er ist ein sehr interessanter Spieler, wie Stan (Wawrinka). Er kann von hinten spielen und auch im Platz drin. Seine einhändige Backhand hat viel Topspin und viel Power, auch darin gleicht er Stan. Er spielt noch etwas mehr mit Slice und hat die Tendenz, manchmal zu passiv zu werden. Ich bin ein grosser Fan von ihm, er ist ein Supertyp und hat auch die Möglichkeiten, besser Klassierte zu schlagen, wenn er einen Plan hat. Dann ist er schwer zu breaken und zu schlagen. Mit seiner grossen Variation ist er ein Superspieler.»

Thiems Verwandlung in Indian Wells

Der letztjährige Parisfinalist aus der Wiener Neustadt startete schlecht ins Jahr. In Doha und Melbourne konnte er nur eine Partie gewinnen, danach in Buenos Aires und Rio zwei. Er kam mit einer negativen Bilanz und schlechten Gefühlen nach Kalifornien, wo er sich aber in Form spielte. «Ich kam zwölf Tage vor dem Turnier an und trainierte hier gut», sagt Thiem, der mit dem chilenischen Olympiasieger Nicolas Massu einen neuen Assistenztrainer hat.

Im Halbfinal schlug er den Kanadier Milos Raonic, zum ersten Mal nach zwei klaren Niederlagen. «Meine letzte Saison war lang und hart, mein Körper brauchte eine Pause. Diese zwölf Tage hier halfen enorm», sagt der mit der Französin Kristina Mladenovic befreundete Grundlinienspezialist. «Dazu liegen mir hier die Bedingungen: Sie sind nicht zu schnell, und der Ball springt hoch ab.» Er macht sich aber nichts vor: «Sand wird immer meine Heimat bleiben.»

Für Federer wäre es der 28. Titel in der Masters-Serie, schon der sechste in Indian Wells – und der 101. seiner Karriere, nur zwei Wochen nach dem Jubiläumssieg in Dubai. Seine Marschrichtung ist klar: «Ich werde versuchen, möglichst aggressiv zu spielen.»

Erstellt: 17.03.2019, 03:04 Uhr

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