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Nadal gegen Zverev chancenlos

Rafael Nadal trifft am ATP-Finale auf einen unwiderstehlichen Gegner: Alexander Zverev zeigt beim 6:2, 6:4 gegen den Spanier, weshalb er 2018 in London triumphiert hat.

Der Spanier hatte gegen die Weltnummer 7 aus Deutschland keine Chance. (Video: Tamedia)

Würde Rafael Nadal antreten können? Und wenn ja, würde er druckvoll aufschlagen? Diese Fragen drängten sich aufgrund der Vorgeschichte auf. Um 20 Uhr Ortszeit ist am ATP-Finale die erste Frage positiv beantwortet: Der Mallorquiner marschiert unter dem Jubel der Zuschauer in die Arena. Und gut zehn Minuten später drischt er den Ball mit dem ersten Aufschlag mit 202 km/h übers Netz, und mit dem zweiten gelingt ihm gleich ein Ass. Körperlich scheint also alles in Ordnung zu sein.

Und doch ist der 33-Jährige über weite Strecken chancenlos. Nicht weil er besonders schlecht ist, sondern weil Alexander Zverev schlicht grossartig aufspielt. Der Deutsche trifft mit 14 seiner 15 ersten Aufschläge ins Ziel, was in Anbetracht seiner Service­geschwindigkeit von fast immer über 220 km/h eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit ist. Und in den Grundlinienduellen vermag der 22-Jährige Nadal immer wieder in die Defensive zu drängen. Der Dauerdruck führt zu Stress, sodass der Superstar in den wichtigen Momenten selbst mit seinem Paradeschlag, dem Vorhandtopspin, Fehler begeht.

Federer, Djokovic, nun Nadal

Nach dem 6:2 im ersten Satz gelingt Zverev zu Beginn des zweiten gleich ein Break. In der Folge bringt Nadal Emotionen auf den Platz und steigert sich spielerisch, doch Zverev bleibt unbeeindruckt. Er agiert auf jenem Niveau, das ihm vor Jahresfrist an gleicher Stätte im Halbfinal und Endspiel Siege gegen Roger ­Federer sowie Novak Djokovic und somit seinen bedeutendsten Titel eingebracht hat. Am Ende setzt er sich gegen Nadal mit 6:2, 6:4 souverän durch. Somit hat Zverev in der O2-Arena hintereinander die drei erfolgreichsten Spieler in der Tennisgeschichte bezwungen, also den Superstar-Hattrick vollendet. Gegen Nadal wars im sechsten Anlauf der erste Sieg.

Tsitsipas bezwingt seinen liebsten Feind

Stefanos Tsitsipas schlug US-Open-Finalist Daniil Medwedew beim 7:6, 6:4 zum ersten Mal, und das im sechsten Anlauf. Der Jubel von Tsitsipas (ATP 6) fiel überschwänglich, dafür der Handschlag am Netz mit Daniil Medwedew (ATP 4) umso kürzer aus. Der 21-jährige Grieche und der zwei Jahre ältere Russe mögen sich nicht besonders, das ist offensichtlich.

Stefanos Tsitsipas gewinnt die ATP-Finals! Der Grieche setzt sich in einem hochstehenden Endspiel gegen den Österreicher Dominic Thiem durch.
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Keystone
Obwohl Thiem den grössten Titel seiner Karriere verpasst, freut er sich über die Finalisten-Trophäe.
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Keystone
Der Schweizer hat sich für das letzte Turnier des Jahres die Haare geschnitten und lässt den Bart wachsen.
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Clive Brunskill/Getty Images
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Die Spannungen der beiden Jungstars begannen, als sie 2018 in Miami verbal aneinander gerieten, weil Medwedew von Tsitsipas eine Entschuldigung forderte, nachdem der Ball zuvor die Netzkante touchiert hatte. «Er ist ein kleines Kind, das nicht weiss, wie man kämpft», spottete Medwedew nach dem Match.

Besser wurde die Beziehung der beiden nicht, dafür das Duell immer einseitiger. Kürzlich feierte der Moskauer auf dem Weg zum Titelgewinn in Shanghai den fünften Sieg in Serie. Anschliessend sagte Tsitsipas, es sei langweilig gegen Medwedew zu spielen. «Er verfügt über einen starken Aufschlag, und wenn du es schaffst, diesen zu retournieren, kommen einfach zahllose Bälle zurück.»

Der Russe konterte, indem er erklärte er könne Tsitsipas nicht mehr ernst nehmen, weil dieser nach dem Laver-Cup gejammert habe, er sei gedrängt worden, mit Alkohol zu feiern.

Kein gemeinsames Dinner

In London gibt Tsitsipas ohne Umschweife zu, dass ihm der Erfolg über seinen Rivalen viel bedeutet. «Ich habe diesen Sieg seit langem herbeigesehnt.» Er betont aber, Medwedew nicht zu hassen, «aber wir gehen sicher nicht miteinander abendessen».

Medwedew sagt derweil, er habe zuletzt etwas Energie verloren. «Er war diesmal besser, mir fehlte irgend etwas – das war frustrierend.» Er streitet aber ab, dass ihn diese Niederlage besonders schmerzt: «Ich hasse es gegen jeden zu verlieren.»

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