Und wieder wird Bencic von ihrem Körper gebremst

Zum Start des WTA-Finale bricht ihre Fersenverletzung wieder auf – sie verliert gegen Ashleigh Barty 7:5, 1:6, 2:6 und muss um weitere Einsätze bangen.

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Zeitweise war Belinda Bencic den Tränen nahe. Sie hatte anfangs so gut gespielt gegen Ashleigh Barty, den ersten Satz 7:5 gewonnen. Doch dann wurde sie wieder einmal von ihrem Körper gebremst. Schon gegen Ende des Startdurchgangs machte sie Zeichen in Richtung Box, später verdichtete sich der Verdacht: Die Fersenverletzung, die sie Mitte August in Cincinnati erlitten hatte, war wieder aufgebrochen. Und bereitete ihr zusehends Mühe. Sodass man sogar befürchten musste, sie würde aufgeben.

Sie biss sich durch bis zum Schluss, doch ab dem zweiten Satz war sie in ihrer Mobilität sichtlich eingeschränkt und holte nur noch drei Games. Wobei man Barty zugutehalten muss, dass sie ab da auch sehr souverän spielte. Bei 0:5 im zweiten Durchgang rief Bencic Vater und Coach Ivan auf den Court, und der riet ihr, die Hilfe der Physiotherapeutin zu beanspruchen. Das tat sie dann auch. Ihr linker Fuss wurde verarztet, die Physiotherapeutin bandagierte den Fersenbereich, derweil Bencic auf dem Bauch lag.

Sie bewegte sich danach wieder etwas besser, doch es reichte nicht, um nochmals richtigins Spiel zu finden. Immerhin kämpfte sie bis zum letzten Ball. Nach knapp zwei Stunden war es vorbei, schloss Barty die Partie mit einem Ass ab. Und die grosse Frage ist nun, ob sich Bencic bis Dienstag genügend erholt, um zum Duell der Startverliererinnen gegen Petra Kvitova anzutreten. Sonst würde eine Ersatzspielerin einspringen.

«Das war nicht der Grund»

Bencic gab sich in der Pressekonferenz betont positiv. «Ich spürte ein bisschen Schmerzen während des Spiels. So ab 5:5 im ersten Satz. Das störte mich ein bisschen. Aber das war nicht der Grund, wieso ich verlor. Ashleigh spielte wunderbar, es ist eindrücklich, wie gut sie aufschlägt. Ihr Service machte den Unterschied.» Auch sie habe sehr gut gespielt, befand Bencic. Sie sei ziemlich vertraut damit, was in ihrem Fuss vorgehe. «Ich werde nun einen Tag ausruhen und hoffentlich bereit sein für meinen nächsten Match.»

Ihre Worte legen nahe, dass sie alles unternehmen wird, um bei ihrer Premiere am WTA-­Finale zumindest ihre drei Gruppenspiele zu bestreiten. Und immerhin ist positiv, dass sie gegen Barty gegen den Schluss hin wieder stärker wurde. Sie muss allerdings aufpassen, dass sich die Verletzung nicht noch verschlimmert, wenn sie forciert.

Nach Cincinnati hatte sie rund zehn Tage gehabt, um ihren Fuss zu schonen, ehe sie ihn am US Open wieder voll belasten konnte. Diese Zeit hat sie nun nicht. Und sie hat ja schon viele unliebsame Erfahrungen gemacht mit chronischen Verletzungen.

Spiel der letzten Chance

Zum Auftakt hatten sich Naomi Osaka und Kvitova ein äusserst umkämpftes Duell geliefert, in dem sich die Japanerin knapp durchsetzte. Seit sie im Achtel­final des US Open gegen Bencic verlor, hat Osaka nun elf Partien in Serie gewonnen. Zwischen Bencic und Kvitova geht es bereits um die letzte Chance – wer verliert, muss den Halbfinal abschreiben.

In Peking unterlag die Schweizerin gegen Kvitova jüngst in zwei Sätzen (3:6, 3:6). Sie werde versuchen, die Punkte zu diktieren, blickte sie voraus. Je weniger sie in der Defensive arbeiten muss, desto besser dürfte das auch für ihren lädierten Fuss sein.

Erstellt: 28.10.2019, 08:14 Uhr

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