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«Verwöhnte Sportler ertrage ich nicht»

Lara Gut und Timea Bacsinszky trafen sich am US Open zu einem Gespräch. Was beneiden sie aneinander?

Im Geist ein bisschen verwandt: Tennisspielerin Timea Bacsinszky und Skirennfahrerin Lara Gut in New York. Foto: Corinne Dubreuil
Im Geist ein bisschen verwandt: Tennisspielerin Timea Bacsinszky und Skirennfahrerin Lara Gut in New York. Foto: Corinne Dubreuil

Seit wann kennen Sie sich?

Gut: Unsere erste Begegnung war in Lausanne. An einem Abend, glaube ich.Bacsinszky: Im Musée de l’Elysée (einem Museum für Fotografie). Es gibt ein Foto von uns, das in der Zeitung erschien. Das war 2009.Gut: Und dann sahen wir uns das nächste Mal in diesem Frühjahr, in Miami.Bacsinszky: Sieben Jahre später ­bekomme ich von ihr eine Message auf mein Instagram-Konto: «Hallo, ich komme nach Miami. Du spielst da ein Turnier, nicht?» Ich hatte die Karriere von Lara aber stets verfolgt und das Gefühl, sie zu kennen, ohne sie zu kennen.Gut:Es gibt eine Verbindung zwischen uns Athleten. Wenn mir ein Schweizer Sportler, den ich noch nie getroffen habe, schreibt, er wolle mich bei einem Rennen besuchen, ist das für mich nicht seltsam. Denn auf eine gewisse Weise kennen wir uns alle. Innert zwei Minuten sprechen wir die gleiche Sprache, diskutieren über die gleichen Probleme, Empfindungen, Begegnungen. Über Dinge, die normale Menschen nicht nachvoll­ziehen können. Diesen Winter kamen mich Freunde besuchen und fragten: «Aber nach dem Rennen, was tust du?» Sportlern muss man das nicht erklären. Sie verstehen die Müdigkeit, die emotionale Leere nach einem Sieg.

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