Zum Hauptinhalt springen

Viel Show und ein zuversichtlicher Federer

Der Medientag am US Open hat erstmals mit Zuschauern stattgefunden. Roger Federer hat nach den ersten Trainings ein besseres Gefühl als noch in Cincinnati.

Bereit für das US Open: Roger Federer am Medientag in New York. Foto: Getty Images
Bereit für das US Open: Roger Federer am Medientag in New York. Foto: Getty Images

«Tennisfans, früher im Jahr holte dieser Champion nach über fünf Jahren die Nummer 1 zurück und wurde zum ältesten Tennisspieler in der Geschichte, der sich an die Spitze setzte. Er begann das Jahr, indem er am Australian Open den 20. Grand-Slam-Titel holte und so einen Rekord aufstellte», sagt der Speaker laut ins Mikrofon, hebt dann die Stimme noch an und fährt fort: «Heissen wir auf dem Podium den fünfachen US-Open-Champion willkommen, Roger Federer!» Der Baselbieter wird in New York fast wie ein Boxweltmeister angekündigt, freilich nicht vor dem Final, sondern vor einer Pressekonferenz.

Das US Open beginnt am Montag mit den Erstrundenpartien der oberen Tableauhälfte. Doch der US-Tennisverband nutzt seinen Topevent schon im Vorfeld als Werbevehikel. So wurde auf dem Brookfield Place, unweit des One World Trade Centers gelegen, eine Fanmeile samt Tennisplatz kreiert. Die Besucher konnten sich zum Beispiel mit den US-Open-Trophäen fotografieren lassen, Showkämpfen beiwohnen und Unterschriften von Profis sammeln. Am Mittwoch verteilte Stan Wawrinka dort Autogramme.

Schnyder qualifiziert

Einerseits wird versucht, den Tennissport zu den Menschen zu bringen, andererseits sollen im Rahmen der sogenannten Fanwoche möglichst viele Leute nach Queens in das Billie Jean King Tennis Center gelockt werden. So gilt für die Qualifikation Gratiseintritt. Nun wird erstmals mit einem öffentlichen Medientag experimentiert. Statt im Interviewraum finden die Pressekonferenzen im brandneuen Louis Armstrong Stadium unter geschlossenem Dach statt, wobei die Besucher auf den Tribünen die Fragen und Antworten per Kopfhörer verfolgen können.

Etwas Applaus bekommt Federer, als er sich im Freizeitlook hinters Mikrofon setzt, doch das Interesse an der Aktion ist eher bescheiden. Mehr Zuschauer hat es im Freien, wo bei 28 Grad die letzten Plätze fürs Haupttableau ausgespielt werden. Parallel kommen Patty Schnyder und Jil Teichmann zu Erfolgserlebnissen. Die 39-jährige Schnyder schlägt Jessica Pegula (USA) souverän 6:3, 6:2 und steht damit erstmals seit 2011 wieder im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers, die 21-jährige Teichmann wird dank dem 6:1, 7:5-Sieg gegen Sofia Tschuk (RUS) auf dieser Stufe sogar eine Premiere feiern.

Jetzt ist der Körper bereit

Federer ist im Vorfeld des US Open optimistisch. Die Auslosung sei, wie sie sei, hält er fest. Im Hinblick auf das mögliche Duell mit Novak Djokovic sagt er: «Ich bin noch nicht im Viertelfinal, noch nicht einmal in der zweiten Runde.» Der 37-Jährige fühlt sich erholt, anders als noch in Cincinnati sei der Körper jetzt bereit, Punkte auszuspielen, Matches zu bestreiten, Breakbälle abzuwehren, mit dem Druck umzugehen. Dass er spielerisch in Cincinnati für einmal nicht überzeugte, scheint ihn nicht mehr zu beschäftigen. Seine Probleme führt er in erster Linie auf die Bälle zurück, die extrem hoch abgesprungen seien. In New York werden nicht mehr Penn-, sondern Wilson-Filzkugeln verwendet. «Die spielen sich besser», erklärt der Schweizer.

----------

Video: Federer unterliegt Djokovic in Cincinnati

Der Schweizer ist dennoch zuversichtlich. Video: SRF

----------

«Am Donnerstag verschlug ich im Training gegen Marin Cilic zweieinhalb Sätze lang nach seinem zweiten Service kaum einen Return, in Cincinnati hatte ich kaum einen reinspielen können. Daher bin ich guten Mutes, dass es hier einfacher gehen wird.» Anschliessend trainiert Federer im Arthur Ashe Stadium mit Wawrinka. Die Einheit findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, nur ein paar Arbeiter, die für den heutigen Kindertag eine Bühne aufbauen, und die Betreuer sind zugegen. Beide Schweizer machen einen guten Eindruck.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch