Wawrinka erkämpft sich 25. Duell mit Federer

Der Lausanner ringt den Ungar Fucsovics in Indian Wells in einem epischen Dreisätzer nieder.

Zieht mit einem Dreisatz-Sieg über Marton Fucsovics in Indian Wells in die 3. Runde ein: Stan Wawrinka verwertet gegen den Matchball gegen den Ungarn. (Video: SRF)
Video: John G. Mabanglo/Keystone

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Bis das 25. Schweizer Duell in der kalifornischen Wüste feststand, musste Stan Wawrinka einen seiner längsten und schwierigsten Best-of-3-Matches bewältigen. 3:24 Stunden vergingen an diesem kühlen Sonntag, bis er zuschauen konnte, wie ein Lob des Gegners über ihn hinweg ins Out flog und er damit den fünften Matchball verwertet hatte, zum 6:4, 6:7 (5:7), 7:5. Er umarmte darauf seinen Gegner, den als Nummer 31 neun Ränge besser klassierten Marton Fucsovics, und applaudierte ihm, als dieser den Platz verliess. Fast schien er Mitleid mit ihm zu empfinden.

Es war ein packendes Spiel mit vielen Wendungen, insgesamt 48 Breakbällen und zehn Breaks. Wawrinka führte im Entscheidungssatz im drittgrössten Stadion bereits 5:3. Die ersten drei Matchbälle vergab er im neunten Game als Rückschläger, er verlor darauf ein Servicegame zum 5:5, breakte aber sogleich zum 6:5 zurück. Als er zum zweiten Mal zum Sieg aufschlagen konnte, ging das Bangen für ihn und Coach Magnus Norman aber noch einige lange Minuten weiter. Wawrinka behielt die Nerven, konnte vier weitere Breakbälle abwehren und letztlich doch noch über den dritten Sieg in Folge gegen den Sieger des letztjährigen Geneva Open jubeln.

Ein verrückter Match

«Das war ein verrückter Match. Genau solche Partien helfen mir, dass ich wieder grosse Siege erringen kann», sagte Wawrinka. Der Match werde zwar Spuren hinterlassen. «Gegen Federer wird es ein guter Test zu sehen, wo ich stehe. Aber es wird ein harter Kampf, denn er ist der beste Spieler in unserem Sport.» Zudem habe Federer viel Vertrauen nach dem Sieg in Dubai und sei auch frischer als er.

Die Schweizer Nummer 2 liegt im Duell mit dem fünffachen Indian-Wells-Sieger Federer – der am Nachmittag seine Partie gegen Peter Gojowczyk locker 6:1, 6:4 gewonnen hatte – mit 3:21 zurück. Alle seine drei Siege kamen an Sandturnieren zustande, und allein am kalifornischen Masters-1000-Turnier unterlag er Federer bereits dreimal. Am meisten Beachtung fand dabei das letzte Duell: Es war das Endspiel vor zwei Jahren und brachte ein hochstehendes Duell, das Federer 6:4, 7:5 gewann. Dennoch zeigt Federer sehr viel Respekt vor seinem Landsmann: «Es ist hart, so früh im Turnier gegen Stan spielen zu müssen. Ich weiss, was er kann und wieviel Power er hat.» Er hoffe, dass Wawrinka bald wieder in die Top 20 oder Top 10 zurückkehre.

Vögele: Keine Geschenke, nur ein Kuchen

Für Stefanie Vögele verlief der Sonntag – es war ihr 29. Geburtstag – dagegen nicht nach Wunsch. Die beeindruckend aufspielende 18-jährige Kanadierin Bianca Andreescu (WTA 60) überliess ihr in 56 Minuten nur drei Games (6:1, 6:2). Ein wenig Trost fand die Aargauerin im Interviewraum, wo ein Kuchen auf sie wartete. «Sie hatte viel mehr Power als ich, ich stand permanent unter Druck und kam mit den Bedingungen nicht gut zurecht», sagte Vögele, die sich dank Indian Wells um etwa 14 Positionen auf Rang 95 verbessert. «Es war eine Superwoche, ich hatte eine gute Zeit und habe alles alleine geschafft.» Se war für einmal ohne Coach Ivo Werner an einem Turnier. «Ich genoss es, einmal viel Zeit für mich zu haben.»

Das Frauenturnier verlor am Sonntag mit Serena Williams die populärste amerikanische Spielerin. Die Turniernummer 10 gab nach dem verlorenen Startsatz gegen Garbiñe Muguruza auf. Sie habe sich schon vor der Partie nicht gut gefühlt, «aber dann wurde es noch mit jeder Sekunde schlimmer: extreme Schwindel und Müdigkeit», erklärte Williams. Sie werde sich nun erholen und auf das Miami Open vorbereiten.

Erstellt: 11.03.2019, 05:53 Uhr

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