Wawrinkas Mount Everest

Wieder scheitert Stan Wawrinka früh in Wimbledon. Das Turnier auf Gras ist seine grösste Herausforderung – was nicht bedeutet, dass er sie nicht meistern kann.

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Die Konstanz von Stan Wawrinka an den Grand Slams war zuletzt äusserst bemerkenswert: Sieg in New York, Halbfinal in Melbourne, Final in Paris. Mit dem US-Open-Titel brachte er sich im vergangenen September sogar in die Position, in Wimbledon den ­Karriere-Grand-Slam komplettieren zu können. Doch darüber mochte er vor dem Turnier nicht gross sprechen.

Er wusste, dass der Wimbledon-Sieg angesichts seines lädierten linken Knies utopisch war. Nachdem er hier 2016 in Runde 2 an Juan Martin Del Potro gescheitert war, folgte nun gegen Daniil Medwedew die nächste bittere Enttäuschung.

Es wird alles noch komplizierter

Man kann dem Romand nicht vorwerfen, er würde nicht alles unternehmen, um auch auf Rasen um Turniersiege mitzuspielen. 2016 zog er Richard Krajicek für die Rasensaison hinzu, diesmal den erfahrenen Paul Annacone. Diese Unterlage stellt für ihn die grösste Herausforderung dar – es ist sein Mount Everest. Und wenn er dann noch körperlich angeschlagen ist, wird alles noch viel komplizierter.

Dass in der Profiära nur vier Spieler alle vier Grand Slams gewinnen konnten – Andre Agassi, Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic –, zeigt, wie schwierig das ist. Und sie alle mussten sich lange gedulden, bis sie es schafften. Agassi und Federer traten in Paris elfmal an, ehe sie endlich gewannen. Djokovic ­zwölfmal.

Eine der grössten Stärken Wawrinkas ist die Beharrlichkeit, die er mit einer Tätowierung auf dem Unterarm verewigt hat «Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.» (Immer versucht. Immer gescheitert. Egal. Versuche es wieder. Scheitere wieder. Scheitere besser.)

Es ist gut möglich, dass er Wimbledon nie gewinnen wird. Aber er wird weiter versuchen, sich die besten Chancen darauf zu geben.

Stan Wawrinkas Tätowierung. Foto: Reuters

Erstellt: 03.07.2017, 23:14 Uhr

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