Wegen dieses Mannes will Becker nicht mehr mit Djokovic arbeiten

Mit Boris Becker und Novak Djokovic trennt sich das erfolgreichste Tennis-Duo der letzten Jahre. Wie es dazu kam.

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Die Nachricht, welche die Tenniswelt am Dienstagabend erreichte, war keine Sensation. Eigentlich war es mehr eine Vollzugsmeldung, hatte sich doch die Trennung zwischen Novak Djokovic und Boris Becker nach drei erfolgreichen Jahren abgezeichnet. Der Serbe hatte seit Wochen Fragen nach einer gemeinsamen Zukunft elegant umkurvt, der Deutsche zog vor Wochen gegenüber deutschen Medien bereits eine erste Bilanz.

Die Tonalität bei beiden Parteien in den sozialen Medien war anschliessend ausnehmend positiv. Djokovic bedankte sich via Facebook: «Die Ziele, die wir uns gesteckt hatten, haben wir vollumfänglich erreicht, und ich möchte ihm für sein Teamwork und seine Hingabe danken.»

Becker antwortete kurz darauf via Twitter. Er postete ein Bild, welches das Team nach dem French-Open-Triumph in der Garderobe zeigte und kommentierte: «Wir hatten die Zeit unseres Lebens.»

Zumindest bis zu diesem Moment galt dies auch: Djokovic hatte Anfang Juni alle vier Major-Trophäen gleichzeitig in seinem Besitz. Bei der heutigen Leistungsdichte im Männertennis eine unglaubliche Machtdemonstration. In 30 Monaten hatte er 24 Turniere gewonnen, 6 von 12 möglichen Grand Slams und sich eine Matchbilanz von 187:17 erspielt. Er schien fast unschlagbar.

Niemand hätte zu jenem Zeitpunkt erahnt, dass es mit der Herrlichkeit aber bald vorbei sein sollte. Es folgte ein massiver Leistungsabfall, der sich in Zahlen ziemlich deutlich belegen lässt. Seit Juni gewann Djokovic nur noch 23 von 29 Partien und einzig den Titel in Toronto.


Motivation, Ehekrise und ein Guru

Die Motivation habe nachgelassen, hiess es zuerst, was nach dem Erreichen des letzten grossen Ziels durchaus verständlich sein kann. Dann wurde immer wieder von einer Ehekrise mit Frau Jelena gesprochen und zuletzt davon, dass sich Djokovic mehr und mehr der spirituellen Ebene zuwende.

In diesem Bereich rückte immer wieder der Name Pepe Imaz in den Vordergrund. Der Spanier, einst ein mässig erfolgreicher Professional, der es bis auf Platz 146 der Welt schaffte, betreibt in Marbella die Tennisschule Amor y Paz und setzt bei seinen Übungen unter anderem auf Meditation und die Kraft langer Umarmungen. Djokovics jüngerer Bruder Marko liess sich einst von ihm gegen Depressionen behandeln und stellte auch die Verbindung her.

Auf einem Video, das im Rahmen einer zweistündigen Meditations-Séance entstand, gibt Djokovic seine neuen Prioritäten preis: «Wir suchen alle nach Liebe, Zufriedenheit und Harmonie.» Er ist eine von sechs Personen auf einem Podium, auch die frühere Top-5-Spielerin Daniela Hantuchova und Marko sind da, Imaz übersetzt Djokovics Aussagen ins Spanische. «Wir müssen die Verbindung zu einem göttlichen Licht finden», sagt Djokovic weiter.

Becker liess gegenüber «Sport-Bild» verlauten, der Einfluss von Imaz sei ihm ungeheuer und er werde 2017 nur dann wieder in Djokovics Box sitzen, falls dieser eine kleinere Rolle habe. Ein Versuch des Serben, ihn noch umzustimmen, sei in den letzten Tagen erfolglos geblieben, sagt die «Bild»-Zeitung, die bei der Personalie Becker oft sehr gut informiert ist.

Wie es nun weitergeht, ist noch offen. Marian Vajda, sein langjähriger slowakischer Trainer, sagte unlängst, er werde an Bord bleiben. Allerdings hatte auch er sich über den immer grösser werdenden Einfluss von Imaz befremdet gezeigt.

Erstellt: 07.12.2016, 11:47 Uhr

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