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«Wenn wir verlieren, dann am liebsten gegen Stan»

Federer-Coach Severin Lüthi kennt auch Stan Wawrinka sehr gut. Eine Prognose für den Schweizer Halbfinal-Knüller am Australian Open wagt er nicht.

Der Schweizer Davis-Cup-Captain kennt Federer und Stan Wawrinka wie kaum ein anderer. Severin Lüthi, Stan Wawrinka und Roger Federer nach einem Spiel in Genf. (17. September 2015)
Der Schweizer Davis-Cup-Captain kennt Federer und Stan Wawrinka wie kaum ein anderer. Severin Lüthi, Stan Wawrinka und Roger Federer nach einem Spiel in Genf. (17. September 2015)
Salvatore Di Nolfi, Keystone
«Das sind emotional nicht gerade meine Lieblingsmatches. Aber es ist natürlich fantastisch für das Schweizer Tennis», sagt Lüthi.
«Das sind emotional nicht gerade meine Lieblingsmatches. Aber es ist natürlich fantastisch für das Schweizer Tennis», sagt Lüthi.
Salvatore Di Nolfi, Keystone
Der Romand zeigt sich aber wie gewohnt kämpferisch und gewinnt die wichtigen Punkte. Das Niveau der Partie litt zudem unter den böigen Bedingungen in der Rod Laver Arena.
Der Romand zeigt sich aber wie gewohnt kämpferisch und gewinnt die wichtigen Punkte. Das Niveau der Partie litt zudem unter den böigen Bedingungen in der Rod Laver Arena.
EPA/MARK R. CRISTINO, Keystone
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Severin Lüthi, seit fast zwölf Jahren Schweizer Davis-Cup-Captain und seit vielen Jahren Coach von Roger Federer, kennt Federer und Stan Wawrinka wie kaum ein anderer. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA äussert er sich zum Halbfinal-Duell in Australien.

Severin Lüthi, wie aussergewöhnlich sind Matches zwischen Roger Federer und Stan Wawrinka für Sie?

«Das sind emotional nicht gerade meine Lieblingsmatches. Aber es ist natürlich fantastisch für das Schweizer Tennis, dass am Sonntag sicher ein Schweizer im Final steht. Das ist nicht alltäglich in einer Weltsportart.»

Bereiten Sie das Spiel mit Federer anders vor, weil es gegen einen Freund geht?

«Wir gehen nicht anders an dieses Spiel heran als sonst. Es gibt auch andere Freunde auf der Tour, wir sind uns das gewohnt. Es geht um Sport. Wir schauen den Gegner an wie jeden anderen, seine Schwächen, seine Stärken.»

Was wird der Schlüssel sein?

«Beide werden versuchen, ihr Spiel aufzuziehen. Der Platz ist schnell, beide werden versuchen, die Partie selbst zu entscheiden und nicht auf die Fehler des anderen warten. Die Marschrichtung wird für beide nach vorn sein.»

Wagen Sie eine Prognose?

(lacht) «Lieber nicht. Ich liege oft falsch. Es ist schwierig vorherzusagen. Ich lasse mich überraschen.»

Sind Sie auch überrascht vom Niveau Federers?

«Es ist schon unglaublich, dass wir im Halbfinal sind. Als ich im November sein Spielniveau gesehen habe, wusste ich, dass er in der Lage ist, jeden zu schlagen. Schon in Dubai hat er den Ball sehr gut getroffen, aber im Match ist es immer etwas anderes. Roger hat aber viel Routine, er ist schnell wieder in der Lage, gut zu spielen. Es gibt nicht viele, die so etwas gekonnt hätten. Die grösste Frage war die Matchpraxis. Vor dem ersten und vielleicht zweiten Match war er schon etwas angespannter als an einem normalen Grand-Slam-Turnier.»

Was spricht für Wawrinka?

«Dass er in den grossen Matches immer gut spielt. Der Stan im Halbfinal ist nicht der Stan in der 1. Runde.»

Gehen sich die beiden nun bis zum Spiel aus dem Weg?

«Das nicht. Sie sind ja in der gleichen Garderobe. Im heutigen Tennis, da die persönlichen Teams grösser sind, macht jeder sein eigenes Programm. Aber ich bin manchmal selbst überrascht, wie die beiden sogar am Matchtag normal zusammen reden. Es geht sehr lange ziemlich relaxt zu.»

Wen wünschen Sie sich als Sieger?

«Ich hoffe natürlich schon, dass Roger gewinnt, vor allem nach dieser Vorgeschichte. Schliesslich bin ich ja auch bei ihm angestellt. Aber wenn wir verlieren, dann am liebsten gegen Stan.»

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