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Wie einst die Schweden

Roger Federer und Stanislas Wawrinka steigern den Grosserfolg, mit dem sie die letzte Saison in London beendet haben.

Alles im Griff: Roger Federer und Stefan Edberg sind erfolgreich in die Saison gestartet.
Alles im Griff: Roger Federer und Stefan Edberg sind erfolgreich in die Saison gestartet.
Keystone

Wie am Jahresfinale stehen die Doppel-Olympiasieger von Peking beide im Halbfinal - was in Melbourne aber noch höher einzustufen ist. Die Chance ist da, dass mindestens einer den Final erreicht - oder dass es als Krönung gar zu einem Schweizer Endspiel kommt. Doch selbst wenn sie nun verlieren sollten, wäre das Grund genug, diese helvetische Sport-Sternstunde zu feiern.

Ein Zufall ist diese Grand-Slam- Premiere nicht. Federer und Wawrinka hatten schon vorher dreimal parallel die Viertelfinals auf dieser Stufe erreicht. Und beide holten in den vergangenen Monaten neuen Schwung, arbeiten hart in der Zwischensaison, geleitet vom gleichen Fitnesstrainer - und beide lassen sich inzwischen durch frühere schwedische Spitzenspieler beraten und inspirieren.

Wawrinka gelang mit der Verpflichtung von Magnus Norman ein Glücksgriff, Federer tat es ihm nun mit dem Beizug von Stefan Edberg gleich.Das Schweizer Tennis profitiert wie nie zuvor vom schwedischen Know-how - was ironisch ist, da die einst dominierende Nation über keinen konkurrenzfähigen Spitzenspieler mehr verfügt. Als ein dritter Schwede, Mats Wilander, nun Davis-Cup-Captain Severin Lüthi gratu- lierte und ihm einen Schweizer Final prophezeite, antwortete dieser denn auch: «Wir sind die neuen Schweden.»

Die ganze Tenniswelt beneidet die Schweiz um ihr gipfelstürmendes Spitzenduo. Und sein Verfalldatum scheint derzeit in einiger Ferne zu liegen, auch wenn Federer schon 32 ist und Wawrinka bald 29 wird. Der Baselbieter spielt in einer Form, die Experten darüber diskutieren lässt, ob sie mehr an 2006 oder doch eher an 2009 erinnere - und der Waadtländer wird von vielen gar momentan als noch stärker eingestuft.

Es sind schöne Zeiten für das Schweizer Tennis. Wen kümmert es da dieser Tage, dass dahinter kaum ein hoffnungsvoller Junior zu sehen ist.

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