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Bill Gates schreibt in seinem Blog über Federer

Sie spielten zusammen Tennis – das war für den Multimilliardär so eindrücklich, dass er in die Tasten griff.

Die Nervosität beim Aufschlag: Bill Gates serviert, Federer wartet schmunzelnd auf seinen Schlag.
Die Nervosität beim Aufschlag: Bill Gates serviert, Federer wartet schmunzelnd auf seinen Schlag.
Keystone

Bill Gates ist Multimilliardär, Software-Gründer und Tennisfan und gilt als reichster Mann der Welt. Das hinderte ihn aber nicht daran, wie ein Tennisjunior vor dem ersten Interclub-Einsatz von Versagensängsten und Nervosität befallen zu werden, je näher der Schaukampf «Match for Africa 4» vom vergangenen Samstag in Seattle rückte.

In seinem Blog («Gates-Notes»), den der 61-jährige Philanthrop am Dienstag im Internet veröffentlichte, gibt Gates zu: «Nachdem ich jahrelang Vorträge gehalten habe, fühle ich mich bei öffentlichen Auftritten ziemlich wohl. Aber vergangenes Wochenende tat ich etwas vor Zuschauern, das mich doch etwas nervös machte: Ich spielte Tennis.»

«Das darf ich nicht vermasseln»

In seinem Erlebnisbericht, der an einen Aufsatz nach einer Schulreise oder einen Tagebucheintrag erinnert, schildert Gates, wie er Federer in Indian Wells sechs Wochen zuvor erstmals getroffen hatte und dieser ihn bat, im Schaukampf von Seattle an seiner Seite zu spielen, in einem Doppel gegen John Isner und Mike McCready, einen Rockmusiker der Band Pearl Jam.

Er habe keine Sekunde nachdenken müssen, so der Microsoft-Gründer: «Ich bin ein riesiger Fan von Roger, und mit ihm zu spielen, war ein Traum, der in Erfüllung ging. Umso mehr, als es eine gute Gelegenheit war, die grossartige Arbeit ins Zentrum zu stellen, die er und seine Familie mit der Stiftung machen.»

Der «Match for Africa 4» in Seattle brachte ein Plauschdoppel zwischen Roger Feder und Bill Gates sowie US-Tennisspieler John Isner und Pearl-Jam-Gitarrist Mike McCready. Video: Tamedia/Tennis Channel

Doch sogleich habe er sich auch gesagt, er müsse dafür sorgen, dass er das nicht vermassle. «Ich spiele zwar oft Tennis. Aber es ist nicht dasselbe, wenn du mit deinem Coach oder deinem Freund Bälle schlägst, wie wenn du vor 16’000 Fans in einer Basketballarena antrittst. Wenn du zu viel überlegst, verkrampfst du dich, triffst die Bälle nicht sauber, wirst noch nervöser und gerätst in einen Teufelskreis.» Denn auch ihm sei klar gewesen: «Keiner will ein Spiel sehen, in dem zwei Spieler nur Doppelfehler und Returns ins Netz schlagen.» Also habe er sein Training vergangene Woche intensiviert, genau wie der Rockmusiker Mike McCready.

Die Begegnung mit dem Flammenwerfer

Die Atmosphäre in der Key-Arena sei dann auch sehr intensiv gewesen, die Zuschauer voll mitgegangen. «Als ich vorgestellt wurde und in die Halle joggte, wurde ich beinahe von einem Flammenwerfer versengt», erzählt Gates. Danach sei es vor allem darum gegangen, fokussiert zu bleiben. «Als mein erster Aufschlag im Feld gelandet war, beruhigte ich mich etwas. Dabei half es, dass Roger und John eine grosse Show aufzogen. Sie hielten den Ball im Spiel, und manchmal schien es, als ob ihre Volleys ewig anhalten würden.» Er habe sogar der Versuchung widerstehen müssen, sich hinzusetzen und ihnen nur noch zuzuschauen. Zwar habe er vom Fernsehen und als Zuschauer schon gewusst, dass sie phänomenale Athleten seien, «aber aus dieser Nähe erhielt ich einen neuen Eindruck ihrer Eleganz und Power».

Federer und Isner seien mit ihren Mitspielern aber gnädig gewesen. Doch wenn Isner mit fast 200 Stundenkilometern serviere, und dann noch aus dieser Höhe, sei das schon hart zu beschreiben. «Ich hatte keine Zeit, den Schläger auszuholen, und sah sogar den Ball fast nicht.»

Allerdings hatte auch Gates, der mit Federer gewann, sein persönliches Highlight: «Ich schlug sogar einen Winner gegen Isner», erzählt er. Der Schönheitsfehler dabei: «Hätte ihn John nicht abgenommen, wäre der Ball wohl ins Aus geflogen.» Der wahre Gewinner des Abends aber sei die Federer-Foundation gewesen, für die zwei Millionen Dollar eingespielt wurden.

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