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Williams muss auf ihren Catsuit verzichten

Am French Open wollen sie das Outfit nicht mehr sehen. Dabei ist es auch wichtig für die Gesundheit der 23-fachen Grand-Slam-Siegerin.

In Zukunft nicht mehr zu sehen, zumindest am French Open: Serena Williams' pechschwarzer Anzug.
In Zukunft nicht mehr zu sehen, zumindest am French Open: Serena Williams' pechschwarzer Anzug.
Keystone

Der Marvel-Film «Black Panther» machte so einiges anders als seine Vorgänger. Da war der erste dunkelhäutige Superheld, Chadwick Boseman spielte ihn. Ohnehin war, abgesehen von wenigen Ausnahmen, der ganze Hauptcast dunkelhäutig. Und da ist die Armee, die das reiche afrikanische Land Wakanda beschützt, sie besteht vollständig aus Frauen.

In diesem Film wähnte sich auch Serena Williams im Mai, als sie zum French Open antrat. Sie tat dies in einem Ganzkörperanzug, pechschwarz. Sie sagte: «Ich habe mich wie eine Superheldin, eine Kriegerin gefühlt. Die Königin von Wakanda.» Eine Königin von Wakanda wollen die Organisatoren des Turniers aber nicht. Der Catsuit ist ihnen ein Dorn im Auge.

Der Catsuit ist verboten

Kürzlich kündigte der Präsident des französischen Tennisverbands, Bernard Giudicelli, an, dass das French Open einen Dresscode einführt. Einen nicht ganz so rigiden, wie es in Wimbledon Standard ist, aber einen, der Williams den Catsuit nicht mehr erlaubt. «Ich glaube, dass wir manchmal zu weit gegangen sind», so Giudicelli. Das werde nicht mehr akzeptiert, der Sport und der Platz müssten respektiert werden.

Wie genau dieser Dresscode aussehen wird, darüber erzählte der Franzose nichts. Allerdings scheint klar, dass Serena Williams das Tragen ihres Hautengen Outfits nicht mehr erlaubt sein wird. Die sonst – zumindest auf Twitter – sehr redselige 23-fache Grand-Slam-Siegerin hat sich noch nicht dazu geäussert.

Aus den Top 500

Williams trug den Anzug im Mai nicht nur, weil sie den Film «Black Panther» ehren wollte. Das schwarze Outfit ist für sie mehr. Williams gab im April 2017 ihre Schwangerschaft bekannt und erklärte ihre Saison für vorzeitig beendet. Dadurch und durch den damit verbundenen Verzicht auf das Australian Open 2018 als Vorjahressiegerin fiel sie aus den Top 500 der Weltrangliste. Das erste Mal seit 20 Jahren. Ihre Tochter Alexis Olympia Ohanian Jr. (benannt nach ihrem Vater und Unternehmer Alexis Kerry Ohanian) kam am 1. September 2017 zur Welt.

Die Geburt der kleinen Alexis war für die Mutter eine Qual. Die Schwangerschaft war noch normal verlaufen, nach der Geburt aber sagte Williams: «Ich wäre fast gestorben.» Alexis kam per Notkaiserschnitt zur Welt, weil ihr Herzschlag während den Wehen stetig gesunken war. Dieser Eingriff lief reibungslos, wegen starken Hustens nach einer Lungenembolie riss Williams’ Narbe kurz nach der Geburt aber auf. Eine weitere Operation wurde nötig, weil die Ärzte ein Hämatom im Bauch der 36-Jährigen feststellten.

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Video: Williams mit Tochter Alexis

Die Tennisspielerin und ihre Tochter nach der Geburt. Video: Tamedia/Instagram

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Mut machen mit dem Catsuit

«Ohne die Hilfe der Ärzte wäre ich heute nicht mehr da», sagte Williams später. Sie kämpfte sich zurück, feierte in Indian Wells im März ihr Comeback. Und trat zwei Monate später im Catsuit auf. Unter ein Bild von ihr in diesem Outfit postete sie auf Twitter: «Für alle Mütter da draussen, die eine harte Erholung hatten nach der Schwangerschaft. Wenn ich es schaffen kann, könnte ihr das auch. Ich liebe euch alle.»

Mit dem Catsuit will Williams anderen Müttern Mut machen. Aber er hat mehr als nur symbolischen Wert, er hilft ihrer Durchblutung, mit der sie seit der Geburt Probleme hat. Die geplante Regeländerung ist noch nicht in Kraft getreten. Und sie betrifft ohnehin nur Turniere in Frankreich. Williams konzentriert sich vorderhand auf das US Open, das für sie in der Nacht auf Dienstag (MEZ) gegen die Polin Magda Linette startet. Dort gibt es keinen Dresscode. Dort darf Serena Williams wieder eine Kriegerin aus Wakanda sein. Oder eine Königin.

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