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Zu nett für eine Legende?

Kann man den freundlichen Familienvater Roger Federer in einem Atemzug mit dem politisch engagierten Muhammad Ali nennen? Und was macht einen Sportler überhaupt zur Legende? Versuch einer Begriffsklärung.

Roger Federer, Tennis. Der Schweizer gewann sagenhafte 17 Grand-Slam-Titel und hat bereits 286 Wochen als Nummer eins der Weltrangliste verbracht. Federer hat ausserdem als einziger Spieler bei jedem der vier Grand-Slam-Turniere mindestens fünfmal den Final erreicht.
Roger Federer, Tennis. Der Schweizer gewann sagenhafte 17 Grand-Slam-Titel und hat bereits 286 Wochen als Nummer eins der Weltrangliste verbracht. Federer hat ausserdem als einziger Spieler bei jedem der vier Grand-Slam-Turniere mindestens fünfmal den Final erreicht.
Keystone
Muhammad Ali, Boxen. Ali wurde in der Blütezeit des Boxens dreimal Schwergewichtsweltmeister und gewann olympisches Gold. Zudem setzte er sich für die Rechte der dunkelhäutigen Bevölkerung ein.
Muhammad Ali, Boxen. Ali wurde in der Blütezeit des Boxens dreimal Schwergewichtsweltmeister und gewann olympisches Gold. Zudem setzte er sich für die Rechte der dunkelhäutigen Bevölkerung ein.
Keystone
John McEnroe, Tennis. Der US-Amerikaner ist berühmt für sieben Grand-Slam-Triumphe, 77 Einzel- und 78 Doppeltitel auf der Tour, für attraktives Angriffstennis – und natürlich für seine legendären Wutanfälle. Diese trugen ihm sogar einen Gastauftritt in der Hollywood-Komödie «Anger Management» mit Jack Nicholson und Adam Sandler ein.
John McEnroe, Tennis. Der US-Amerikaner ist berühmt für sieben Grand-Slam-Triumphe, 77 Einzel- und 78 Doppeltitel auf der Tour, für attraktives Angriffstennis – und natürlich für seine legendären Wutanfälle. Diese trugen ihm sogar einen Gastauftritt in der Hollywood-Komödie «Anger Management» mit Jack Nicholson und Adam Sandler ein.
Reuters
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Seit dem vergangenen Sonntag ist Roger Federer in jeder Hinsicht der erfolgreichste Tennisspieler aller Zeiten – auch in Sachen Führungswochen in der Weltrangliste. Pete Sampras' Rekord von 286 Wochen holt er nicht nur am kommenden Montag ein, er wird ihn sicher auch verbessern. Mit ein wenig Glück über die 300-Wochen-Marke hinaus. Doch gehört Federer schon zum Kreis der grössten Sportler aller Zeiten, zu den Legenden, die auch Jahrzehnte nach ihrer Aktivlaufbahn noch die Massen faszinieren? Ist es vorstellbar, dass man einen Schwergewichtsweltmeister in 30 Jahren als Roger Federer des Boxens bezeichnet, weil er sich ebenso elegant bewegt wie der 17-fache Major-Champion aus dem Baselbiet – so wie man den französischen Wimbledon-Halbfinalisten Jo-Wilfried Tsonga heute seines Äusseren wegen Muhammad Ali des Tennis nennt? Oder anders formuliert: Wie definiert sich historische Grösse im Sport, was hebt einen Athleten jenseits der nackten Zahlen von seinen Konkurrenten ab?

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