Achraf Hakimi, der Retter von Lucien Favre

Der Marokkaner hat vier der fünf Champions-League-Tore für Dortmund erzielt. Und das als Aussenverteidiger.

Spektakuläres Spiel: Dortmund liegt gegen Inter 0:2 hinten, gewinnt aber auch dank zwei Toren von Hakimi 3:2. (Video: Teleclub)

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Der Fussball erschafft Helden. Die Helden sind die, die Tore schiessen. Meist sind sie ganz vorne, tragen die Nummern 7, 9 und 10, sie sind das Gesicht ihrer Teams, die Stürmer. Geht es um individuelle Auszeichnungen in diesem Teamsport, gewinnen fast immer sie. Lucien Favre, der Trainer von Borussia Dortmund, ist in der Champions League auch auf seinen Helden angewiesen. Der BVB liegt gegen Inter Mailand 0:2 zurück, der Achtelfinal rückt in weite Ferne. Dann kommt Achraf Hakimi.

Hakimi ist ein Aussenverteidiger, Rückennummer 5. Er ist einer von denen, die den Fussball so spektakulär machen. Schnell ist er, ungemein dynamisch und kräftig, ausgestattet mit einer Athletik, die es ihm auch nach 95 gespielten Minuten noch erlaubt, an die gegnerische Grundlinie zu sprinten. Und eigentlich will er gar nicht verteidigen, dieser 21-jährige Marokkaner, der in Madrid zur Welt kam und bei Real ausgebildet wurde.

In der 51. Minute trifft er zum Anschluss, 1:2 steht es nur noch. Es ist sein drittes Tor in der Königsklasse. Damit hat er zu diesem Zeitpunkt 100 Prozent aller Dortmunder Tore in dieser Champions-League-Saison erzielt. 40 Minuten später werden es noch 80 Prozent sein, vier von fünf. Denn nach 77 Minuten dreht Hakimi erneut jubelnd ab, Doppelpass mit Jadon Sancho, es geht ganz schnell. Dortmund gewinnt 3:2. Dazwischen hat Julian Brandt den Ausgleich erzielt. Er ist der einzige Torschütze Dortmunds, der nicht Hakimi heisst, der Marokkaner hatte bereits beim Sieg gegen Slavia Prag doppelt getroffen.

Nun tut er es also erneut. Und rettet Dortmund wohl vor einem frühen Aus. Die Gruppe war schwierig, das war klar. Aber nach vier Spieltagen mit nur vier Punkten dazustehen, das wäre für das Team, das sich die deutsche Meisterschaft als Ziel setzte, zu wenig gewesen. Stattdessen enteilt Dortmund Inter. Und rückt bis auf einen Punkt an Leader Barcelona heran.

Telegramme und Rangliste der Gruppe F:

Barcelona - Slavia Prag 0:0
Barcelona: ter Stegen; Semedo, Piqué, Lenglet, Jordi Alba (46. Roberto); Vidal, Busquets (68. Rakitic), De Jong; Messi, Dembélé (65. Fati), Griezmann.
Bemerkungen: Barcelona u.a. ohne Suarez (verletzt). 35. Lattenschuss Messi.

Borussia Dortmund - Inter Mailand 3:2 (0:2)
Tore: 5. Martinez 0:1. 40. Vecino 0:2. 51. Hakimi 1:2. 64. Brandt 2:2. 77. Hakimi 3:2.
Borussia Dortmund: Bürki; Hakimi, Akanji, Hummels, Schulz; Witsel, Weigl; Sancho (82. Piszczek), Brandt, Hazard (88. Guerreiro); Götze (64. Alcacer).
Inter Mailand: Handanovic; Godin, De Vrij, Skriniar; Candreva, Vecino (68. Sensi), Brozovic, Barella, Biraghi (66. Lazaro); Lukaku (73. Politano), Martinez.
Bemerkungen: Borussia Dortmund u.a. ohne Hitz und Reus (verletzt).

Rangliste: 1. FC Barcelona 4/8 (4:2). 2. Borussia Dortmund 4/7 (5:4). 3. Inter Mailand 4/4 (6:6). 4. Slavia Prag 4/2 (2:5).


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier: (mro)

Erstellt: 06.11.2019, 06:11 Uhr

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