Bei diesem Wunderstürmer brach sogar der Server zusammen

Der 19-jährige Erling Haland stand bei der Champions-League-Premiere von Salzburg am Ursprung des 6:2 gegen Genk.

Jung, kraftvoll und ungemein abschlussstark: Erling Haland trifft beim 6:2-Sieg Salzburg dreifach. (Video: Teleclub)

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«Was lange währt, wird endlich gut.» Wenn dieses Sprichwort auch für die diesjährige Austragung der Champions League Gültigkeit hat, dann müssen sich Barcelona, Bayern, Juventus und Liverpool besonders warm anziehen. Denn in diesem Fall müsste mit Red Bull Salzburg ganz besonders zu rechnen sein.

Bisher war der Verein aus der Mozartstadt vor allem für zwei Markenzeichen bekannt: Seine Zugehörigkeit zum Getränkeimperium von Dietrich Mateschitz und seiner notorischen Erfolglosigkeit auf internationaler Ebene. 13 Mal hat RB, wie der Verein auch genannt wird, zwar die nationale Meisterschaft gewonnen, zuletzt sechsmal in Serie. Nicht weniger als elfmal war Salzburg aber auch beim Versuch gescheitert, sich für die Champions League zu qualifizieren.

Und nun das: Ein Feuerwerk im ersten Spiel der Gruppenphase gegen Genk, 6:2 das Schlussresultat. Die Club-Website titelte knapp: «Ekstase.» Das mag für ganz viele Fussballfans gegolten haben, für die Techniker von Sky Austria aber nicht: Nach dem frühen Führungstreffer brach der Server zusammen, weil sich enorm viele Leute gleichzeitig für den Probemonat registrieren wollten. Mehr als 20 Minuten lang ging auf der Homepage gar nichts mehr.

Nur Van Basten war noch besser

Die Partie hatte wahrlich ideal begonnen, knapp mehr als eine Minute war erst gespielt, da traf Erling Braut Haland zum 1:0. Der 19-jährige skorte dann vor der Pause noch zweimal, und ist damit der achte Spieler überhaupt, dem beim Debüt in der Königsklasse ein Hattrick gelang. Besser war in seinem ersten Spiel nur noch einer: Marco Van Basten traf für Milan gegen Göteborg viermal.

Trainer Jesse Marsch lobte den Norweger nach dem Spiel mit klaren Worten: «Er ist ein grossartiger Spieler, für mich ist aber wichtiger, dass er ein grossartiger junger Mann ist. Er arbeitet jeden Tag hart und erachtet nichts als selbstverständlich. Wir können wirklich stolz sein, dass wir ihn hier haben und wenn er fit bleibt, wird er nur noch besser werden.» Auch Marc Janko, früher bei Basel und Lugano und nach seinem Rücktritt Sky-Experte, schloss sich dem Lob an: «Mir gehen schon langsam die Superlative aus für diesen Mann.»

Sein Marktwert steigt und steigt

Der Mann, der am Jahresanfang aus der norwegischen Eliteserien kam, ist eine echte Tormaschine, wie er schon im Mai bei der U20-WM mit neun Treffern beim 12:0 gegen Honduras bewies. Selber bleibt er auch nach seinem Coup vom Dienstag bescheiden, zu seinem ersten Tor in der Champions League sagte er: «Es war das beste Gefühl, das ich je hatte.» Wettbewerb übergreifend hat er in der noch jungen Saison in neun Partien 17 Tore erzielt, schon viermal hat er drei Treffer erzielt.

In der Meisterschaft, der RB Salzburg mit 21 Punkten aus 7 Spielen und einem Torverhältnis von 34:6 schon jegliche Spannung genommen hat, sind es bereits 11 Tore. Sein Marktwert, der 2017 beim Wechsel von Bryne zu Molde auf 200 000 Euro beziffert wurde, wurde zuletzt auf 12 Milionen geschätzt. Sein Länderspieldebüt vom 5. September und die Paukenschläge vom Dienstag sind da noch nicht eingerechnet.

In zwei Wochen kommt es nun zum ersten Auswärtsspiel, und die Reise geht ausgerechnet zu Liverpool. Der Titelverteidiger, dessen notorische internationale Auswärtsschwäche auch beim 0:2 in Napoli anhielt, wird bereits unter Zugzwang stehen, Salzburg hingegen kann relativ unbeschwert an die Aufgabe herangehen. So wie sie dies gemäss Janko bisher immer tun: «Sie hören nie auf, sind wie junge Hunde, die immer weiterspielen wollen.»


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier:

Erstellt: 18.09.2019, 09:26 Uhr

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